Siem Reap und die Tempel von Angkor

Welcome to Cambodia! 8.5 Stunden Flug ab Sidney und nochmals 2 Stunden Flug ab Kuala Lumpur (wo wir noch einmal durch die ganze Immigration und durch das Check-In mussten, aber immerhin diesmal kein Gepäck mehr zusätzlich bezahlen) sind wir auf kambodschanischem Boden gelandet. Diesmal waren wir auch korrekt informiert über die Möglichkeit eines Visas on Arrival und das bekamen wir am Flughafen von Siem Reap auch problemlos, nachdem wir pro Person drei Formulare ausgefüllt und 120 US-Dollars entrichtet hatten und unsere Pässe durch elf beamtisch-beschäftigte Händepaare gewandert waren.

Schon am Flughafen wurden wir von einem Tuk-Tuk abgeholt, und ja: wir hatten zu viert mit allem Gepäck in dem von einem Honda-Scooter gezogenen Gefährt Platz. Und schon waren wir mitten in den lauten, staubigen, geschäftigen Strassen von Siem Reap, mit anderen Tuk-Tuk, vielen Scootern, Velos, überladenen Anhängern, Menschen, Hunden, Hühnern, Kühen, Strassenhändler…das volle Leben. Welcome to Southeast Asia – wir lieben es!

Wohlgefühlt in Siem Reap

Wir hatten eine Unterkunft reserviert, ein 4er-Zimmer im Babel Guesthouse. Einst von Norwegischen Travellern gegründet, setzt es auf langfristige Zusammenarbeit mit allen Angestellten und auf nachhaltigen Tourismus. Sie fördern diverse Umwelt- und Bildungsinitiativen in Kambodscha und ermöglichen so auch Reisenden, ihren Footprint möglichst gering zu halten. Eine tolle Sache! Zwei kleine Beispiele von vielen: man kann Trinkwasser auffüllen, statt immer wieder Pet-Flaschen zu kaufen (wir haben ja deswegen bereits auf der ganzen Reise unsere Refill-Bottles mit dabei) oder es werden Bambus-Röhrli statt Plastik-Strohhalme sowie biologisch abbaubare Verpackungen verwendet.

In einem anderen Guesthouse in der selben Strasse konnten wir den Pool auskosten und dazu frische Fruchtsäfte schlürfen oder ein kühles Bier. Patrick fühlt sich in Kambodscha im Bier-Paradies, wo das Gezapfte nur 1 US-Dollar kostet und an anderen Orten in der Stadt auch bis auf 0.50 oder gar 0.25 US-Dollars runtergeht. Bei fast 40 °C im Schatten verträgt es so natürlich noch genüsslicher das eine oder andere Bier.

Zum Babel Guesthouse gehört auch ein Restaurant, wo wir jeweils ausgezeichnet zu Abend assen und lokale Köstlichkeiten wie das Khmer Curry oder Fish Amok genossen. Nach den langen Tagen schliefen Nicola und Alexis schon fast am Tisch ein und es wäre nicht gut gewesen, mit ihnen noch einmal ins Zentrum an den Night Market oder an die Pub Street loszuziehen.

Herumgekommen in Siem Reap

Weshalb waren denn unsere Tage in Siem Reap so lange? Natürlich wegen DER Attraktion der Stadt, des Landes, ja ganz Südostasien: die gigantischen Tempelanlagen von Angkor, die wir uns anschauten.

Der Tuk-Tuk-Fahrer Phorn, der uns bereits vom Flughafen abgeholt hatte und zum Babel Guesthouse-Team gehört, war während vier Tagen der unsere. Noch an unserem Ankunftstag fuhren wir mit ihm am späteren Nachmittag zum Ticket Office, um uns einen 3-Tages-Pass für den Archäologischen Park von Angkor zu holen. Ticket-Optionen sind 1 Tag, 3 Tage oder 7 Tage, wobei wir die mittlere Option wählten. Kostenpunkt für die 3 Tage (uns Sonnenuntergang am Tag des Ticket-Erwerbs, d.h. eigentlich fast 4 Tage): seit dem 1. Februar fast verdoppelt auf 67 US-Dollar pro Person – unsere Kinder zum Glück noch gratis. Für dieses Land ein wahnsinnig hoher Betrag. Der es aber für uns allemal wert war.

Vom Ticket-Office brachte uns Phorn mit dem Tuk-Tuk gleich noch weiter und pünktlich auf den Sonnenuntergang zum berühmtesten Tempel von Angkor: Angkor Wat. Auch wenn hunderte anderer Touristen wie Ameisen über das Gelände wuselten, war das Gefühl doch überwältigend, plötzlich direkt vor diesem weiteren Reise-Fernweh-Ort zu stehen. Einfach nur wow!

Am nächsten Morgen früh um 5 Uhr ging es ebenfalls wieder mit Phorn und seinem Tuk-Tuk los zu Angkor Wat. Mit der Zeitverschiebung von Australien her waren wir sowieso noch so eingestellt, dass diese frühe Tagwacht selbst für Nicola und Alexis kein Problem darstellte. Und für ein paar andere hundert Touristen offenbar auch nicht, wie wir dann vor Ort bei Angkor Wat schnell feststellten. Wobei sich diese grossen Menschenmengen vor allem bei den Hauptattraktionen und den Hauptansichten der Tempelanlagen konzentrierten. Sobald wir beispielsweise auf die Rückseite gelangten oder das Areal weitläufig umwanderten, waren plötzlich nicht mehr so viele Touristen dort.

