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Grenzerfahrung Russland – Mongolei

Die nächste Zugetappe erwartete uns. Diesmal hatten wir ein 4er-Abteil und was hören wir als Begrüssung? „Jo jez lueg emol do a: Schwizer!“ in breitem Züri-Dütsch! Das Abteil haben wir geteilt mit Sammy aus der Schweiz und Alex aus Holland, zwei äusserst lustige Kumpanen! Auch unser Abteilsnachbar Jonathan aus England gesellte sich schnell zu uns. So verbrachten wir die Fahrt (mehrheitlich nachts) und vor allem die Warterei (tagsüber) immerhin in angenehmer Gesellschaft.

Zuerst hiess es auf russischer Seite am Grenzbahnhof warten. Zuerst durften wir den Zug für drei Stunden verlassen und uns die Zeit auf dem beinahe leeren Bahnsteig vertreiben. Dann wurden wir zurück in unser Abteil gepfiffen, die Pässe wurden uns abgenommen und es hiess warten. Lange warten! Jemand kam, um die Zollformulare zu kontrollieren und wieder jemand kam, um unser Abteil zu durchsuchen. Und dann hiess es weiter warten. Nach beinahe zwei Stunden bekamen wir unsere Pässe zurück und die Fahrt ging ein Stückchen weiter bis zum mongolischen Grenzbahnhof in Sükhbaatar.

Und das Spiel wiederholte sich dort in etwas kürzerer, aber immer noch langer Zeit: Pässe weg, Zollformulare eingesammelt, Abteil durchsucht und Pässe wieder zurück. Die ganzen Stunden, in denen wir den Zug nicht verlassen durften, war auch das Klo im Zug geschlossen. Patrick wurde richtig kreativ und Miriam hätte sich in dem Moment gewünscht, auch ein Mann zu sein.

Gedauert hat diese Grenzüberquerung ganze 8 Stunden und 45 Minuten (Ankunft in Naushki bis Abfahrt in Sükhbaatar). Dabei bestand unser „Zug“ an der Grenze lediglich noch aus 2 Wagons mit gesamthaft sicher nicht mehr als 30 Fahrgästen.

Den Mongolei-Wettbewerb hat Jeannine H. gewonnen, ein Überraschungspaket geht noch in Ulan Baatar auf die Post. Sie lag mit der Schätzung von 7 Stunden 35 Minuten dem tatsächlichen Wert am nächsten mit einer Abweichung von 1 Stunden 10 Minuten. Ganz, ganz knapp vor Patricks Bruder Sämi mit einer Abweichung von 1 Stunden 15 Minuten. Aber es kann nur eine(n) geben :-)! Wir hätten es uns auch eine kürzere Wartezeit gewünscht – aber Hauptsache wir haben es heil auf die andere Seite der Grenze geschafft! Und in so netter Gesellschaft wie mit Sammy, Alex und Jonathan immer wieder gerne :-)!

Gratulation liebi Jeannine!! Ehrfürchtig, Miriam y Patrick

4 Kommentare
  1. Edith Koller
    Edith Koller says:

    Hallo, ehr zwöi.
    Han grad euchi Reisebricht vo Afang a glese. Esch jo total spannend.
    Ech fröie mech mega of witeri Bricht vo eu. Härzlechi Grüess us de Zentralschwyz ond ech wönsche euch witerhin so vel Spass ond Begeischterig wie bes anhin
    Edith

  2. yo
    yo says:

    …was kommt heraus, wenn du in der letzten pampa einen stein umdrehst…? nein mirle – keine spinne… aber ein schweizer… die sind also langsam echt überall:)! mein lieblingsplatz war venezuela – lange autofahrt, dann per bootli durch einen dschungelfluss, bei hütten auf pfähler ausgestiegen… der erste, den ich sprechen höre? ä schwiiizär:) *ggg*:)!!!

    danke für die berichte, immer so spannend:)!!! gratulation an jeannine:)!!!
    ps: verratet ihr dann auch was ihr so rumschickt? fände es spannend:) hihi:)

  3. Miriam
    Miriam says:

    Jaja, die Schweizer sind ueberall! Aber manchmal muss man halt weit reisen und lernt trotzdem tolle Leute aus der Naehe kennen.
    PS: Was der Gewinn ist, wird normalerweise schon verraten. Im Fall von Jeannine aber erst spaeter, damit der Ueberraschungseffekt noch etwas wirkt :-). Aber kommt noch, kommt noch!

  4. myp
    myp says:

    So, das Warten hat ein Ende und das erste Wettbewerbspäckli ist nach fast zwei Monaten in der Schweiz angekommen! Für Jeannine hatten wir ein paar mongolische Finken für den kalten Schweizer Winter ausgesucht, die eine alte Frau in der Wüste Gobi selber angefertigt hat. Ausserdem mussten natürlich ein paar Sticker mit dazu und die Paketschachtel hatten wir aufgefüllt mit Süssigkeiten-Spezialitäten aus Beijing.

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