Heute ist Heiligabend und uns ist bei 30°C nicht so recht weihnachtlich-besinnlich zumute. Daran können auch die paar Thais mit Weihnachtsmann-Mützen oder die Leuchtdekoration des grossen Hotels nichts ändern.

Den Tag haben wir so verbracht, wie fast jeden Tag in den vergangenen zwei Wochen: zu Hause in unserer Villa vom Katanoi Resort gefrühstückt (Toast mit Butter und Konfitüre und dazu frische Passionsfrucht, Ananas, Mango, Bananen) und dann auf zum Strand. Der heutige Tag war noch einmal richtig heiss und im «kühlen» Meereswasser (29°C – genau meine Temperatur) konnten wir uns richtig lange austoben, schnorcheln und von den Wellen zurück zum Strand tragen lassen.

Den kleinen Lenny, der Junge des Kokosnuss-Verkäufers am Strand, mit dem die Zwillinge oft gespielt hatten, werden wir vermissen. Oder auch das fröhliche Gesicht von Assya, der Sarong-Verkäuferin am Strand, die sich jeden Tag ein paar Minuten zu uns gesetzt hat zum Plaudern. Am Strand von Katanoi haben wir auch eine andere junge Reise-Familie kennengelernt und uns fortan fast täglich dort getroffen: Katya, Vladimir und die 2-jährige Mascha aus Russland. Sie sind fünf Monate in Asien unterwegs.

Mittags ging es auf einen letzten Abstecher zur Piraten-Bar. Diese eindrückliche Location, die Krebs-Jagd auf den Felsen und vor allem die «Piraten-Crew» wird auch den Zwillingen sicher in Erinnerung bleiben.

Schliesslich noch eine letzte Schwimmrunde im Pool des Katanoi Resort. Nicola hat hier in den vergangenen Tagen schwimmen gelernt und wenn auch noch im Freestyle-Hundeschwumm schafft er eine ganze Länge alleine. Darauf haben wir sogleich mit einer frischen Kokosnuss angestossen!

Am Abend gab es bei uns statt Fondue Chinoise im Kreise der grösseren Familie dieses Jahr zu viert noch einmal ein richtig feines Thai-Essen mit Spicy Papaya Salad, Tom Ka Gae, grünem Curry und – nicht typisch Thai – Burger für die Jungs in unserem Lieblings-Restaurant vor Ort, im Ta Restaurant. Patrick genoss dazu sein letztes Chang-Bier, Alexis einen frischen Wassermelonen-Shake, Nicola eine Kokosnuss und ich einen frischen Ananas-Shake. Das Ta Restaurant ist ein Familienbetrieb und die Zwillinge wurden vom ersten Tag an ins Herz geschlossen. Sie durften in die Küche schauen und waren auch heute wieder im ganzen Lokal unterwegs zum «Chabis mache». Wir waren die einzigen Gäste, da im Bucht-dominierenden Katathani-Resort ein Christmas Dinner stattfand. Die Strassen von Katanoi waren wie leer gefegt am Weihnachtsabend.

Und das ganz ohne Weihnachtsbaum oder grosse Bescherung. Das ging auch mit den Kindern sehr gut und ohne Diskussion. Und wir als Eltern finden es eigentlich ganz gut, für einmal dem Konsumrausch rund um Weihnachten entkommen zu sein. Unser aller Wunsch geht sowieso mit diesem Familien-Reiseabenteuer in Erfüllung und Geschenke haben wir von unseren Liebsten reichlich in Form von allerlei Unterstützung und Anteilnahme hierzu bekommen.

Heiligabend ist unser letzter Abend in Thailand. Für morgen ist der Wecker früh gestellt, um 5 Uhr holt uns das Taxi ab und bringt uns an den Flughafen von Phuket, der ganz im Norden und damit am anderen Ende der Insel liegt. Mit Air Asia fliegen wir eine Stunde (diesmal wohl ohne On Board Entertainment, da ein Billig-Flug) nach Kuala Lumpur. Danach beginnt das richtige Reisen, wir werden während drei Wochen in Malaysia unterwegs sein und jeweils spontan entscheiden, wohin es am nächsten Tag geht oder eben bleiben, wo es uns gerade gefällt.

