Heimkehr in die Schweiz

Nach exakt 170 Tagen unterwegs setzten wir am Sonntag, 28. Mai 2017 wieder den ersten Fuss auf Schweizer Boden. Dieser letzte der insgesamt 21 Flüge auf unserer Familienreise war der angenehmste und schönste. Es ist eben schon ein Unterschied, ob man asiatische Billig-Airlines fliegt oder mit einem Schweizerischen Traditionsunternehmen wie Swiss. Natürlich auch kostenmässig, aber der Abschluss einer solchen Reise sollte ja ruhig «krönend» sein.

Während Nicola und Alexis sofort gefesselt waren vom Onboard-Entertainment, sippten Patrick und ich erst einmal Champagner. Diese Flasche wurde uns vom Maître de Cabine zusammen mit einer Schachtel feinste Schweizer Pralinen und einem Brief überreicht: «e chliini Überraschig für Sie». Der Brief gab zwar nicht Aufschluss, von wem die Überraschung stammte, aber wir hatten da unsere Vermutung, die sich nach der Landung auch gleich bestätigte. Danke, Matt und Sandra!

Einige Filme, Getränke und Menüs später landeten wir nach elfeinhalb Stunden mit zwei schlafenden Jungs und Blick auf die Abendsonne in Zürich. Lange angestanden am Zoll (wobei wir uns bereits wieder wundern konnten, wie schnell sich die Schweizer über ein bisschen Wartezeit gleich lautstark aufregen), noch kurz auf die Toiletten gehuscht, unser Gepäck auf einen Wagen gehievt und wir waren bereit, in unser Schweizer Leben zurück zu kehren. Noch ein letztes Mal hielten wir uns alle an den Händen fest, um uns das Ende unserer Reise ganz bewusst zu sein. Wir hatten unsere grosse Familienreise geschafft! Und zwar alle vier unbeschadet, gesund, glücklich und von Abenteuer und der Weite der Welt erfüllt. Tief durchatmen und los Richtung Ausgang.

Angekommen

Mit Herzklopfen traten wir aus der Arrival- Tür heraus und waren erst einmal überwältigt von den vielen Menschen, die extra für uns nach Zürich gereist waren. Oma und Opa sowie Grosi und Goi standen natürlich ganz vorne an der Absperrung. Dann waren die beiden Gottis von Nicola und Alexis da mit ihren ganzen Familien, mit ihnen meine zwei Gotti-Mädchen Malea und Ellen. Mätthu, Sandra und Lou standen da, meine lieben Freundinnen Danielle und Stephy mit Mama Sophia. Freudentränen flossen, Küsse wurden ausgetauscht, einander in der Umarmung fast nicht mehr losgelassen. Mit Rivella, Schoggi und anderen Schweizer Köstlichkeiten sowie Blumen und liebe Brieflein wurden wir sogleich reicht beschenkt.

Alexis und Nicola versteckten sich zuerst hinter mir, tauten dann aber schnell auf und rannten bald schon wieder auf und ab in der ganzen Aufregung am Flughafen. Die Müdigkeit durch die Zeitverschiebung (Thai-Zeit wäre es längst nach Mitternacht gewesen) war wie weggeblasen.

Heimgekommen

Unsere Familie wurde aufgeteilt in den Autos von Oma/Opa und Grosi/Goi und so fuhren wir noch die rund eine Stunde nach Hause. Wo mit Eliane und Hans-Jörg noch weitere Freunde auf uns warteten. Der Hund Raya flippte fast aus bei unserem Anblick. Die Katzen versteckten sich noch aufgeschreckt und kamen erst später hervor, als etwas Ruhe eingekehrt war. Das sollte aber noch eine Weile dauern, denn ein reichhaltiger Apéro mit feinstem Käse und knusprigem Brot war für uns vorbereitet worden. Dazu die an eben diesem Tag gepflückten Erdbeeren frisch vom Feld, so fein!

Nicola und Alexis verschwanden erst einmal in ihre Zimmer. In ihrer kurzzeitigen Überforderung mit dem Überfluss wurden alle Kuscheltiere und Spielsachen einfach hervorgerissen und im Minutentakt zwischen spielen, bauen, anschauen und hüpfen hin- und hergeschwankt. Selbst als unsere Willkommensgäste sich verabschiedet hatten, dauerte es noch eine Weile, bis bei uns im Hause Ruhe einkehrte. Halb begraben unter Kuscheltieren und anderen Spielsachen im Bett schliefen die Zwillinge schliesslich um fast Mitternacht (Thai-Zeit wäre es schon fast Morgengrauen gewesen) ein.

Patrick und ich waren zu dem Zeitpunkt 24 Stunden wach und wir lauschten andächtig der Stille in unserem Haus. Kein Summen der Klima-Anlage, kein Strassenlärm oder vorbeidüsendes Moped… nach ein paar Wochen Asien kann einem das richtig gespenstisch vorkommen. Und trotzdem waren wir gefühlsmässig in unserem schönen Zuhause sofort wieder «daheim».

Während Alexis und Nicola auch an den nächsten zwei Tagen noch zwischen ihren Spielsachen und Velos hin- und hereilten, räumten wir erst einmal aus und auf. Waschmaschinenladungen trockneten in der Sommersonne. Währenddessen konnten Mützen, Handschuhe und Winterjacken an der Garderobe weggeräumt (Zeitstillstand von unserer Abreise im Dezember) und der Kleiderschrank der Jungs konnte ausgeräumt werden. Inzwischen sind die beiden definitiv bei Grösse 116 angekommen und die Kleider von vergangenem Herbst/Winter geschweige denn Sommer passen nicht mehr.

Unsere Pässe mit den Ein- und Ausreisestempeln aus den vielen Ländern sind nun vorläufig wieder in der entsprechenden Box weggepackt. Einkaufen mussten wir noch nicht gross, denn liebe Seelen hatten unseren Kühlschrank mit allerlei Köstlichkeiten gefüllt. Wie verwöhnt wir doch sind! Vielen herzlichen Dank!

Wir durchforsteten unsere Post, die auch einige herzliche Willkommens-Überraschungen für uns bereithielt, und packten die zwei Pakete aus Malaysia und das eine aus Neuseeland aus. Wie Weihnachten! Zwei Pakete – aus Vietnam und Laos – sind seit April noch irgendwo unterwegs per See-Fracht. Doch diese kommen hoffentlich auch noch bald an, beinhalten sie doch noch einige Geschenke für unsere Liebsten und Souvenirs für uns.