Um unsere Angkor-Besuche kurz zusammenzufassen: wir haben alle Tempel des kleinen und des grossen Circuits besucht, jedoch nicht in der üblichen Reihenfolge und abgesehen von Angkor Wat auch nicht zu den Stosszeiten. Mit den Kindern haben wir an allen Tagen darauf geschaut, wegen der Hitze früh unterwegs zu sein und uns jeweils den eigenen Spazierweg durch die Anlagen gesucht. Wobei unsere Favoriten eher die weniger bekannteren Tempel (auf dem Grand Circuit), teilweise mystisch im Wald verborgen und mit den beeindruckenden Wurzel-Überwucherungen waren.

Für Nicola und Alexis waren es spätestens ab dem zweiten Tag wohl einfach zu viele Steinhaufen und der Entdeckergeist war nach dem ersten oder zweiten Tempel des Tages erschöpft. Zwar konnten wir siee mit der eigenen Kamera noch einmal voller Eifer mitziehen. Was Kinder mit ihrer Detail-Sicht der Dinge immer Interessantes entdeckten! Oder wer hat auch schon gesehen, dass jede tierische Steinskulptur auf dem Angkor-Gelände auch über ein prima nachgebildetes steinernes «Füdleloch» verfügt? Die Fotos auf den Speicherkarten der gelben und der blauben Kamera könnt ihr euch nun in etwa vorstellen…

Mit den Zwillingen haben wir viele Spiel- und Essenspausen eingelegt. Gerade Letzteres ist im Park überall möglich, weil die fahrenden Händler mit feinsten exotischen Früchten, Spiesschen und natürlich Souvenirs überall am Strassenrand standen. Hier einmal eine frische Kokosnuss, dort saftige Ananas oder Mango – köstlich! Ausserdem hat Phorn manchmal kurz auf unsere lauffaulen Nachkommen aufgepasst, während sie eine «Ameisi-Autobahn» auseinanderlenkten oder ein Wurzelwerk hochkletterten. Und wir konnten noch einmal kurz in Ruhe einen Tempel besichtigen.

So oder so: spätestens am Mittag waren wir jeweils wieder zurück in der Stadt Siem Reap, wo wir mit Phorn noch irgendwo fein essen gegangen sind, bevor wir nach einer kurzen Siesta im Babel Guesthoue fortan wieder den nachbarlichen Pool belagerten und erfüllt von den vielen Tempel-Eindrücken noch mehr Fruchtsäfte oder Bier schlürften. Geht es uns nicht gut?

Kambodscha und die Tempel von Angkor sind jetzt schon ein persönlicher Reise-Höhepunkt von Patrick und mir. Schaut euch am besten die Fotos an – ich habe versucht, die «unpersönlichen Steinhaufen» bei einer minimalen Anzahl zu belassen. Viel Spass!

Mit neu aufgeblühter Reisefreude in Kambodscha: Miriam Patrick Nicola Alexis

4 Kommentare
  1. Annelies & Bernhard
    Annelies & Bernhard says:

    Unsere Lieben
    Einmal mehr ein spannender Bericht mit wunderbaren Fotos aus Kambodscha. Im Land der „roten Erde“ mit seinen liebenswürdigen Menschen. All die Eindücke, die wir gesammelt haben kommen wieder hoch. Wir wünschen euch allen weiterhin viel Spass auf eurer Reise!

  2. Martina
    Martina says:

    Ihr Lieben
    Wow! Cambodia, mein Lieblingsland! Geniesst es! Ich bin grad am meine langersehnte Namibiareise am planen…

    Take care und ganz herzliche Grüsse aus dem frühlingshaften Zürich!🌺

    Martina ☀

  3. yo de nuevo
    yo de nuevo says:

    So schön, Angor Wat aus einer anderen Sicht zu sehen – tolle Fotos!!! Wollt ihr nicht auch mal ein paar Bilder der blauen und gelben Kamera veröffentlichen… 😉 ? Gnüssets <3 <3 <3

  4. Gratiela
    Gratiela says:

    Hallo meine Lieben
    Herzlichen Dank für die wunderschönen Karten. Haben uns sehr gefreut! Wir geniessen eure spannenden Berichte mit so vielen unterhaltsamen Einblicken in eure Weltreise, mit den prachtvollen Farben der Natur, den Tieren, den Menschen, dem vielfältigen Essen und vor allem die lustigen Dialoge der Kinder 😀 ……Es ist wirklich eine Bereicherung in einer entspannten Atmosphäre so vielfältige Erfahrungen machen zu dürfen, so viel über unsere Welt, Mitmenschen, Natur in einer ungezwungener Atmosphäre und für die Kinder nach ihrem Rhythmus und Bedürfnis zu erleben
    Eure Berichte machen uns richtig neugierig und abenteuerhungrig…….. Am liebsten würden wir alles hinter uns lassen und auch in die Welt hinaus reisen…. Und dem hektischen Alltag entkommen……
    Die Erkenntnis habt ihr ja bereits, die gemeinsame Zeit ist viel wertvoller als alles Andere! Diese Zeit wird für lange Zeit ein nahrhafter Nährboden für die nächsten Jahre sein! Geniesst weiterhin diese unbeschwerte Zeit mit euren wunderbaren Kindern!
    Ich umarme euch 😘
    Gratiela

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