Ganz spontan haben wir übrigens noch etwas Weiteres gebucht für ein paar Tage. Bevor wir am 18. Januar nach Neuseeland fliegen, werden wir noch einen kurzen Abstecher in ein anderes Land machen. Wenn wir schon so in der Nähe sind ;-)! Dazu und zur übrigen Reiseplanung bald mehr hier im Blog.

In Thailand auf Phuket und besonders in «unserer» Bucht Katanoi hat es uns allen sehr gut gefallen, wir würden gerne wieder einmal hierher zurückkehren!

Frohe Weihnachten, ihr Lieben zu Hause und überall auf der Welt! Herzlichst und Tschüss aus Thailand: Miriam Patrick Nicola Alexis

Die Thais sind sehr kinderfreundlich, ja regelrecht Kinder-fanatisch und es ist ein wahres Vergnügen, als Familie in Thailand zu sein. Unsere Zwillinge sind die kleinen Stars und zumindest Nicola geniesst das sichtlich. Er macht gerne High-Five und wirft Kusshände in die Runde (vor lauter Flirt-Attacken ist ihm sogar schon einmal ein Mango-Shake aus der Hand gefallen) und bringt die Thai-Frauen zu Ausrufe des Entzückens.

Alexis mag den Rummel um ihn nicht so sehr, dabei gefällt er den Thais mit seinen blonden Haaren und den blauen Augen besonders. Er ist dafür mehr zuständig für die Verbreitung der Schweizerdeutschen Sprache. Dank ihm denken nun mindestens eine Hand voll Thailänder, die gängigen Begrüssungsformeln in der Schweiz seien «Gopferteli» oder «Schissgagu».

 

Ein paar neue Regeln/Hinweise für die Kinder in Thailand:

  • Keine streunenden Hunde oder Katzen streicheln!
  • Keine toten Tiere anfassen! Auch keinen Tintenfisch!! Weg mit dem toten Krebs!!!
  • Nicht mit sandigen Fingern in den Augen reiben!
  • Kein Papier in die Toilette werfen!
  • Das Wasser nicht vom Wasserhahn trinken!
  • Nichts vom Boden essen! Nein, auch Lollipops nicht!
  • Im Tuk-Tuk nicht die Arme oder den Kopf ‘raushalten.

 

Trick 77 für ein entspanntes längeres Nachtessen auswärts

Eine Kokosnuss eignet sich besser zum Kinder beschäftigen als jedes elektronische Gerät. Nur auf stabiles Besteck achten und genug weit weg von den anderen Tischen sitzen, sollten wie bei uns Kokosnuss-Späne durch die Gegend fliegen. Ein Gecko auf Mückenjagd an der gegenüberliegenden Wand gibt auch einiges her. Ein Kakerlaken-Rennen ebenfalls. Und ein Tisch an einer gut befahrenen Strasse ist wie Kino. Uns sonst läuft meistens irgendwo ein Fernsehgerät.

 

Aus unserer Apotheke gebraucht haben wir:

  • Nobite Extreme gegen Mücken
  • Fenistil Gel zur Behandlung von Mückenstichen (es bleibt ein Rätsel: warum haben Alexis, Nicola und ich diverse Mückenstiche, Patrick hingegen keinen einzigen?) und einen Bienenstich (oder ähnliches…) von Miriam
  • Merfen und Pflaster zur Behandlung von Schürfungen, Schrammen und Schnittwunden von Alexis und Nicola – also ganz normaler Alltag mit den wilden Zwillingen
  • Merfen und Sprühpflaster zur Behandlung einer Schnittwunde vom Schnorcheln an Patricks Fusssohle

 

Aus dem Reisealltag

Auf der Strasse
Massage Lady: ‘ellooooo!
Nicola: Hello! I ämm frrromm Schwitzerlääänd.
Massage Lady: Oooh! I come from Thailaaaand!
Nicola: Das weissi dänk scho!