Wieder am Flughafen

«Gömer weder ufene Reis?» und «Müemer de Pass ou metnäh?» lauteten die Fragen unserer Zwillinge, als wir nur drei Tage nach unserer Ankunft wieder Richtung Flughafen Zürich aufbrachen. Doch diesmal standen wir auf der anderen Seite am Arrival. Götti Oliver, der sieben Monate unterwegs war und den wir seit unserer gemeinsamen Tour in Neuseeland nicht mehr gesehen hatte, kehrte aus Japan heim. Alexis und Nicola hüpften aufgeregt umher und auch Patrick und ich durchliefen noch einmal die Emotionen von unserer Ankunft.

Zu Hause in Bottenwil (Götti Oliver wohnt praktischerweise zwischen seinen Reisen auch da) gab es dann wie gewünscht vom Götti das erste Raclette. Das konnten wir bei uns draussen auf der Terrasse geniessen und die letzten Reise-Erlebnisse austauschen.

Wieder im Alltag

Für mich hat das Arbeitsleben bereits wieder begonnen, was aber absolut kein Motivationsproblem ist bei dem herzlichen Empfang. Patrick kümmert sich neben der Job-Suche um die Zwillinge und geniesst so nebenbei auch den schönen Sommer in der Schweiz.

Thailand, Malaysia, Indonesien, Neuseeland, Australien, Kambodscha, Vietnam, Laos und Myanmar: irgendwann werden unsere Reiseabenteuer in Foto- und Fotobuchform unser Zuhause schmücken. In unserem Herzen sind noch viel mehr Bilder und Emotionen aus diesen Ländern und unserem Zusammensein verankert. Und diese werden immer bleiben, wenn man die Erinnerungen nur regelmässig wieder ein wenig aufwärmt.

Travelling: it leaves you speechless, then turns you into a storyteller.

Thank you, life: Miriam Patrick Nicola Alexis

Letzte Tage in Bangkok

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir die Tage bis zu unserer Abreise gezählt. Nun sind unsere sechs Monate Familien-Reiseauszeit fast vorbei, heute ist unser letzter Abend in Thailand.

Zugegeben, die letzten Tage in Bangkok haben wir nicht mehr wirklich Grossartiges auf die Beine gestellt. Noch einmal im Tuk-Tuk durch die Stadt gedüst und Abgase eingeatmet. Da einen Markt besucht, dort im Shopping-Center noch ein paar Souvenirs und letzte Geschenke eingekauft. Für je 6 CHF noch ein letztes Mal in die Manicure und Pedicure, für 12 CHF eine Stunde in die Massage. Wir haben Nicolas Sandalen und meine Hose flicken lassen von Alles-Könnern der Strasse. Und letzte Baht-Münzen den Kindern überlassen, damit sie diese den Menschen entlang der Strasse in den hochgehaltenen Pappbecher werfen konnten.

Am Hotel-Pool herumgesessen, so oft getragene Kleider zum Verschenken aus-, Einkäufe in die Rucksäcke einsortiert. Letzte Mango- und Maracuja-Shakes genossen und die letzte frische Kokosnuss geschlürft und ausgekratzt. Noch einmal leckeren Thai-Streetfood gegessen. Und Sushi, denn da unsere Jungs genau wie der Papa am liebsten Sashimi vom Edelfisch mögen, würde uns ein Besuch im Sushi-Restaurant daheim in der Schweiz fast ruinieren.

Nicht, dass sich bei uns ein Reise-Blues breitgemacht hätte. Aber so nahe an der Heimreise sinkt die Motivation zum Organisieren sowie Neues, Aufwändiges anreissen – mit Kindern sowieso. Sie sehen den Unterschied nicht zwischen dem Floating Market in Kambodscha oder in Thailand. Für sie ist ein goldener Palast auch einfach wieder ein Tempel. Ob dort ein ihnen unbekannter König gehaust hat oder nicht, spielt keine Rolle. Wir fühlen uns alle vier reich und gesättigt an Eindrücken der letzten Reisemonate.

Schweiz, wir kommen

Das Taxi für morgen früh zum Flughafen ist organisiert, der 11.5-Stunden-Flug mit Swiss bestätigt. In der Schweiz wissen unsere Liebsten, wann am Zürich Flughafen die Kuhglocken geschwungen werden sollen und gejodelt werden darf (nur ein Scherz – bitte nicht…).

Wie fühlt sich das an? Traurig? Wehmütig? Froh? Wofür seid ihr dankbar? Worauf freut ihr euch am meisten? Das werden wir nun von allen Seiten gefragt. Sicher ein Mix von allem. Traurig, weil diese sechs Monate intensivste Familienzeit fast vorbei sind und wehmütig, weil sich das so bald nicht mehr wiederholen lassen wird.

Dankbar, weil wir das Backpacker-Reisegefühl zusammen mit unseren Kindern erleben und so viele neue wunderschöne Orte kennenlernen durften. Aber wir sind auch froh, dem Reisen vorläufig «zu entkommen», weil Reisen mit Kindern und das Rund-um-Die-Uhr-Zusammensein einfach auch sehr anstrengend ist.

Jetzt freuen wir uns auf Zuhause, wo wir in der glücklichen Lage sind, ein Leben zu haben, aus dem wir nicht in den Ferien oder eben aus Reisen flüchten müssen. Wir haben ein wunderschönes Daheim, ein Haus umgeben von Wald und Wiese, wo wir uns sehr wohl fühlen. Wo oft geliebte Menschen zu Besuch kommen oder wir schnell bei ihnen sind. Wo auch Tiere daheim sind, die uns sehr am Herzen liegen.

Home is where your heart is, heisst es so schön. Auch wenn wir vier als engste Familie auf dieser Reise noch näher zusammengewachsen sind und wir wissen, dass wir überall auf der Welt zusammen bestehen und so zufrieden sein können: es ist gerade mit Kindern schön, sind noch mehr Menschen um uns herum, mit denen sich die kleinen und grossen Momente teilen lassen. Die uns als Menschen schon lange kennen und schätzen, genau so, wie wir sind. Solche Menschen – nebst den regelmässigen Horizonterweiterungen in Form von Reisen 😉 – sind der Reichtum des Lebens.

Ihr Lieben zu Hause in der Schweiz, wir freuen uns riesig auf euch! Und ihr Lieben überall auf der Welt: schön, dass ihr auch immer dabei seid, ganz egal, wo wir uns gerade herumtreiben!

Dankbar und vorfreudig auf die Heimkehr: Miriam Patrick Nicola Alexis

Mit (unseren) Kindern (wieder) in Thailand

Bereits drei Einreisestempel von Thailand zieren den Pass unserer Zwillinge. Wobei unser erster Besuch im Land des Lächelns schon sehr lange her scheint. Seit dem Beginn unserer Reise im Dezember sind auch Nicola und Alexis einen weiten Weg gegangen – und dies nicht nur geografisch.

