So schnell wie in Laos haben wir es noch nie vom Flugzeug durch sämtliche Zoll- und Sicherheitskontrollen geschafft. Von Hanoi kommend, sassen wir ganz zuhinterst in der Propellermaschine (ATR72-500) und konnten so als Erste aussteigen. Zu Fuss gelangten wir über das Rollfeld zum Flughafengebäude, wo sich alle übrigen Passagiere am Visa-Schalter einreihten und die Menschenschlange immer länger wurdei. Zu vorderst unser französischer Sitznachbar aus dem Flugzeug.

Wir aber wandten uns an den einsamen «Foreigner»-Schalter und erklärten dem erstaunten Zollbeamten, dass wir gerne einen Stempel in den Pass hätten für nur 15 Tage. Denn – so hatten wir uns im Vorfeld erkundigt – das ist für Schweizer möglich. Aber wenn man beim Einreisen nicht selber darauf besteht, wollen die Zollbeamten einem ein Monatsvisa ausstellen – für 30 US-Dollars pro Person. Nach einigen Diskussionen zwischen den Zollbeamten am «Foreigner»-Schalter wurden unsere vier Pässe schliesslich für 15 Tage gestempelt, hurra! Wir schnappten unsere Rucksäcke vom Gepäckband, bezogen Laotisch Kip vom Geldautomaten und winkten ein Taxi heran. Ein Blick zurück über die Schulter zeigte, dass am Visa-Schalter immer noch der derselbe Franzose auf seine Einreiseerlaubnis wartete.

In weiteren 15 Minuten waren wir im von einem freundlichen Vietnamesen-Paar geführten Global Guest House unweit des Zentrums von Luang Prabang, wo wir unser reserviertes 4er-Zimmer bezogen. Statt in Laos gross herumzureisen, hatten wir entschieden, die ganze Zeit in Luang Prabang zu bleiben.

Im Gegensatz zum geschäftigen und wuseligen Vietnam, erschien uns Luang Prabang sehr gemütlich, was dem Ort genau das besondere Flair gibt. Die ehemalige Königsstadt wurde 1955 zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt und in den gut erhaltenen Kolonialgebäuden reihen sich heute Boutique-Hostels an Backpacker-Unterkünfte, europäisch angehauchte Restaurants und laotische Shops. Dazwischen immer wieder viel Grün, goldene Tempel und steinerne Stupas.

Ganz nach dem Motto der Gemütlichkeit bietet sich als Fortbewegungsmittel im Ort das Fahrrad an. Solche hatten wir mehrmals gemietet. Mit einer gepolsterten Sitzfläche anstelle des Gepäckträgers hatten es Nicola und Alexis auch bequem beim Mitfahren. So konnten wir grössere Strecken zurücklegen und besonders der lauffaule Nicola hatte weniger zu reklamieren. Der Fahrtwind tat uns allen wohl bei dieser Hitze, statt sich zu Fuss über den fast kochenden Asphalt zu schleppen.

Tempel und Almosen-Zermonie der Mönche

Trotz den 35 bis 40°C haben wir den Phousi Hill erklommen. Das sind rund 300 Steintreppenstufen auf den Haus-Hügel von Laung Prabang, auf dem eine goldene Stupa steht. Vor allem aber offenbart sich von ganz oben ein schöner Ausblick über den ganzen Ort, wie er sich zwischen den Mekong und den Nam Khan River schmiegt.

Auch die anderen Tempelanlagen haben wir uns angesehen. Jedoch meistens nur kurz, denn die Streit-Phase unserer Jungs hält immer noch an. Und wer will schon in ruhiger, heiliger Umgebung mit zwei Fäuste schwingenden Kleinkindern auffallen… Leider haben auch die an unsere Kinder gerichteten Worte eines Mönches «please live peaceful, boys» und die von eben diesem an die Handgelenke der Zwillinge geknüpften Armbändeli bisher keinen Frieden an der Alexis-Nicola-Front hergestellt.

Um den Almosengang der Mönche zur frühen Stunde ruhig und friedlich zu beobachten, bin ich alleine um 5.15 Uhr aufgestanden. Allmorgendlich ab 5.30 Uhr ziehen die Mönche durch die Strassen von Luang Prabang und sammeln von Gläubigen Almosen meist in Form von Sticky Rice und anderen Lebensmitteln ein. Kleinere Mönchsgruppen auf Almosen-Gang konnten wir auch schon in anderen südostasiatischen Ländern beobachten, jedoch nicht im gleichen Ausmass wie in Luang Prabang, wo in der Morgendämmerung an die hundert safrangewandeten Mönche auf der Strasse entlangschritten. Ein wirklich schönes Bild.

Die Stimmung wurde lediglich von den anderen Touristen getrübt. Den Mönchen in den Weg stellen und sie aufdringlich Fotografieren (v. a. von Touristen aus dem nördlichen Nachbarland von Laos) war doch sehr befremdend. Auch dass sich Westler für ein gutes Foto-Sujet neben die Einheimischen an den Boden knien, ohne den religösen Hintergrund dieser Zeremonie zu respektieren, stösst auf Unverständnis. Well…

Abkühlung im Wasserpark

Der April ist der heisseste Monat in Laos. Zum Ende der Trockenzeit knacken die Temperaturen fast täglich die 40°C-Marke. Zumindest in den ersten paar Tagen von uns in Luang Prabang. Danach stürzte eine Gewitterfront die Temperaturen um 10 bis 15°C und es war fortan «nur» noch 25 bis 30°C. Das ist gar nicht Patricks Wetter, er sehnt sich nach den maximal 20°C in Hanoi zurück.

Die gleissende Hitze kann schon auch anstrengend sein und so haben wir zur Freude von Nicola und Alexis auch den einen oder anderen Tag ganz gemütlich im «La Pistoche – Swimming Pool and Bar» verbracht.  Nicola und Alexis konnten nach Herzenslust baden, schwimmen, Köpfler üben, rutschen, einander nass spritzen. Dabei waren sie immer umgeben von einheimischen Kindern aller Altersstufen und bald schien der ganze Wasserpark zu wissen, dass der einzige Blonde «Alessi» und der dunkelhaarige Bruder «Nico» hiessen, vier Jahre alt waren und «from Switzerländ» kommen.

Das Essen ist auch erneut so fein in Laos! Wir geniessen täglich tropische Früchte oder säfte, Fisch oder Fleisch frisch vom Strassengrill, Noodle Soup, feinste Curries oder andere einheimische Speisen. Patrick hatte probably the best buffalo burger, den besten Wasserbüffel-Burger überhaupt. Und wir geniessen auch einige geliebte europäische Speisen wie Croissant, Pain au chocolat, Pizza, hausgemachte Pasta und Baguettes-Sandwiches… hmmm!

Ja, in Luang Prabang lässt es sich problemlos 11 Tage aushalten. Am liebsten noch viel länger, aber wir haben unseren Weiterflug nach Bangkok schon gebucht.

Enjoying easy going in Luang Prabang: Miriam Patrick Nicola Alexis