Am Strand
Nicola: Die Frou het e mega rote Rügge!
Miriam: Die het ez ebe e Sonnebrand. Beni de ou nöime rot?
Nicola : Nei, Mami. Du besch gar niene rot. Ou niene brun. Nor öberau ganz wiiss.


Im Shop
Thai Lady: You arrive today? Very white skin!
Miriam: Nein, eigentlich schon vor zwei Wochen…
Thai Lady: You not go beach?
Miriam: Doch, eigentlich schon. Jeden Tag…


Am Pool
Nicola: Papi, wenn du i Pool gompisch, gets grösseri Wäue as vom Meer!


Auf der Strasse
Alexis: Mamiiii, lueg, e riiiiese Chäfer!
Miriam: Das esch ke Chäfer, das esch e Kakerlake.
Alexis: Nico! Chom cho luege, e Kokos-Lake!


Im Tuk-Tuk
Alexis: Het das Taxi kei Fenster ond kei Türe?
Miriam: Nei, das esch aus offe rondome.
….
Miriam: Secher ned de Arm use hebe! Dä rissts der gad ab, wenn nöime aschlosch.
….
Miriam: De Chopf ou ned use hebe!!!!


Wieder auf der Strasse
Thai-Mann: Sawadika! (Deutsch: Hallo)
Alexis: Schissgagu!

Den Auftakt unserer Reise wollten wir bewusst noch ruhiger und mit einem Ort als Basis gestalten, damit sich die Kinder auch an all das Neue gewöhnen können. In den zwei Wochen in Katanoi haben wir nur einen Tagesausflug nach Phi Phi Island unternommen (siehe Blog) und sind ein paar Mal mit dem Tuk-Tuk in die Nachbarsbucht Kata gefahren (und an einem bewölkten Tag auch einmal gelaufen), wo deutlich mehr los ist. Nach Katanoi sind wir aber jedes Mal gerne zurückgekehrt.

Kata ist wie der viel grössere Bruder von Katanoi und für uns auf einer kurzen Tuk-Tuk-Fahrt über einen steilen Hügel erreichbar. Dabei ist das Tuk-Tuk fahren an sich schon ein Erlebnis. Jedes der Fahrzeuge (alle vom Modell Dahiatsu Hijet) ist einzigartig. Die Tuk-Tuk kommen in den verrücktesten Tuning-Formen und in jeglicher Farb-Palette vor, mal eher rustikal, mal Disco-mässig mit Neon-Licht und Bass-Gewummer.

Der (viel grössere und viel mehr gefüllte) Strand von Kata hat uns nie gereizt, aber die kleine Stadt mit viel mehr Shops, Restaurant und Unterhaltung bietet für uns hin und wieder gute Abwechslung. So waren wir an einem Abend in Kata, um den Zwillingen zuliebe den Dino-Park zu besuchen. Die mit üppigem Dschungel bewachsene, mit Dinosaurier-Figuren ausgestattete Minigolf-Anlage verfügt sogar über einen hohen Vulkan-Berg, aus dem Feuer gespien wird. Gegen eine Eintrittsgebühr kann man den Park auch ohne Minigolf besuchen und die grossen Dino-Figuren und der Vulkan haben Nicola und Alexis zu begeistert, dass wir erst nach drei Runden durch den Park und Locken mit Essen (zieht bei Alexis immer, damit stand 3:1 und Nicola war auch überzeugt) den Ausstieg geschafft haben.

Ansonsten haben wir in Kata nach Souvenirs geschaut, ein nicht ganz einfaches und vor allem nicht entspanntes Unterfangen mit den Jungs. Alexis und Nicola wiederum durften bei einem Massage-Salon das «Fish Spa» ausprobieren. Dabei werden die nackten Füsse in ein Aquarium mit warmem Wasser getaucht und kleine Fische (Saugbarben) saugen tote Hautschüppchen oder Hornhaut ab. Gemäss Nicola und Alexis soll es ziemlich gekitzelt haben. Die zugesteckten Süssigkeiten der Spa-Ladies haben aber sicher auch dazu beigetragen, dass die Zwillinge bei jedem weiteren Kata-Besuch nochmal zum «Fish Spa» wollten.