Während Alexis vor fünf Monaten noch mit «Schissgagu» und Abweisung auf die Aufmerksamkeiten der Thais reagierte, ist er heute diesbezüglich lockerer. Zugegebenermassen auch im Eigeninteresse, denn die Bonbons, die ihm von den freundlichen Thailändern meistens zugesteckt werden, mag er sehr gerne. Doch das Interesse gilt dann schnell einmal mehr dem Handy als der Person. Diese Handy-Fixierung seit Vietnam ist eine Phase, die sich bei unseren Jungs hoffentlich daheim in der Schweiz wieder legen wird. Zwar haben wir den «Deal» mit ihnen, dass sie bei Kindern einen Blick auf den Bildschirm werfen dürfen, bei Erwachsenen hingegen nicht. Das funktioniert aber mehr schlecht als recht, da vor allem im städtischen Thailand wirklich so gut wie jeder das Handy permanent in der Hand hält und damit auch gerne Kinder «anlockt».

Nicola erfreut sich beim Reisen sehr an den Fremdsprachen. Selbst in sein Spielen mischen sich immer mehr Englisch und Hochdeutsch. Und er kennt keine Scheu, auf Englisch-Kauderwelsch einfach mit jemandem drauflos zu plappern. Dieses in kurzer Zeit so schnell erlernte Basis-Englisch unserer Zwillinge möchten wir gerne in der Schweiz beibehalten, bis in ein paar Jahren das Englisch in der Schule kommen wird. Aber wie? Hat jemand eine gute Idee?

Bei Nicola und Alexis ist seit Koh Samui die Faszination für Kickboxen à la Muay Thai da. Sie haben neuerdings sogar angefangen, am Morgen direkt nach dem Aufstehen oder spätestens nach dem Frühstück noch ein paar Liegestützen oder Rumpfbeugen zu machen, wie sie das im Muay Thai Training am Lamai Beach gesehen hatten. Danach wird gegenseitig jeweils fachmännisch die Bizeps-Härte und die «Brust-Grösse» geprüft. Superman, Batman und Hulk, wie sie in Thailand gerne auf Jungen-Kleidung getragen werden, haben schliesslich auch grosse Brüste.

In den vergangenen knapp sechs Monaten sind unsere Zwillinge auch richtig gute Schwimmer und Taucher geworden, wobei beide immer den Pool dem Meer vorziehen. Cheibe Salzwasser! Poollängen werden problemlos geschwommen, ganze Poolbreiten getaucht. Alexis taucht gerne unter den Beinen durch, Nicola am liebsten mit Kopfsprung direkt zum Poolgrund, um dort das vorher hineingeworfene Taschenmesser wieder herauf zu holen. Da lohnt sich daheim dann das Abo in der Bottenwiler Badi!

Distance makes the heart grow fonder
Je länger wir unterwegs sind, umso langsamer ist unser Reisen geworden. Es ist für alle Beteiligten einfacher, mehrere Tage in der gleichen Unterkunft zu bleiben und sich erst einmal nicht zu viel vorzunehmen. Bei uns ist und bleibt es so, dass es unseren Kindern in der Natur immer besser gefällt und sich Aufenthalte in Grossstädten eher schwierig gestalten. So haben wir insbesondere in Bangkok darauf geachtet, nicht zu viel Shopping oder Sightseeing-Programm zu machen und immer wieder «Verschnaufpausen» am Hotel-Pool einzulegen. Auch Tuk-Tuk-Fahrten brachten Abwechslung, man sieht immer wieder etwas Neues. Und der Lauf-Muffel Nicola konnte damit immer gut motiviert werden.

Während unserer letzten Tage in Thailand ist natürlich auch die Heimat wieder mehr in den Vordergrund gerückt und die Nächte bis zum Heimflug werden gezählt. «No drü Mou schlofe», heisst es heute. Alexis freut sich aktuell am meisten auf das nonstop On-Board-Entertainment im Flugzeug («I luege de nome Föume ond schlofe de gar nüt») und Nicola auf seine Spielsachen daheim. Danach kommen in der Reihenfolge zuerst der Hund Raya und die Katzen. Nicht persönlich nehmen, liebe Grosseltern!

Kinder leben so sehr im Moment, da sind unsere keine Ausnahme. Und wenn uns dann unsere Liebsten am Sonntagabend am Flughafen erwarten oder uns in den kommenden Tagen besuchen, werden Alexis und Nicola sicher genau so vorfreudig aufgeregt und glücklich über das Wiedersehen sein wie wir! Distance makes the heart grow fonder – das Herz wächst mit der Entfernung: dies haben unsere Kinder auf der Reise nicht gelernt, dazu braucht es wohl noch ein paar Jahre mehr.


Aus der Apotheke gebraucht haben wir
(ziemlich viel):
In Chiang Mai und Pai:
– Rescue-Tropfen von Bach nach der Massenpanik in Chiang Mai
– Fenistil und Feniallerg bei den zwei Bienenstichen von Nicola
– Similisan-Chügeli «Grippe und Erkältung» bei Nicola und Alexis
– Umckulaboe und Similisan-Chügeli «Grippe und Erkältung» bei Miriam
– Mebucaine bei den Halsschmerzen von Miriam
– Floxal UD Antibiotische Augentropfen gegen die Augenentzündung von Patrick
In Koh Samui und Koh Phangan:
– Merfenspray und Hansaplast-Spray bei Fusswunden von Nicola und Alexis
– Zugsalbe bei eingetretenen Stacheln im Fuss von Miriam
– Rinosedin Nasentropfen für verstopfte Nase von Nicola vor dem Flug


Aus dem Reisealltag

Zukunftspläne der Zwillinge
Nicola: Alexis, gäu, mer gönd spöter ou mou i Soudat.
Alexis: Jo, dört chöme mer de es nöis Sackmässer öber. I ha jo mis verlore zVietnam.
Nicola: Osser wenn mer säge, mer händ Angscht vor Gwehr, de müemer ned i Soudat.
Alexis: Aber mer händ jo ned Anscht vor Gwehr, gäu? Mer händ gärn Gwehr, gäu?
Nicola: Jo secher! Mer händ jo ou scho e Gümmeli-Pistole ond e Water Gun!
Alexis: Ond wenn mer de säuber Gäud händ, choufe mer e Chügeli-Pistole.

Beim Muay Thai Camp
Alexis: Mami, düend Froue ou gärn Boxe?
Miriam: Es get secher Froue, wo ou gärn düend boxe. Aber ig ned.
Alexis: Duesch du ned gärn Füscht gäh?
Miriam: Nei, i be lieber lieb.
Alexis: Du hesch haut lieber gärn Fee, gäu?
Miriam: Oder so, genau.

