Wir sind angekommen am anderen Ende der Welt, das uns jedoch näher vorkommt als alle zuvor bereisten Länder: Neuseeland.

Am Abend in Bali ins Jetstar-Flugzeug eingestiegen und am nächsten Morgen landeten wir mit Sicht auf die berühmte Harbour Bridge und das Opernhaus bereits in Sydney. Doch unsere Flugreise war noch nicht zu Ende, erst nach weiteren drei Stunden Flug und einer minuziösen Gepäckprüfung am Flughafen, wo unsere Wanderschuhe ins Labor mitgenommen wurden zur Reinigung, standen wir auf neuseeländischem Boden.

Am Flughafen erwartete uns nicht das gewohnte asiatische Gewusel von zu vielen Händlern, Taxifahrern und Touranbietern, die einem zu überhöhten Preisen irgendwelche Buchungen aufschwatzen versuchen. Statt dem „’ello sir“ und „very cheap for you!“ empfing uns eine entspannende Stille und bei der Begegnung mit Einheimischen höchstens ein „How do you do?“. 20 Grad warm, ein frischer Wind wehte, die Wolken zogen schnell am blauen Himmel entlang, Spätsommer in Neuseeland.

Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir ins Stadtzentrum von Christchurch und bezogen unsere Betten im 4er-Dorm des Around The World Backpacker Hostels. Nun herrscht wieder ein anderes Preislevel. Selbst im Budget-Schlafsaal kostet die Übernachtung pro Person mehr als unsere gemeinsamen Tagesausgaben auf Bali. Das Hostel gehört jedoch zu den besten und saubersten Unterkünften unserer bisherigen Reise. Besonders die grossräumige Küche sowie der Garten mit frischen Kräutern, Sitzterrasse und Gasgrill überzeugten uns sofort, von nun an unsere Mahlzeiten wieder selber zuzubereiten statt auswärts zu essen. Darauf hatten wir uns in Asien richtig gefreut!

Beim Einkauf im Supermarkt fühlten wir uns zuerst überfordert von der grossen Auswahl an Nahrungsmittel. Unsere erste Mahlzeit bestand aus einem Eisbergsalat mit Tomaten und Karotten, dazu Schinken, Käse, Essiggurken und knuspriges Brot sowie ein Glas neuseeländischem Pinot Noir. An einem anderen Abend grillten wir, Patrick bekam sein lang ersehntes „Fleisch am Stück“ sprich Steak. Zum Frühstück gibt es Müesli mit Frischmilch, Joghurt und heimische Aprikosen. Ausserdem können wir zum ersten Mal seit Reisebeginn ungefiltertes Wasser vom Wasserhahn trinken.

Christchurch gilt als die englischste Stadt Neuseelands. Davon zeugt die Architektur der Kathedrale im Stadtzentrum wie auch die Bauweise der Einfamilienhausquartiere mit perfekt gepflegten Gärten und getrimmtem Rasen. Hochhäuser gibt es kaum. Einige alte Gebäude der Stadt sind zurzeit abgesperrt, da nach einem heftigen Erdbeben imSeptember letzten Jahres, 7.2 auf der Richterskala, immer noch Einsturzgefahr droht. Ebenfalls typisch Englisch ist die gelebte Teezeremonie am Nachmittag und dazugehörige feinste Gebäcke wie Muffins, Scones oder Shortbread, an denen sich besonders Miriam erfreut.

Viel Zeit für Sightseeing liessen wir uns nicht in Christchurch, denn wir hatten einiges vorzubereiten für unseren Neuseelandaufenthalt, der vor allem auf abgelegenen Pfaden in die Natur führen soll. Dafür mussten wir uns um einen fahrbaren Untersatz kümmern sowie um zusätzliche Outdoor-Ausrüstung. Der Zeitpunkt war perfekt, denn zum Ende der neuseeländischen Sommerferien locken die Läden mit Ausverkauf und Sonderangeboten. Einen ganzen Tag haben wir damit verbracht, das Angebot der Outdoor- und Sportgeschäften sowie Outlets im Stadtzentrum zu prüfen, bevor wir uns ein Zelt, Schlafmatten, einen Gaskocher mit Topfset und weitere warme Kleidung kauften. Unsere Begeisterung für die Merino-Kleidung der Marke Icebreaker haben einige von euch auch schon während der Reisevorbereitung mitbekommen. Der Fall ist klar, im Land der Merino-Schafe und noch dazu mit Outlets voller Icebreaker-Produkte konnten wir nicht widerstehen, unsere Ausrüstung um ein paar Schafwollprodukte zu vergrössern. Nun sind wir gerüstet für die Wildnis Neuseelands und vorausblickend Patagonien, was im März auf unserem Reiseplan steht.

Auch die Autovermieter Neuseelands werben zum Saisonende mit dermassen günstigen Angeboten, dass wir uns schliesslich doch noch gegen einen Kauf und für ein Mietauto entschieden. Für 27 neuseeländische Dollars (ca. 20 CHF) pro Tag gehört ein Subaru Impreza Jahrgang 1999 von Roadtrip Rentals für einen ganzen Monat lang uns. Zwar mit abgewetzten Sommerreifen und abgeschliffenen Bremsbelägen, aber Hauptsache fahrtüchtig! Damit können wir unsere Reisetage in Neuseeland viel besser nutzen, statt uns dem Zeit- und Preisdruck eines Wiederverkaufs auszusetzen, wenn wir ein Auto gekauft hätten.

Nun sind wir gerüstet, um auf eigene Faust Neuseelands Südinsel zu erkunden. Dabei werden wir abgelegene Natur, Nationalparks und Wandergebieten ansteuern, denn wir möchten Tagestouren oder auch Mehrtagestouren zu Fuss unternehmen. Übernachten wollen wir in günstigen Hostels, Hüttenunterkünften und natürlich in unserem neuen Zelt. Darum dreht sich auch die Schätzfrage für Win New Zealand. Und was könnt ihr gewinnen aus dem Land, wo auf jeden Einwohner zehn Schafe kommen? Natürlich ein Produkt aus Merino-Schafwolle. Viel Glück beim Schätzen!

Und uns hoffentlich Wetterglück, denn in den letzten Wochen fiel in Neuseeland so viel Regen, dass einige der langen Wanderwege wegen Überschwemmungen oder Erdrutschen gesperrt waren. Da wären sogar mehrere Schichten Merino-Wolle nicht genug.

Die Wildnis ruft! Miriam y Patrick

2 Kommentare
  1. Diana
    Diana sagte:

    Hallo ihr beiden,

    dann grüßt mir die Merino-Schafe, die Maoris und die kein- sowie zweibeinigen Kiwis schön! Viel Spaß! 🙂

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