In Kata haben wir auch fein gegessen, frische Fruchtsäfte getrunken, am Local Market feine Spezialitäten probiert wie frisch grillierten Jackfish oder Squid und auch Banana Roti und die zuckrigsten Donuts überhaupt. Einmal haben wir uns in Kata auch zu einem libanesischen Kebab hinreissen lassen, vermissen wir doch das feine Essen von Ali und Hatice in der Schweiz. An deren Kebab reicht natürlich die thailändisch-libanesische Version nie heran.

Spannend in Kata ist aber auch, einfach am Strassenrand zu sitzen und den vorbeifahrenden Fahrzeugen zuzuschauen. Taxis, Mini-Bus, bunte Tuk-Tuk, mal ein Jetski geladen, mal ein ganzes Boot, dann ein Pick-Up mit der Ladefläche voller Thais und die unzähligen Scooter (nur Honda und Yamaha), auf denen mal eine, zwei oder drei Personen sitzen, dann plus ein oder zwei Kinder oder auch mal ein Hund. Und die Honda-Scooter mit ihren Erweiterungen aus Armierungseisen, die als Garküchen und «rollende Restaurants» daherkommen. Kinderspiele wie «I gseh öppis, was du ned gsehsch» ersetzen wir hier durch «I gseh no öppis Verrückters as du, ond das esch …».

Es gibt immer viel Neues zu entdecken: Miriam Patrick Nicola Alexis

Ein etwas teurerer Tagesausflug (3500 Baht, d.h. ca. 100 CHF für uns vier und damit eigentlich über unserem Tages-Budget) haben wir uns geleistet, nämlich nach Khai Island und Phi Phi Island.

Morgens um 7.30 Uhr wurden wir in Katanoi von einem Mini-Bus abgeholt, der uns mit anderen Touristen quer über die Insel zum Startpunkt chauffierte. Von dort ging es den ganzen Tag über weiter mit einem Speedboat. Wir steuerten die drei Inseln Khai Island, die unbewohnte Phi Phi Leh Island und die besiedelte Phi Phi Don Island an. Alles in allem wunderschön anzusehen mit den schroffen Felsen, türkisfarbenem Meer und puderweissem Sand. Aber über die Massen an Touristen, die dort täglich mit hunderten von Boten hin gekarrt werden, waren wir dann doch etwas überrascht, ja fast schockiert. Mehrheitlich übrigens Russen und Chinesen.

Auf Khai Island waren die lauten und vergnügungshungrigen Chinesen auf den Jetski für Alexis fast interessanter als die Zebra-Fische im knietiefen, klaren Wasser. Übrigens ebenfalls auf Khai Island: den chinesischen Mann auf dem einen Familienfoto wollten wir eigentlich nur bitten, von uns ein Foto zu machen. Aber das hatte er irgendwie missverstanden und war hin und weg, brabbelte nonstop auf Chinesisch daher und wollte nicht mehr von unserer Seite weichen, so dass er besonders Alexis etwas unheimlich wurde. So ist er eben jetzt mit auf dem Familienfoto und damit ist dieses Erlebnis auch bildlich verewigt.

Welche Erlebnisse uns doch entgehen würden, hätten wir einen Selfie-Stick! So einen scheint hier auf Phuket nämlich fast jeder zu habe. Ist ja auch ganz praktisch, man kann sich in jeglicher künstlichen Pose selber fotografieren und braucht mit niemandem mehr ins Gespräch zu kommen. Was einem da alles entgeht…

Von Phi Phi Island haben wir die Maya Bay besucht, berühmteste Szenerie der Region seit dem Film «The Beach» mit Leonardo di Caprio. Nicola machte an jenem berühmten Strand gleich mal selber auf «Pi-Pi Island», packte schön alles aus und pieselte mitten in den Leuten in die Schaumkrone der ersten Welle. Geschaut hat niemand, zu sehr waren alle (und an jenem Strand waren sie besonders zahlreich) selber mit sich beschäftigt.