Im Pool
Alexis (probiert Klimmzüge am Geländer): Wo get das Muskle, Papi?
Patrick: Öberau.
Alexis: De wotti am Chopf!

Im Hotel
Alexis: Mami, gömer weder mou nach Bagan?
Miriam: Nöchschtens äuä gad nöm, aber du chasch jo spöter mou elei go. Hets der zBagan de so guet gfaue?
Alexis: Jo. I wett weder mou dört äne go.
Miriam: Was het der de zBagan so guet gfaue?
Alexis: DFroue.

Beim Früchtestand
Nicola: Nähme mer ou weder Orambutans? I ha soooo gärn Orambutans!
Miriam: Rambutan heisse sie. Ond jo, mer chöne ou weder vo dene näh.

Am Strand – auch nach sechs Monaten noch die alte Leier
Strandverkäufer-Lady: Where do you come from?
Miriam: From Switzerland.
Strandverkäufer-Lady: Very white skiiiin! Beautifuuuul!

Am Strand – mal eine ganz neue Leier
Fuss-Pflege-Lady (zu Patrick): Want foot scrub? Very good!
Patrick: No, thank you!
Fuss-Pflege-Lady (ganz aufgeregt): But you foot like elephant! I scrub one kilo!!
Patrick: It is ok, good to walk barefoot.
Fuss-Pflege-Lady (gibt nicht auf): I also manicure nail. Show me finger!
Patrick: No!
Fuss-Pflege-Lady (schnappt sich eine Hand): Very long nail! I cut! Very cheap for you!
Patrick: No, thank you!
Fuss-Pflege-Lady (noch aufgeregter): But you real man! No lady boy with long nail!

Am Strand
Nicola (zur Strandbar-Lady): Where is the Alexis? You see the Alexis?

Auf der Strasse
Nicola (zum Strassenhund): Go away, dog! Go jetzt ändlech away!

Auf der Strasse
Tuk-Tuk-Fahrer: You need tuk-tuk?
Nicola: No, we have an anders tuk-tuk.

Vor dem Einschlafen
Nicola: Jetzt redi de met de dOma ond em Opa ame Englisch, wenn mer in Erlinsbach send.

Am Strand
Alexis: I grabe jetzt es Loch dor dWäut bes nach Bottewiu ond de rüefi dört dore em Goi, dass mer gli heichöme!

Koh Phangan

Full Moon Party – dafür ist Koh Phangan bekannt und berüchtigt. So kam es, dass wir zum ersten Mal den Mondkalender für unsere Reiseplanung konsultierten. Und beruhigt in den Neumond-Zeitabschnitt eine Unterkunft buchten im Nordwesten der Insel. Die Parties finden vor allem an den Stränden im Südosten Koh Phangans statt.

Bereits auf der Überfahrt mit der Fähre, wo Patrick und ich zwischen den Backpackern den Altersdurchschnitt weiter in die Höhe trieben als unsere Zwillinge diesen nach unten, hörten wir aber schnell heraus, dass es zwischen den Vollmondnächten nicht weniger ruhig zu und her gehen sollte auf Koh Phangan. Denn die Party-Gänger sind nicht nur zum Vollmond unterwegs, sondern es finden auch nicht weniger wilde Half Moon und Quarter Moon Parties statt. Dazu kommen noch die Jungle Party, Mountain Party, Waterfall Party und so weiter. Oder anders: es findet sich auf Koh Phangan jederzeit ein Grund, an einer Party auszurasten. Natürlich immer noch mit entsprechenden Tagen zum Warm-up und Cool Down.

Koh Phangan fernab von Party

Obwohl es sicher einzigartig sein muss, in paradiesischer Inselkulisse am Strand oder im Dschungel zu Techno-Beats zu tanzen, während über dem Meer der riesige Vollmond aufgeht: es gibt auch ein familienfreundliches Koh Phangan ohne nächtliche Ausschweifungen und Party-Überresten am Strand. So leisteten wir uns wieder einmal eine etwas bessere Unterkunft mit zwei grossen klimatisierten Schlafzimmern und eigenen Badezimmern, alles sicher und pieksauber mit täglichem Reinigungsservice, frischen Hand- und Strandtüchern, grosser Terrasse und Pool zum Mitbenutzen.

Das Phangan Akuna Hotel liegt jedoch nicht am Strand, sondern im Innern der Insel. Was für uns kein Problem darstellte, denn die 19 km lange und 12 km breite Insel schreit förmlich nach dem neuen Lieblings-Transportmittel unserer Jungs: Scooter. So waren wir fast jeden Tag mit zwei Scootern auf Erkundigungstour kreuz und quer über die Insel.

Thong Sala, den Hauptort mit dem grössten Hafen, haben wir nur zum Einkaufen und als Strassenknotenpunkt besucht. Ausserhalb von Thong Sala herrschte nicht viel Verkehr und auf abgelegenen Strassen sprang auch einmal eine Affenbande über die Strasse. Die Inselmitte von Koh Phangan ist recht hügelig und verwachsen. Dort kurvten wir auf und ab, vorbei an dichtem Wald, Elefanten-Camp, kleinen Cafés und Hinweis-Schilder für Wasserfälle. Mal fiel der Weg irgendwo steil ab, ein anderes Mal war der halbe Berghang darauf geschwemmt oder die Strasse befand sich im Bau, wobei burmanesische Arbeiter den flüssigen Teer mit blossen Händen in die Spalten drückten. Überhaupt war für uns überraschend, dass wir im Hotel- und Gastgewerbe sowie eben auf dem Bau fast nur Gastarbeiter aus Myanmar sahen. Die Thais schienen uns fast in der Minderzahl.

Jetzt in der Low Season sind nicht nur viele Resorts und Restaurants leer oder bleiben gar geschlossen, sondern die Strände können auch sehr einsam sein. Vor allem am früheren Vormittag, wenn die Party-Gänger ausschliefen. Wir Frühaufsteher mit Kindern waren um 10 Uhr morgens oftmals die ersten am Strand. Übrigens immer ausgerüstet mit reichlich tropischen Früchten, wobei die Mangos, Ananas, Maracujas, Melonen, Rambutan, Litschis und Bananen jeweils spätestens nach dem Mittag weggeputzt waren.

