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Fünf Tage in und um Beijing

Mit 35 Millionen macht die Einwohnerzahl der Provinz Beijing schon alleine das fünffache der ganzen Bevölkerung der Schweiz aus. Und die Hauptstadt Chinas hat nicht nur sehr viele Einwohner, sondern bietet auch jede Menge Kultur, Kulinarisches und Kitsch.

Als erstes besuchten wir den Tian’Anmen-Platz, der unweit unseres Hostels liegt und Patrick von der Geschichte her seit langem fasziniert hatte. Der Tian’Anmen Platz, auch Platz des Himmlischen Friedens genannt, ist der grösste befestigte Platz der Welt (39.6 ha Fläche). Das Bild ging um die Welt, als sich bei Protesten 1989 ein mutiger Student mit erhobenem Mao-Buch vor die Panzer stellte.

Gleich hinter dem Platz des Himmlischen Friedens liegt die Verbotene Stadt. Diese besteht aus vielen Palästen, Pavillons und Gartenanlagen, wo während mehreren Jahrhunderten bis zur chinesischen Revolution 1911 die Kaiser-Dynastien lebten und regierten. Dem normalen Bürgern war der Zutritt verwehrt, daher der Name „Verbotene Stadt“.

Einen ganzen Tag lang kann man sich dort verlieren. Für uns war es ein Regentag und daher ideal, weil wir uns immer wieder in einen Pavillon oder unter ein prunkvolles Vordach ins Trockene flüchten konnten. Ausserdem waren nicht ganz so viele Touristen dort, aber immer noch genug. Momentan sind vor allem chinesische Touristen unterwegs, fast überall in Beijing herrscht ein grosser Menschenandrang. Aber von der Körpergrösse her können wir über die meisten hinwegsehen 🙂 und sie haben ihre Freude an uns und wir werden auch schon einmal mit aufs Familienfoto gebeten.

Glücklicherweise hielt der Regen nicht lange an und wir wagen uns am nächsten Tag mit Fahrrädern auf die Strasse. Im Zentrum führen fast überall separate Wege entlang den Hauptstrassen für Fahr- und Motorräder sowie Rikschas und man kommt auf den ebenen Wegen sehr gut voran. Auch mehrspurige Kreuzungen sind kein Problem, weil überall mehrere Beamte stehen und den Verkehr regeln. Die Motorräder haben fast ausschliesslich Elektromotoren und es ist richtig ruhig auf der Strasse.

Wir sind im Park des Himmelstempels spazieren gegangen, wo Kinder Drachen steigen lassen und die Senioren ihre Tai Chi-Übungen absolvieren. Und wir haben den Pearl Market besucht, riesige Hallen voller Spielzeug, Schreibwaren (Miriam wusste kaum mehr ein und aus!), Schmuck, Elektronik und vor allem Designer-Kleiderwaren. Die Louis Vuitton-Tasche gibts ab 10 CHF, das iPhone G4 für 30 CHF, je nach Verhandlungsgeschick. Kaum ein Preis ist fix, feilschen wird erwartet. Und dabei schwören die Verkäufer, alles sei echt, keine Kopien. Aber sicher doch… Das iPhone hatte Pixelgrössen wie die ersten Handies vor 10 Jahren. Wir haben nicht viel eingekauft (Shirts und Miriam konnte den Sticker nicht widerstehen), schliesslich müssen wir alles mittragen. Aber dieser Markt hat auf jeden Fall unser Verhandlungsgeschick gestärkt und war ein Erlebnis!

In unserem Hostel haben wir ein Paar aus Südafrika kennengelernt, Karen und John, und beschlossen, zusammen mit ihnen auf eigene Faust zur Grossen Mauer zu fahren, statt eine organisierte, meist auch relativ teure Tour zu buchen. So sind wir losgezogen und haben es mit Händen und Füssen, chinesischen Zeichen aus dem Buch und weiterem Preise feilschen an ein mehr oder weniger gut erhaltenes Mauerstück fern dem Massentourismus in Huanghua geschafft. Dieses ist noch nicht touristisch abgeriegelt, sondern ist unter Eigenverwaltung der Lokalbevölkerung. So mussten wir statt einem Eintrittspreis die Einheimischen bezahlen, über eine recht brüchige Leiter hochklettern und auch leider wieder umkehren, als sie uns an einem Stück nicht weiter lassen wollten (aus welchem Grund auch immer, wir haben es nicht verstanden). Dafür konnten wir auf der gegenüberliegenden Talseite mehrere Kilometer auf der Mauer wandern, über steile Treppen, glatte Steine, brüchige Mauerstücke, auf Pfaden durch Buschwerk auf längst überwucherten Teilstücken mit Sicht auf die bewaldeten Berge bis zum Horizont. Einfach wunderschön! Von der Mauer sind wir den Berg hinunter zu einem Dorf gelaufen und von dort mit dem öffentlichen Verkehr wieder nach Beijing zurück gefahren.

Alles hat reibungslos geklappt und wir haben dafür einen Bruchteil des Preises einer organisierten Tour ausgegeben. Zur Feier des Tages haben wir uns zum Nachtessen zusammen mit Karen und John eine lokale Spezialität, die Peking-Ente, gegönnt. Delicious!

Heute Abend verlassen wir Beijing bereits, die Reise geht weiter mit dem Nachtzug Richtung Südwesten. Weitere Artikel folgen bald!

Byebye, Miriam y Patrick

5 Kommentare
  1. Diana
    Diana says:

    Wow,
    die Fotos von der Chinesischen Mauer sind ja super schön; ich bin begeistert! Und ich nehme an, dass ich auch in den Genuss der in Peking erstandenen Sticker und Schreibwaren kommen werde… juchei! 😉
    Ansonsten gebe ich nicht auf im Kampf um ein Souvenir aus der Mongolei und hoffe auf die Richtigkeit meines neuerlichen Tipps beim Gewinnspiel.

    Euch noch ganz viel Spaß und weiterhin tolle Eindrücke!!

  2. myp
    myp says:

    Richtig gedacht, liebe Diana, ich bin nun ausgerüstet zum Briefe schreiben und warte nun noch auf die Post :-)! Freue mich jetzt schon! Danke dir und bis ganz bald! Miriam

  3. michu
    michu says:

    hola amigos

    ha d’charte becho, danke vöu mou! i ha si zwar öpe sebe mou müesse döre läse bes i aues verstande ha 🙂 de moudi esch leider scho baud weder bleich 🙁 die böuder vo de mur send super!

    liebi grüess us de metlerwile chaute schwiz

  4. yo
    yo says:

    …wooooooooooooooooooow!!! die mauer!!! das muss unglaublich eindücklich gewesen sein:)!!! ich sitze immer blöd grinsend vor dem computer bei euren reiseberichten und tollen fotos – hach, tausend dank dafür…:)!!! *micheinfachsodollfüreuchfreu*

    ps: miriam, was hat die verschiffung der schreibsets in die schweiz gekostet;-)?

  5. myp
    myp says:

    Die grosse Mauer war wirklich ein Highlight! @YO: wenn man bedenkt, wer sonst schon da oben stand…*sigh*
    Und nach Hause geschickt haben wir noch nichts, unsere strenge Devise bei eigenen Souvenirs lautet: mitschleppen oder sein lassen!

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