Wir sind mit dem Speedboat in die Pileh Lagoon hineingefahren, an den Viking Caves vorbei, an den Monkey Beach, wo sich die Makaken bis fast zu uns zum Schiff hinunter beugten. Auf Phi Phi Don gab es Mittagessen vom Buffet und die Augen unseres Guides Ali, selber ein nicht speziell schmächtiger Thai, weiteten sich beim Anblick der gefüllten Teller von Nicola und Alexis, die sie natürlich leerten, dann noch jeder an die 10 Melonen-Scheiben hinterherschob und schliesslich noch eine Glacé verschlangen. Jaja, die Meeresluft macht hungrig!

Bei dem ziemlich straffen Programm hatten wir an einem Riff doch auch noch Gelegenheit zum Schnorcheln. Die Jungs waren mit Schwimmwesten ausgestattet, selber schwimmen können sie noch nicht. Aber dafür schnorcheln. Alexis konnte schon sehr gut mit der Taucherbrille unter Wasser und durch den Schnorchel atmen (Nicola kann es nach tagelangem Üben im Pool inzwischen auch). Wer weiss, vielleicht werden aus den beiden auch einmal Taucher wie Mami und Papi? Sie sind auf dem besten Weg dazu mit ihrer Begeisterung für die Natur und die Faszination der Unterwasserwelt.

Am späten Nachmittag legten wir mit dem Speedboat im Fischerhafen von Phuket Town an. Ein paar eindrückliche Kähne standen da und warteten geschrubbt und mit gesäuberten Netzen wieder auf den nächsten Fischer-Einsatz. Wir entdeckten auch einige grosse chinesische Fischerboote. Das wiederum fanden wir eher beängstigend, wohin das Reich der Mitte überall seine Finger ausstreckt.

Es war bereits dunkel bei unserer Rückkehr in Katanoi. Zum Nachtessen gab es Sticky Rice aus dem Bambus-Rohr, das wir von einem Strassenverkäufer gekauft hatten. Und schliesslich fielen nach dem ereignisreichen Tag den Zwillingen bald die Augen zu und auch Patrick und ich waren müde und zufrieden nach diesem Tag.

Trotz der überlaufenen Anlegeplätze ein schöner Ausflug! Miriam Patrick Nicola Alexis

Für unsere lange Reise sind zwei Wochen Strandferien in Katanoi genau der richtige Start. Die Bucht von Katanoi ist für Phuket verhältnismässig ruhig, die Zufahrtstrasse endet in einer Sackgasse. Die Vorahnung vom Flughafen, warum wohl alle offiziellen Informationen auch in Russisch angeschrieben sind, bestätigt sich hier: 80% der Touristen sind Russen. Die so gut wie alle im riesigen, Bucht-dominierenden All-Inclusive-Hotel Katathani Resort untergebracht sind.

Wir haben unseren Frieden im kleinen Katanoi Resort, wobei hier das «Resort» mehr vermuten lässt, als es eigentlich hergibt. Ein paar Zimmer in einem Block und vier Bungalows sowie ein kleiner Pool, alles in einer Sackgasse gelegen direkt neben einer grossen Baustelle. Es ist sauber und ruhig und wir fühlen uns sehr wohl.

Die Zwillinge planschen ebenso gerne im kleinen Pool statt im Meer, ist doch am Meer immer alles voller Sand (Nicola). Alexis liebt es, durch das Salzwasser zu jagen und sich von den Wellen herumschwemmen zu lassen. Wir sind jeden Tag am Meer, meistens direkt nach dem Frühstück und gegen Abend wieder auf einen Spaziergang, um zu überprüfen, ob die Flut wirklich all unsere Sand-Bauten weggeschwemmt hat. Zugegeben: die Sand-Festung auf dem einen Foto mit den Wachleuten ist nicht von uns, wir graben eher Löcher oder schütten Sand-Vulkane auf.