Palmen, Strand, Meer, Sonne

Jeden Tag haben wir mit dem Scooter einen anderen Strand angesteuert. Wenn uns einer nicht gefiel oder zu wenig Schattenplatz bot, sind wir mit dem Scooter eben noch weiter gefahren. Srithanu Beach, Haad Salad, Haad Khom (unser Lieblingsstrand, winzig und einsam), Bottle Beach, Hadet Beach, Thong Nai Pan und Thong Nai Pan Noi (unser Lieblingsmeer, glasklares Wasser mit reinem Sandgrund) – ein Strand schöner als der andere. Thong Nai Pan Noi hatten wir an unserem letzten Tag entdeckt und dort wir so lange wie sonst nie geblieben. Was aber sicher auch an der spiel- und gesprächsfreundlichen Gesellschaft der Familie Schneider aus Deutschland liegen mag. Ihre zwei Jungs Justus und Jonis haben sich bestens mit Nicola und Alexis verstanden und Wellen jagen und Sandburg bauen mach zu dritt oder viert noch mehr Spass.

Koh Phangan hat sich heute Abend mit einem beinahe dramatischen Sonnenuntergang verabschiedet, als wir auf dem Weg in unser Lieblingsrestaurant auf der Insel waren: das Restaurant Lemongrass in Chaloklum. Bei Meen und ihren Helferinnen haben wir den feinsten Som Tam (grüner Papayasalat), das leckerste Pad Thai (Nudelgericht) und das köstlichste Green Curry with Shrimps gegessen.

Morgen fahren wir mit dem Taxi zum Hafen in Tong Sala, die Fähre bringt uns nach Koh Samui und von dort fliegen wir am Nachmittag nach Bangkok. Dies wird dann die letzte Station auf unserer Reise sein vor dem Heimflug.

Noch einmal richtig viel Sonne, Strand und Meer getankt: Miriam Patrick Nicola Alexis

Koh Samui – Lamai Beach

Wir sind wieder in Thailand – wie zu Beginn unserer grossen Familienreise und einmal zwischendrin. Diesmal sind wir mit Bangkok Airways von Mandalay über Bangkok nach Koh Samui geflogen und zum ersten Mal bei einem günstigen Flug konnte das Gepäck sogar durchgecheckt und wir in Bangkok durch den Transfer geschleust werden. Mit der Taxi-Fahrt, zwei kurzen Flügen und Mini-Bus zum Hotel sowie all den Wartezeiten dazwischen hat die Reise aber trotzdem einen ganzen Tag in Anspruch genommen.

Es war bereits dunkel, als wir unser Familien-Bungalow im Varinda Garden Resort bezogen. Mit mässiger Begeisterung. Zwar preislich ein Schnäppchen und die hippie-mässige kunterbunte Unterkunft mit einem verspielten Garten und Pool sympatisch für unsere Kinder, aber die vielen Hunde überall in der Anlage und der für Thailand ungewohnt gleichgültige Empfang an der Reception nicht besonders toll. Was aber gar nicht geht, sind müffelnde Betten und Kissen, so dass gegen Reiseende doch noch einmal unser Seidenschlafsack zum Einsatz kam.

Am nächsten Morgen offenbarte sich aber direkt von unserer Terrasse ein herrlicher Blick über den ganzen Lamai Beach. Dort verbrachten wir fortan auch die Tage mit «Sünnele» oder eher «Schättele» auf den Sonnenliegen, mit den Füssen im warmen Sand graben, uns schwerelos vom 26°C warmen Meereswasser tragen lassen. Die Zwillinge planschten und schwammen unermüdlich im Meer, wobei Alexis auch gerne tauchte und Nicola auf Salzwasser im Gesicht jedes Mal mit einem Schreianfall «Maaaaamiiiiii, i gseh nüt meeeeeeh!» reagierte. Die Jungs kletterten über Felsen, fingen Krebse und angelten nach kleinen Fischen und gruben Löcher in den Sand.

Am Nachmittag kehrten wir jeweils ins Hotel zurück an den Pool und zogen am Abend noch einmal los an die während der Low Season nicht sehr volle Strasse hinter dem Strand. Dort mussten wir uns zuerst zwar immer an den Girl- und Gogo-Bars vorbeikämpfen. Nicola und Alexis machen ja noch keinen Unterschied, wer wie viel Haut zeigt und ihnen winkt oder zuruft. So bekam auch der offensichtlichste Lady-Boy ein Küsschen zugeschickt.

Am meisten begeistert waren unsere Jungs, dass unser Fussweg Richtung Strand auch immer am Muay Thai Boxing Camp vorbeiführte. Zwar sahen wir nie einen richtigen Kampf, aber schon die testosterongeschwängerte Luft bei einem Training reichte bereits aus für eine grosse Jungen-Faszination. Hingegen ich hätte zum Ausgleich am liebsten den nächsten Hello-Kitty-Laden gestürmt oder mich im Einhorn-Cafe in einen flauschigen Sitz gedrückt und Harfenklängen gelauscht. Aber als Zwillingsbuben-Mami musste ich mich einmal mehr der Mehrheit fügen. Alexis und Nicola durften Boxhandschuhe anziehen und selber ein paar Fäuste verteilen. Beim schweisstreibenden und ziemlich aggressiven «Advanced Training» wurde ihnen aber auch angst und bange und sie wollten plötzlich sehr schnell freiwillig weiter.

Ursprünglich wollten wir auf eigene Faust mit Scootern noch Koh Samui erkundigen, haben es aber schliesslich nicht getan, sondern die Zeit nur am Meer und am Pool verbracht. Ausserdem die schmackhaftesten Mangos, Ananas, Passionsfrüchte, Wassermelonen und Kokosnüsse von ganz Südostasien genossen. Und wir hatten uns während der letzten Monate wirklich in ein paar Ländern durch das ganze Früchteangebot gegessen. Das Thai-Essen ist sowieso eines unserer Lieblingsküchen und insbesondere vom frischen Meeresfisch sowie Meeresfrüchte werden wir nun noch schlemmern, was möglich ist. Und Pommes Frites und Satay-Spiesschen für Nicola finden sich überall.

Von Koh Samui sind wir mit der Fähre weitergereist auf die kleinere Nachbarinsel Koh Phangan. Hier gefällt es uns viel besser als auf Koh Samui und wir haben spontan beschlossen, statt nur wie ursprünglich gedacht drei Tage die ganze restliche Meeres-Zeit bis zum Flug nach Bangkok auf Koh Phangan zu bleiben.

Nun geniessen wir während unseren letzten Reisetagen noch einmal in vollen Zügen die Sonne unter Palmen, Sandstrand und das glasklare Meer. Wer weiss, wann wir all dies das nächste Mal haben werden.

