Freudiges Wiedersehen in Tokyo

Die Ankunft in Tokyo fühlte sich für uns ein wenig an wie Heimkehren. Vor vier Jahren hatten wir schon einmal Patricks Bruder Christoph besucht, der damals in Tokyo ein Praktikum absolvierte, und uns direkt in Japan verliebt. Aber auch weil wir in Japan Freunde aus der Schweiz trafen, die uns ganz viel Heimat mitbrachten.

Mit über einer Stunde Verspätung sind wir als letztes Flugzeug vor Nachtschluss in Tokyo gelandet. Gerade noch rechtzeitig, ansonsten wäre unser Flug nach Osaka umgeleitet worden und unsere ganze Planung wäre durcheinander gekommen. Wir haben in der Nähe vom Flughafen Narita ein paar Stunden geschlafen und sind am morgen früh gleich wieder zum Flughafen gefahren, um unsere Freunde aus der Schweiz, Stella und Matthias, zu empfangen. Unsere Freude über das Wiedersehen war riesig!

Stella und Matthias brachten uns nicht nur mit ihrer eigenen Anwesenheit ein Gefühl von Heimatnähe, sondern auch ganz viele Neuigkeiten und Grüsse von unseren Familien und Freunden, unter anderem Miriams ganze Brieffreundinnen-Post. Auch kulinarisch wurden wir verwöhnt: nach fast drei Monaten wieder einmal ein knuspriges Brot aus der Bäckerei in Zofingen, dazu feinen Schweizer Käse und viel Schokolade. Sogar Patricks Wunsch nach einem Raclette wurde erfüllt und so assen wir am zweiten Abend in Japan geschmolzenen Käse auf Kartoffeln. Der eigens mitgebrachte Raclette-Ofen funktionierte nicht, aber in der Not tuts auch der Toaster und die Mikrowelle für die Käseschmelze.

Doch natürlich waren Stella und Matthias nicht so weit geflogen, um mit uns „Heimweh-Gelüste“ zu stillen, sondern um Japan kennenzulernen. Als Gourmets freuten sie sich genau wie wir sehr auf die japanische Küche. Vor allem Sushi probierten wir in allen möglichen Variationen und verschiedenen Lokalitäten in Tokyo. So ist ein frühmorgendlicher Besuch auf dem Tsukiji-Fischmarkt natürlich Pflicht. Dieser gilt als weltweit grösster Fischmarkt und es ist eindrücklich mitzuerleben, wie Händler in dem Gassengewirr alles mögliche an Meeresgetier anpreisen. Riesige Leiber von gefrorenen Thunfischen werden mit der Säge zerteilt, abgepackt und an Restaurants oder Grosshändler verteilt.

Unsere Unterkunft befand sich zentral im Ikebukuro-Quartier, der ideale Ausgangspunkt für alle weiteren Quartiere im Zentrum von Tokyo. Die Szenenquartiere Shinjuku und Harajuku gehörten dazu, wo wir zwar modisch Einiges zu sehen bekamen, jedoch zu Miriams Bedauern unter der Woche keine Cosplay Girls. Dafür hätten wir an der wohl bekanntesten Kreuzung der Welt in Shibuya Stunden lang zuschauen können, wie hunderte von Menschen aus allen Richtungen über die Strassen strömten, sobald die Ampel von rot auf grün sprang.

Etwas ruhiger geht es in den verschiedenen Parkanlagen Tokyos zu. Die Millionenstadt bietet nebst den Hochhäusern erfrischend viele Grünanlagen, jede einzelne aufwändig gepflegt und herausgeputzt. Wir besuchten den Park rund um den Meiji Jingu Schrein, eine idyllische Tempelanlage, wo wir einmal mehr unsere guten Wünsche für unsere Reise und die Daheimgebliebenen deponierten. Auch rund um den Kaiserpalast schlenderten wir, jedoch reichte die gute Aussicht nur bis zur hohen Steinmauer, denn momentan sind sowohl die Palastgebäude wie auch der kaiserliche Garten für Besucher geschlossen.

Für den Kulturfaktor hat die Kunst interessierte Stella gesorgt und uns für das Mori Art Museum in den Roppongi Hills begeistert. Die aktuelle Ausstellung „Sensing Nature“ von drei japanischen Künstlern und ihre Sicht auf die Natur in Japan hat uns sehr gefallen, insbesondere eine Installation, die mit Millionen von Federn und einer Windmaschine ein Schneetreiben inszeniert.

Fast wie ein Museum mag das Elektronikkaufhaus Yodobashi im Akihabara-Quartier wirken. Auf 9 Stockwerken findet man alles an Elektroware, was das Herz begehrt. Wie ein neunfacher Mediamarkt, Patrick ist begeistert und will das Gebäude fast nicht mehr verlassen. So haben wir vier uns auch schnell aus den Augen verloren und einige Zeit später erst wieder am Ausgang gefunden.

In Tokyo kann man nicht nur neuste Technik kaufen, sondern diese auch erleben. Beispielsweise wird in einigen Restaurants über einen Automaten bestellt. Ein weiteres Beispiel für besondere Technik ist der Toilettengang. Eine beheizte Klobrille gehört zur Grundausrüstung, ebenso wie ein Wasserstrahl, dessen Ausrichtung und Härte sich beliebig einstellen lassen. Per Knopfdruck lässt sich auch die Klobrille heben und senken sowie Musik oder ein Spülgeräusch einspielen. Auch bei öffentlichen Toiletten fehlt dieser technische Schnickschnack selten. Ein wahres Erlebnis, so ein Klogang in Japan!

Vier Nächte sind wir in Tokyo geblieben, bevor wir ein Mietauto in Empfang genommen haben. Nun entdecken wir mit Stella und Matthias während zwei Wochen das Land auf eigene Faust. Los geht’s!

Miriam y Patrick

2 Kommentare
  1. Lisbeth
    Lisbeth says:

    Hallo liebe Miriam (:
    Hoffe mein Brief war auch irgendwo unter dem Berg 😀
    Viel Spaß beim Erkunden von Japan, ich bin sehr gespannt.
    Liebe Grüße von Lisbeth

  2. myp
    myp says:

    Hallo liebe Lisbeth! Ja, dein Brief war mit dabei und kommt nun mit auf die Weiterreise! Ich lasse dich wissen, wann und von wo meine Antwort zu dir kommt!
    Herzliche Grüsse nach Europa! Miriam

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