Der weisse Sandstrand von Katanoi ist nur ein paar Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt. Er ist beidseitig eingerahmt von Felsen und etwas versteckt in diesen Felsen im Süden haben wir unsere Piraten-Bar entdeckt: ein paar Plastiktische und -stühle sowie Liegestühle direkt im Sand, alles andere ist gebastelt und befestigt mit Schwemmholz und Felsen. Inklusive Piraten-Flagge an der Bar. Mit feinem Thai Food und sehr nettem Personal. Die tätowierten Männer werden von unseren Jungs ehrfürchtig als Piraten betrachtet, schliesslich hängt eine Piratenflagge an der Bar.

Eine grosse Holzschaukel lädt zum Verweilen ein, auf den Felsen lässt sich bei Ebbe prima klettern und nach kleinen Krebsen und Fischen jagen. Und beim grossen Abfallhaufen ein Stück weit weg von der Bar werden regelmässig Riesenwarane gesichtet. Mit einem eisgekühlten Chang-Bier oder einem frischen Ananassaft an der Piraten-Bar, den Blick über die ganze Bucht schweifend, die Augen zusammengekniffen vom Glitzern des Meeres, während sich die Zehen in den warmen Sand graben: das kommt dem Paradies schon sehr nahe.

Die Hauptstrasse von Katanoi ist gesäumt von ein paar Restaurants, einer Hand voll Massage-Salons (die davor wartenden Massage Ladies sind die grössten Fans unserer Zwillinge) und zwei, drei anderen Shops. Alles ganz übersichtlich und uns kannte man schon nach dem ersten Tag. Einerseits, weil wohl nicht sehr viele Nicht-Katathani-All-Inclusive-Touristen im Ort wohnen. Und andererseits wegen der zerkratzten Gesichter unserer Zwillinge. Noch immer rufen uns die Tuk-Tuk-Fahrer feixend «Fighting! Fighting!» oder «Thai Boxing!» zu und zeigen dabei ihr breitestes zahnloses Lachen (übrigens der perfekte Motivator für besseres Zähneputzen bei den Zwillingen – so wollen sie ja nicht aussehen…).

Wir geniessen die frischen Früchte und den leckeren Thai Food sehr, die feinen Düfte von morgens bis in die Nacht wecken beim immer-hungrigen Alexis stets neue Gelüste. Er isst einfach alles, auch an Schärfegraden, bei denen Patrick zwei Mal mit Bier nachspülen muss und die ich längst weit von mir weise. Nur Nicola ist froh, kann er ab und zu auch eine Pizza oder einfach nur «Fried Rice» bestellen. Fried Squid (Tintenfischringe) geht auch immer.

Heute ist noch etwas ganz Besonderes passiert. Wir schlenderten gegen Abend gerade der Hauptstrasse entlang (das dauert immer seine Zeit, bis die Zwillinge alle begrüsst und High-Fives verteilt haben), als plötzlich ein blauer Toyota Pick-Up vorbei fuhr mit nichts Geringerem geladen als einem Elefanten. Wir – schon ganz ortskundig durch das viele Spazieren- wussten natürlich, dass die Hauptstrasse in einer Sackgasse endet. Also nichts wie hinterher, um zu schauen, wohin der Elefant wohl gebracht wird. Und tatsächlich: am Ende der Bucht steht der blaue Toyota Pick-Up und der kleine Elefant wird gerade feierlich hergerichtet, für eine Hochzeit, wie uns der Mahout (Elefantenführer) wissen lässt. Die Elefantendame namens Nancy ist wie die Zwillinge auch 4 Jahre alt und so herzig! Wir kauften schnell für 50 Baht (ca. 1.40 CHF) Bananen und Bambus und durften dies der Elefantendame füttern und sie ausgiebig streicheln und mit ihr kuscheln. Nicola war anfänglich noch ängstlich, Alexis traute sich schnell, die raue Elefantenhaut zu streicheln und Nancy Bananen zu reichen. Ich bekam zum Abschluss noch eine Rüssel-Umarmung und einen -kuss von Nancy. So ein schönes Geschöpf, der Elefant!