Happy in Thailand: Miriam Patrick Nicola Alexis

Nordthailand Chiang Mai und Pai

Thailand hat noch viel mehr als weisse Sandstrände und eine quirlige Hauptstadt zu bieten. Die zehn Tage bis zu unserem Weiterflug nach Myanmar wollten wir im Norden des Landes verbringen. Den Süden, also Strand und Meer, sparen wir uns noch für den Abschluss unserer Reise.

Goldenes Chiang Mai
Chiang Mai ist die grösste Stadt in Nordthailand. Von mir schon einmal vor 16 Jahren besucht, ist sie kaum wieder zu erkennen. Zwar existiert die Altstadt nach wie vor innerhalb des Wassergrabens und der verfallenen Stadtmauer und ist auch mit den goldenen Tempeln, kleinen Shops und vielen Cafés sehr schön. Aber die neu gebauten mehrspurigen Strassen um die Altstadt vermögen die inzwischen stark angewachsene Agglomeration nur noch knapp auffangen.

Mit dem Saeng Panya Home waren wir in einer der besten Unterkünfte auf unserer Reise gelandet. Von einer Familie mit ihren Töchtern geführt, bekamen wir beim Anblick unserer Jungs sogleich ein kostenloses Upgrade in ein riesiges Zimmer mit zwei Doppelbetten und eigenem Bad. Das Frühstück liess keine Wünsche offen und jederzeit konnten wir uns im Hotel kostenlos mit Wasser und frischen Früchten eindecken. Auch war es eine angenehme Abwechslung, dass unsere Kinder nicht wie in Asien so oft erlebt mit Handy oder Tablets angelockt und beschäftigt wurden.

Mit kränkelnden Jungs (man erinnere sich an den Malaria-Fehlalarm in Bangkok), zweifachem Bienenstich mit allergischen Reaktionen bei Nicola, eine mit Antibiotika zu behandelnde Augenentzündung von Patrick und einer dicken Erkältung meinerseits befanden wir uns alle nicht gerade im Reisehoch. Nicola und Alexis waren in steter Streit- und Kampflaune und für überhaupt nichts zu begeistern, was natürlich für uns gesundheitlich angeschlagenen Eltern nicht so einfach zu tragen war.

So haben wir nicht grosse Ausflüge unternommen, sondern Chiang Mai nur im Kleinen erlebt. Spaziergang durch die Stadt mit Fruit-Juice-Pause, ein Vormittag auf einem Spielplatz im Public Park mit Karpfen und Tauben füttern, Glacé essen, Schlendern und Verpflegen auf dem Saturday Night Market und am Night Bazaar.

Big Game Fishing
Einen speziellen Ausflug ausserhalb von Chiang Mai haben wir dann doch noch gemacht: Big Game Fishing – Angeln auf die Mekong-Riesenwelse. Zwar nicht im Mekong selber, da dort aus Schutzgründen der Bestände das Fischen längst verboten ist, sondern in einem See südlich von Chiang Mai. Eigentlich wäre dieser Ausflug in erster Linie für unsere Jungs gedacht gewesen, die ja auch gerne in der Schweiz und in Frankreich mit dem Grossvater auf Forellen und Kleinfische angeln. Aber schnell zeigte sich, dass die Fische in Thailand einfach eine Nummer zu gross waren für Kinder. Alexis und Nicola konnten zwar die Angelrute halten und mit dem Netz herbeieilen, sobald Fisch angebissen hatte. Aber mit selber einziehen oder den Fisch vom Haken nehmen, war nichts.

Der erste 3-kg-Fang von Patrick wurde von unserem Guide Mio zwar noch mit müdem Lächeln und dem Spruch «this is baby» abgewunken. Und tatsächlich. Beim nächsten Auswerfen des Köders – übrigens eine faustgrosse Kugel bestehend aus Kuchenresten und Toastbrot – sauste die dicke Nylonschnur durch die Seemitte, als würde sie von einem Ungeheuer gezogen. Das Herausziehen eines Mekong-Riesenwelses konnte einige Zeit in Anspruch nehmen, da man immer wieder Schnur geben muss und erst einziehen kann, wenn der Fisch ruht oder müde ist. Bei 38°C eine schweissige Angelegenheit, wie ihr euch vor allem bei Patrick vorstellen könnt.

Ganz die Tochter eines passionierten Fischers habe ich übrigens den Fang des Tages gemacht: ca. 25 kg und 1.20 m waren die Masse dieses Riesenwelses. Das Rausziehen hat auch mich einige Schweissperlen gekostet. Aber selbst unser Guide Mio hat gestaunt, dass ich das alleine wollte und auch konnte. In den letzten Jahren hat der Tourismus mit chinesischen Gästen in Nordthailand stark zugenommen und wie unser Guide Mio erzählte, buchen sich die Chinesen gerne mit ihm «Full Day Big Game Fishing». Sobald dann ein Fisch angebissen hätte, seien sie «very tired» und würden die schweisstreibende (aber auch spannendste) Arbeit mit dem an Land Ziehen des Fisches ihm übergeben, um dann nur für das Trophäen-Foto zu posieren.

Hippie-Ort Pai
Von Chiang Mai aus wollten wir noch ein paar Tage weiter aufs Land. Eine andere Reisende in Laos hatte uns von dem Ort Pai vorgeschwärmt, das 130 km nördlich von Chiang Mai liegt. Die kurvenreiche Strasse über eine Bergkette sind wir mit einem Minibus hingefahren. Die einstige Hippie-Kommune Pai hat sich das Flair von «Love and Peace» bis heute erhalten. Die Dichte an Alibaba-Pants und Dreadlocks ist wahrscheinlich nirgendwo höher in Thailand. Viele westliche Aussteiger sind hier hängengeblieben und zusammen mit Thailändischen Hippies sieht man sie abends auf dem Street Market, wie sie ihre selbstgefertigten Lederwaren, filigranen Steinschmuck, Traumfänger oder andere kleine Schätze verkaufen.

Der Ort selber ist mit einer Hauptstrasse und lediglich drei Ampeln recht übersichtlich und besteht aus zahlreichen Restaurants, Bars, Shops, Massage-Salons. Sogar einen Ox gibt es in Pai. Aber was nützt Patrick ein Ox, wenn seine Ox-Gang fehlt. Lieber spart er sich das Ox-Vergnügen wieder auf für die Freitage in Zofingen.

Für die Tage in Pai mieteten wir uns zwei Motorroller und erkundigten die Gegend in unserem eigenen Tempo und zu unseren eigenen Zeiten. Das heisst, morgens waren wir meistens ein paar Stunden unterwegs über Land, dann die Mittagsstunden am Pool und am Abend wieder unterwegs, um auf dem Strassenmarkt kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt zu probieren.

