Bienvenidos!

Südamerika empfängt uns mit viel Wärme, sowohl mit Temperaturen zwischen 25°C und 30°C wie auch mit warmherziger Freundlichkeit und grosszügiger Gastfreundschaft.

Fast elf Stunden dauerte unser Flug und doch trafen wir zeitlich früher in Buenos Aires, Ezeiza Aeropueurto, ein, als wir in Auckland losgeflogen waren. Die Überquerung der Datumsgrenze macht es möglich. In Buenos Aires blieb uns lediglich ein Zwischenhalt von 15 Stunden und dafür hatten wir im Stadtzentrum zwei Betten im Hostal The Gardenhouse reserviert.

Die drei Stunden vor dem Eindunkeln zogen wir von San Thelmo bis zur Avenida Florida, immer auf der Suche nach einem Bankautomaten. Eine wahre Herausforderung, denn entweder akzeptierten die Schalter keine internationalen Bank- oder Kreditkarten oder aber sie hatten kein Geld mehr vorrätig. Angeblich sei dies oft der Fall, wenn Monatsenden und Feiertage (in diesem Fall „Día de la Mujer“, Tag der Frau) eng aufeinander folgen. Nicht einmal am Flughafen war mehr Geld verfügbar. Schliesslich fanden wir an der Avenida Florida eine HSBC-Bank, die uns einige argentinische Pesos ausspuckte, damit wir zumindest unsere Unterkunft bezahlen und ein Nachtessen einkaufen konnten. Mit einem argentinischen Rotwein und Empanadas feierten wir unsere Ankunft in Südamerika.

Ein Taxi brachte uns am nächsten Morgen früh zum lokalen Flughafen Aeroparque Jorgé Newberry. Ebenfalls mit Aerolíneas Argentinas flogen wir über die verschneiten Anden wieder nach Westen bis nach Santiago de Chile. Einmal mehr konnten wir auf eine Bekannte von Carlos zählen, die uns spontan zu sich nach Hause einlud. Mi casa es su casa – die lateinamerikanische Gastfreundschaft in der Praxis. Karla bewohnt mit ihrem zweijährigen Sohn Renato ein Häuschen im feinen und sicheren Quartier Ñuñoa und Renato überliess uns bereitwillig sein Kinderzimmer. So hatten wir zwischen Steckenpferd, Dora-la-Exploradora-Kinderbücher und Kuscheltieren seit längerer Zeit wieder einmal unsere eigenen vier Wände statt das Zelt oder ein Mehrbettzimmer. Während Karla am Arbeiten und Renato in der Kinderkrippe waren, gingen wir auf Entdeckungstour.

Die Orientierung in Santiago ist sehr einfach, der öffentliche Verkehr mit Bus und Metro schnell und verlässlich, auch wenn wir Taschen und Rucksack nun etwas mehr im Auge behalten müssen. In der Touristeninformation erfuhren wir von kostenlosen Stadtführungen, welche in Spanisch und auch Englisch angeboten werden und zwischen einer und fünf Stunden dauern. Am Schluss kann jeder Teilnehmer das zahlen, was er möchte. Eine solche „Free Tour“ ist wirklich sehr empfehlenswert, die fast 4-stündige Führung von Franco in Englisch war unser perfekter Einstieg in die neue Umgebung. Franco versorgte uns mit viel Information über Chiles indigene Vergangenheit, die Kolonisation, die Politik vor, während und nach der Diktatur von Pinochet, zur Kultur sowie Insidertipps zu Essen und Trinken. Am Folgetag zogen wir nochmals alleine los zum Plaza de Armas, Cierro Santa Lucía, den Barrios Lastarria und Bellavista sowie zum Cementerio Central.

Die Abende und das Wochenende verbrachten wir mit Karla und Renato. Als Zeichen des Dankes kümmerten wir uns um Einkäufe und kochten eines Abends die Schweizer Spezialität Röschti mit Spiegeleier. Die Chilenen scheinen die perfekten Kartoffeln dafür zu haben, die Röschti gelang perfekt. Sogar der heikle Renato langte kräftig zu und das will etwas heissen.