Für uns als Familie ist Katanoi perfekt. Und sollte uns in den insgesamt zwei Wochen nach mehr Action sein, sind wir mit dem Tuk-Tuk in zehn Minuten mitten im Getümmel der Nachbarsbucht Kata oder auf einem Tagesausflug etwas weiter weg. Dazu mehr in einem nächsten Bericht.

Vollkommen zufrieden mit dem Reiseauftakt: Miriam Patrick Alexis Nicola

Um 4.45 Uhr klingelt der Wecker. Trotz der kurzen Nacht ist das kein Problem zum Aufstehen für die Zwillinge, sie sind so aufgeregt. Alexis steht schon um 5.15 Uhr mit angeschnalltem Rucksack und Schuhen an vor der Haustüre, er kann die Abreise kaum erwarten.

Noch schnell mit dem Tiger geschmust und es kann losgehen. Bei -5°C verlassen wir unser Zuhause. Für uns ist es vorläufig das letzte Mal Autoscheiben kratzen. Alexis und Nicola fahren mit ihrem Grosi und Goi, Patrick und ich geniessen die 20-minütige Autofahrt in andächtiger Ruhe. Am Bahnhof in Aarau warten bereits Patricks Eltern. Inzwischen sind Nicola und Alexis so aufgekratzt, dass sie kaum mehr mit den Grosseltern für ein Foto posieren mögen. Als schliesslich der Zug einfährt, lösen sich die Tränen – zumindest bei mir. Auch alle vier Grosseltern haben feuchte Augen, als sie uns vom Perron aus zum Zugfenster nachwinken. Und schon sind wir weg.

Zug Aarau – Zürich HB – Zürich Flughafen

Und bereits wie in einer anderen Welt, wenn wir in die griesgrämigen Pendler-Gesichter um uns herumschauen, deren starrer Blick in Bildschirme gerichtet ist und nur ab und zu wegen eines Ausrufes der Zwillinge verärgert zu uns herüber schweift. Eigentlich hatten wir extra eine direkte Zugverbindung zum Flughafen Zürich gewählt. Aber ausgerechnet heute gibt es eine Änderung und wir müssen am Hauptbahnhof umsteigen. Zum Glück haben wir nur zwei grosse Rucksäcke mit dabei.

Diese sind am Flughafen Zürich auch schnell abgegeben am Drop-Off, eingecheckt hatten wir schon am Vorabend online. Patricks Bruder Chregi wartet bereits auf uns und die Zwillinge sind sehr aufgeregt. Später kommen auch noch Patricks jüngster Bruder mit seiner Familie dazu: Tamara, der kleine Nevio und die knapp 2-Wochen alte Giulia, Patricks Gotti-Meitli. Wieder ist es Alexis, der uns zum Aufbruch drängt. Schliesslich will er endlich seinen Pass zeigen können. Noch einmal fliessen Tränen, diesmal bin ich mit Tamara in guter sentimentaler Gesellschaft.

Nun sind wir aber wirklich weg von unseren Liebsten. Dachten wir zumindest, denn am Gate erwartet uns zu unserer grossen Überraschung noch René, der bei der Flughafen-Feuerwehr arbeitet. Er überbringt uns letzte Abschiedsgrüsse von der ganzen Familie mit Evelyne und Lars und Sven.

Nun aber wirklich, es heisst einsteigen in die Boeing 787. Bis wir aber vom Schweizer Boden abheben, dauert es weitere 1.5 Stunden, denn erst müssen noch die Tragflächen enteist und danach ein Problem mit einer Tür behoben werden.