Unsere Unterkunft, das Kirina Retro Hotel, war komplett auf chinesische Gäste eingestellt. Uns gehörte das «Wonder Forest Home» mit Malereien von Bären und Waschbären überall an den Wänden. Auch zum Hotel gehörte ein Pool, den wir für uns alleine hatten, wenn wir dort die heissen Mittagsstunden verbrachten. Denn chinesische Touristen haben meistens ein sehr dichtgedrängtes Programm von morgens bis abends – nicht wie wir. Die Unterkunft hatten wir auch wegen des Pools und des grossen Gartens ausgewählt und dafür auch gerne etwas mehr bezahlt Auch eine Streichelkatze gab es zu unserer Freude wieder einmal. Dass Kinder im Hotel nicht wirklich willkommen waren, zeigte sich aber spätestens am Schluss, als uns unverschämterweise noch eine völlig überteuerte und eigentlich nicht gerechtfertigte Rechnung für «Destroy the Tree» präsentiert bekamen, weil die Jungs an einer Bananenstaude ein paar Blätter heruntergerissen hatten.

Und plötzlich: Panik
Nach drei Nächten ging es mit dem Minibus wieder die 762 Kurven zurück nach Chiang Mai und für eine Nacht zur lieben Familie im Saeng Panya Home. Dieser letzte Abend in Nordthailand sollte mit einem feinen thailändischen Essen im von TripAdvisor sehr gut bewerteten Restaurant «Lemongrass» abgeschlossen werden. Uns wurde im Restaurant ein Tisch unweit des Ausgangs zugewiesen. Patrick und Alexis schauten Richtung Restaurant und Nicola und ich nach draussen.

Wir bekamen gerade unsere Getränke serviert, als im hinteren Teil des Restaurants plötzlich Panik ausbrach und die hundert mehrheitlich asiatische Gäste unter lautem Geschrei in unsere Richtung zum Ausgang stürmten und alles niedertrampelten. Es knallte und krachte, Panikschreie und Gekreische erfüllten den Raum, Tische und Stühle wurden umgeworfen, Geschirr und Glas flog durch die Luft, heisse Speisen gingen zu Boden. Patrick hatte zum Glück sehr schnell reagiert, beide Jungs sofort am Arm gepackt und hochgehoben und quasi aus dem Fenster hinter ihm geworfen und selber hinterher gesprungen. Ich musste zuerst noch über einen gekippten Tisch und Glasscherben klettern und sprang dann ebenfalls aus dem Fenster. In sicherer Entfernung gingen wir in Deckung und warteten erst einmal ab.

Was war eigentlich genau passiert? Patrick ging nach einer Weile noch einmal zurück zum Restaurant, um nach unseren abgerissenen Schuhen und liegen gelassenen Taschen zu suchen. Und erfuhr, dass in der Küche grosse Mengen an Gas ausgetreten sei. In Kombination mit dem offenen Feuer der Woks kann man sich die möglichen Folgen nur ausdenken. Zur Explosion kam es aber zum Glück nicht – den Schaden hatte die Massenpanik angerichtet. Das ganze Restaurant war zerstört. Wir kamen aber glücklicherweise mit ein paar Schrammen, blauen Flecken und vor allem einem grossen Schrecken davon. Noch eine Stunde später zitterten die Hände von Patrick und mir. Nicola und Alexis waren bald wieder abgelenkt und getröstet. Denn zum Essen gingen wir schliesslich zum nahen Mc Donalds. Zumindest die Zwillinge brachten ihre Pommes Frites und Chicken Nuggets problemlos runter. Ich konnte erst am nächsten Tag wieder etwas essen.

Ja, diese zehn Tage in Bangkok und Nordthailand hatten es wahrlich in sich. Die in einer der vielen Tempelanlagen entzündeten Räucherstäbchen bringen uns hoffentlich in Myanmar wieder unsere gute Gesundheit und die Reisefreude zurück!

Bye bye Thailand – zumindest für den Moment: Miriam Patrick Nicola Alexis

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Bangkok: Shopping-Recherche und Spital-Odyssee

Geschluckt und wieder ausgespuckt – so kurz und intensiv kam uns der erste Besuch in Thailands Hauptstadt vor. Der eine Tag und die zwei Nächte hatten es in sich.

Statt wie ursprünglich einmal die Idee war, mit dem Slow Boat von Luang Prabang in den Norden von Thailand zu tuckern, dort über die Grenze einzureisen und Chiang Mai zu besuchen, waren wir nun in 60 Minuten mit Air Asia nach Bangkok geflogen. Die längeren Reise-Etappen sind mit unseren Kindern einfach nicht so prickelnd und Fliegen kann in Asien wirklich günstig sein, selbst für uns zu viert. Wenn auch nicht gerade gut für unseren ökologischen Fussabdruck…

Vom Don Muang Airport in Bangkok wollten wir an jenem Abend ins Stadtzentrum zu unserem reservierten Hotel kommen. Kurzes Ausholen, wie das mit der Preispolitik in Asien läuft: nichts ist verbindlich. Zum Vergleich: die erste angefragte Taxi-Gesellschaft innerhalb des Flughafengebäudes wollte für die Strecke 750 Baht (ca. 22 CHF). Dann kam ein inoffizielles Angebot von einem privaten Fahrer für 600 Baht (ca. 17 CHF). An der nächsten Taxi-Schlange mit einer Wartezeit von sicher einer Stunde wären es noch 550 Baht (ca. 15 CHF) gewesen. Patrick hatte sich im Vorfeld informiert und den günstigsten Trick ausgearbeitet: wenn man den Flughafen zu Fuss verlässt und über eine Brücke die Autobahn Brücke überquert, auf der anderen Seite an der Leitplanke ein Taxi heranwinkt, sei es am günstigsten. Das haben wir dann so gemacht und schliesslich 400 Baht (11.50 CHF) bezahlt. Jaja, wer im Kleinen knausert, reist weiter in dieser Welt 😉. Wobei es mit dem Sky Train oder dem öffentlichen Bus sicher noch günstiger möglich gewesen wäre, aber mit zwei müden Kindern an der Hand gilt es immer, die Kostenbilanz auch mit der eigenen Nervenbilanz abzuwägen.

Nicht geknausert haben wir hingegen beim Hotel Happy 3. Sicherheit, Sauberkeit, die zentrale Lage und ein Swimming Pool waren für uns bei 38°C Tagestemperatur die wichtigsten Argumente. Ein Doppelbett (Patrick, Alexis, Miriam) und ein Einzelbett (Zappel- und Zähneknirscher-Nicola) haben wie immer gut gereicht.