Karla ist selber eine passionierte Köchin, die besonders auf gesunde und frische Zutaten achtet. . So gingen wir am Samstag auf den Markt im Barrio Vega zum einkaufen. Die Farbenpracht der aufgetürmten Früchte und Gemüse, die Vielfältigkeit von Land- und Meerestieren, die Gerüche der Nahrungsmittel und der Menschen, die Geräuschkulisse vom Marktschreier, durch die Menge geschobene Metallkarren – ein Erlebnis für alle Sinne! Mit den frischen Zutaten zauberte Karla für uns als chilenische Spezialität das „Pastél del Choclo“(zu Deutsch „Maiskuchen“, ein Auflauf mit Mais und Poulet), sowie „Mariscos“ (Meeresfrüchte), genauer gesagt eingelegte „Piure“ und „Ulte“ (Algen und irgend ein schlabbriges Getier) sowie die peruanische Apéro „Ceviche“ (rohen Fisch mariniert mit Olivenöl mit Peperoni, Zwiebel, Knoblauch). Delicioso! – köstlich!

Am Wochenende lud Karla Freunde mit ihren Kindern zum traditionellen Asado (Barbecue) ein und der Grill drohte zusammen zu brechen unter dem Gewicht von Fleisch, Poulet und Würsten. Zusammen wurde geschwatzt, gewitzt, gelacht und gesungen und wir fühlen uns dank Karla schon als Teil der chilenischen Gesellschaft!

Eigentlich wollten wir noch nach Valparaíso fahren, angeblich ein sehr schöner Küstenort unweit von Santiago. Das Erdbeben in Japan und die darauf folgende Tsunami-Warnung und Evakuation an Chiles Küste hielten uns jedoch davon ab. Glücklicherweise fiel die Welle nicht ganz so hoch aus, als sie Chiles Küste erreichte. Andere Orte auf der Welt, allen voran natürlich Japan, haben mit viel Schlimmerem zu kämpfen. Wir sind in Gedanken in Japan – einem unserer Lieblingsländer – und wünschen, dass das Land der aufgehenden Sonne vor schlimmeren Folgen verschont bleibt!

Nach Chile sind wir vor allem mit der Intention gekommen, Patagonien zu bereisen. Bevor dort der Winter Einzug hält, reisen wir nun weiter nach Süden. Wir tauschen die angenehmen 25°C in Santiago für drei Wochen gegen das angeblich um einiges rauere Patagonien ein.

Folgende Optionen für den Transport von Santiago nach Punta Arenas standen zur Auswahl:

am günstigsten: alles mit dem Bus. Dauer: 60 Stunde. Kosten: unter 100 US-Dollars ein Weg.
am spektakulärsten: mit dem Bus bis nach Puerto Montt, von dort mit der Fähre durch die Fjorde nach Puerto Natales und die restliche Strecke wieder mit dem Bus. Dauer: 5 Tage. Kosten: ca. 400 US-Dollars alleine für die Fähre, niedrigste Kategorie.
am schnellsten: mit dem Flugzeug (www.lan.cl oder www.skyairline.cl*). Dauer: 3.5 Stunden. Kosten: unter 200 US-Dollars hin und zurück. Einweg-Flüge sind teurer.(*kleiner Sicherheitshinweis: die Flugzeuge hätten wahrscheinlich in keinem europäischen Land Landeerlaubnis)

Mit Zeit-, Kosten- und Bequemlichkeitsüberlegungen haben wir schliesslich einen Flug mit LAN Chile gebucht.

Nach fast 8 Reisemonaten heisst es also genau so, wie unsere Webseite:

Miriam y Patrick caminando!

3 Kommentare
  1. michu
    michu says:

    Mh…..argentinische grill-obe, das gseht guet us! i ha höt grad s’erschte mou de grill agworfe met chli render drofe, be ahgnäme 15 grad ond sonneschin.

    El hambre es mala consejera.

  2. yo
    yo says:

    hmmmmmmmmmmmmmmm, todo parece tan ricoooooooooooo:-D!!!!!!!!!!! que bien – me gusta mucho todo lo que escriven ahi:)!!! gozenlo:-)!!! XOX

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