Flug Zürich – Doha – Phuket

Die Zeit im Flugzeug in der neuen pädagogisch unkorrekten Masseinheit «On-Board-Entertainment», wobei ein Film ca. 1.5 Stunden entspricht:

  • Film «Findet Nemo»: reicht gerade während dem Enteisen und der Tür-Reparatur bis zum Start
  • Filme «Pets» und «Cars» sowie Mittagessen und eine kurze Siesta und schon sind 5 Stunden und 15 Minuten Flugzeit vorbei.

Durch den verspäteten Abflug bleibt uns von den eigentlichen drei Stunden am Flughafen Doha nur noch knapp die Zeit, im Laufschritt vom einen Gate zum anderen zu marschieren. Und schon können wir ins nächste Flugzeug einsteigen, diesmal ein Airbus A330, «chli e Gruebe», wie Nicola fachmännisch anmerkt, und Alexis enttäuscht darüber ist, dass das «On-Board-Entertainment» über keine Touch-Screen-Funktion mehr verfügt. Trotzdem:

  • Film «Pets» (kann man wegen der lustigen dicken Tiger-Katze nicht genug schauen)
  • Film «Cars» (die kindliche Faszination dieses Filmes entzieht sich unserem Verständnis)
  • Film «Rio» (immer wieder gut)
  • Ein paar angefangene Filme sowie fein Nachtessen und sehr Mühe mit Einschlafen, obwohl wir bei Nicolas enthusiastischem «Can I have a Coca Cola, please?» zur Flight Attendant noch rechtzeitig einschreiten konnten. Auch diese 6 Stunden und 40 Minuten Flugzeit gehen gut vorüber.

Taxi-Fahrt Flughafen Phuket – Katanoi Bay

Das Aussteigen um 6.45 Uhr (+ 7 Stunden zur MEZ) Ortszeit gestaltet sich dann etwas quengelig, zumal die rund 90 % türkischer Passagiere keine Rücksicht nahmen auf übermüdete Vierjährige und an der Immigration ungeniert vorbei drängelten. Das Foto am Immigration-Schalter (Quiz-Frage: warum ist alles in den folgenden Sprachen beschriftet: Englisch, Thai, Russisch, Chinesisch. Vorahnung…) schafften wir noch knapp ohne Tränen. Und zum Glück auch ohne Pipi-Unfall. Nicola hat das Faible, jeweils in Toiletten-Nähe genau nicht zu müssen, dafür in langen Warteschlangen / Auto / während des Essens immer super dringend).

Unsere Rucksäcke liegen neben dem Gepäckband, die anderen Koffer-Passagiere schenken zwei Rucksäcken nicht viel Beachtung, das ist gut so. Am Ausgang schlagen uns schon am Morgen früh 25°C und eine klebrige Luftfeuchtigkeit entgegen. Herrlich!

Wir lassen uns von einem Taxi zum anderen Ende von Phuket chauffieren bis zur Katanoi Bay, eine kleine, für Phuket-Verhältnisse eher kleinere und ruhige Bucht. Die nicht-Kindersitz-gesicherten Zwillinge knien auf dem Rücksitz und ihr Gesicht klebt an der Scheibe. Sie staunen über vorbeibrausende Mopeds («ohni Helm!»), struppige Strassenhunde und eingeschlammte Wasserbüffel am Wegrand. Ihre Müdigkeit ist wie weggeblasen. Und bei Patrick und mir macht sich beim Anblick der belebten Strassen, Verkehrschaos und Stromleitungsgewirr so langsam das Reise-Glücksgefühl breit.

In Katanoi bewohnen wir in einer Sackgasse direkt neben einer Baustelle (so etwas hat die Zwillinge ja noch nie gestört) ein Bungalow mit zwei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad (hier genannt «Villa»). Für uns ist es perfekt. Ein paar Schritte daneben steht uns sowie den anderen Gästen ein kleiner Pool zur Verfügung und in fünf Minuten sind wir zu Fuss am Sandstrand. Hier können wir sehr gut die zwei folgenden Wochen bleiben!

Ändlech weder onderwägs: Miriam Patrick

DWäut esch sooooooo schön: Nicola und Alexis