Unser Hotel lag unweit der grossen Shopping-Malls MBK und Tokyu. Dort haben wir dann auch einen ganzen Morgen verbracht, um herauszufinden, wo es die besten Einkäufe zu machen gibt. Somit ist der Entscheid auch gefällt, dass wir Ende Mai unsere letzten Reise-Tage in Bangkok auch im gleichen Hotel absteigen und noch einkaufen werden, bevor wir am 28. Mai mit prall gefüllten Taschen in die Schweiz zurückfliegen. An jenem Recherche-Tag hatten wir lediglich neue Sandalen für die Zwillinge gekauft (bei Alexis Sandalen aus Neuseeland war bereits der Klettverschluss kaputt und Nicolas Sandalen wurden am Kuangsi-Wasserfall in Laos gestohlen, worauf wir nur ganz rutschigen und billigen Sandalen-Ersatz in Luang Prabang gefunden hatten), alles Weitere muss warten. Schliesslich sollen unsere Rucksäcke nicht schwerer werden, wenn wir noch in den Norden und in den Süden Thailands und nach Myanmar reisen.

Window Shopping ist für Nicola und Alexis natürlich nicht so prickelnd wie für uns Erwachsene und vor allem Alexis klagte über Kopfschmerzen. Zum Ausgleich haben wir den heissen Nachmittag am Hotel-Pool verbracht.

Nächtliche Spital-Odyssee

In der zweiten Nacht im Hotel Happy 3 in Bangkok hatte Alexis plötzlich sehr hohes Fieber. Die Mitte des Doppelbettes, wo er lag, war nassgeschwitzt und er wimmerte im Schlaf. Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und wir sind seit einigen Wochen unterwegs in den Tropen: Malaria, gilt es da immer auch zu bedenken. Nach nächtlicher Rücksprache via WhatsApp mit der ärztlichen Assistenz Matt und Dr. Fussen in der Schweiz wollten wir das besser abgeklärt haben. Malaria kann gerade bei Kindern sehr gefährlich sein durch einen schnelleren Krankheitsverlauf. So oder so gilt es, innert 24 Stunden nach Fieber-Ausbruch einen Arzt aufzusuchen oder mit Einnahme von Malaria-Notfallmedikamenten spätestens innert 72 Stunden. Malaria-Notfallmedikamente haben wir dabei, diese wollen wir aber noch für Myanmar aufheben, weil dort ein Arzt wohl nicht so schnell erreichbar sein wird wie in Thailand.

Da wir am nächsten Morgen früh zum Flughafen mussten für unseren Weiterflug nach Chiang Mai, galt es, schnell zu handeln. So kam es also, dass wir im Internet bei einer Privatklinik den «24 Hrs Emergency Service for Malaria Checking» ausfindig gemacht hatten und an der Hotel-Reception ein Taxi bestellten. Bargeld, Pass, Krankenversicherungskarte und den fiebrigen Alexis eingepackt und los ging es nachts um 2 Uhr. Patrick blieb im Hotel beim schlafenden Nicola, den wir ja nicht alleine lassen konnten.

Trotz des angepriesenen 24-Stunden-Notfall-Services für Malaria-Tests standen wir beim Hospital for Tropical Diseases vor verschlossenen Türen. Der aufgeweckte Wachmann winkte uns wirsch davon. Was nun? Der Taxi-Fahrer wusste von einem anderen Spital in der Nähe und so fuhren wir dorthin. Wo uns die Wachmänner ebenfalls wegschickten beim Anblick von «Baby» Alexis, nämlich weiter ins Kinderspital. Dort lieferte der Taxi-Fahrer Alexis und mich an einem von vielen Schaltern ab und verabschiedete sich. Er könne leider nicht warten, aber er weigerte sich hartnäckig, überhaupt Geld für die Fahrt zu nehmen. So eine liebe Seele.

So füllte ich am ersten Spitalschalter also Formulare aus, Alexis wurde gewogen (19.8 kg) und gemessen (1.09 m), Puls und Fieber gemessen. Das Fieber war mittlerweile wieder gesunken. Danach sass ich mit dem dösenden, schwitzenden Alexis auf einem unbequemen Plastikstuhl und wir warteten. Und warteten. Und verscheuchten die vielen Mücken um uns herum. Wenn wir nicht schon Malaria hätten, würden wir es wohl spätestens hier erwischen, schoss es mir durch den Kopf. Um uns herum warteten andere Thai-Mütter mit Kindern.

In der Notaufnahme waren vier Frauen beschäftigt. Wobei um Patienten kümmerte sich nur eine, die anderen waren «beschäftigt» mit ihrem Handy (Facebook). Trotz vollem Wartezimmer. Zwischendurch kam Hektik auf durch schreiende Babies. Wir warteten über eine Stunde und nichts tat sich. Also unterbrach ich das Handy-Getue der Krankenschwestern/Ärztinnen mittlerweile etwas genervt und fragte mich durch, wie lange es denn für den Malaria-Test (der übrigens nicht so eine grosse Sache ist) noch dauern würde. Bis endlich jemand gefunden war, der auch ein paar Worte Englisch sprach, und mir erklärte, sie können keinen Malaria-Test machen, dafür müssten wir ins Hospital for Tropical Diseases. Und wofür haben wir dann all die Formulare ausgefüllt, Basis-Untersuchungen gemacht und die halbe Nacht gewartet??? Oder kaum auszudenken: was genau hätten sie mit Alexis gemacht, wenn wir irgendwann einmal drangekommen wären??? Nichts wie weg hier! Also im Morgengrauen mit dem schlaffen Kind auf dem Arm, mittlerweile beide in Tränen aus Erschöpfung und Frustration, auf den Strassen Bangkoks wieder ein Taxi herangewunken und ohne Malaria-Test zurück ins Hotel gefahren.

Alexis hatte noch zwei Stunden geschlafen und wachte fieberfrei wieder auf. Wobei das zum Verlauf von Malaria passen kann, wo das Fieber in Schüben kommen kann… Am Morgen sind wir per Flugzeug (mit rund 30 CHF günstiger und sowieso schneller als per Bus oder Zug) weiter in den Norden von Thailand geflogen. In Chiang Mai hatten wir sicherheitshalber schon die Malaria Clinic ausfindig gemacht und – um es schon vorweg zu nehmen – doch nicht gebraucht. Es war wohl doch ein normaler Grippe-Infekt, denn auch Nicola hatte an jenem Abend Fieber. Inzwischen sind beide wieder fit. So war also die nächtliche Spital-Odyssee ohne Ergebnis eigentlich vergebens gewesen. Aber lieber so, als umgekehrt.

Auf eine zweite Chance, Bangkok! Nächstes Mal bitte ohne Spital und nur noch zum Shopping: Miriam Patrick Nicola Alexis