Die fast 2000 Kalksteininseln, die in der Ha Long Bay aus dem Meer ragen, waren ein weiteres Fernweh-Reiseziel von uns. Auf einer viertägigen Schiff- und Inseltour sind wir in der Halong- und in der Lanha-Bucht auf Entdeckungstour gegangen.

Von Ha Noi hat uns ein Bus in vier Stunden bis zum Hafen unweit von Ha Long City gefahren, wo an die hundert Cruise-Boote vor Anker liegen. Viele Touristen unternehmen Tages-Rundfahrten in der Halong-Bucht. Doch wir hatten eine Übernachtung auf dem Imperial Legend Cruise Boat gebucht, einem 3-Stern-Kreuzfahrtschiff für maximal 20 Gäste. Uns gehörte eine Kabine mit einem Doppel- und einem Einzelbett sowie eigenem Badezimmer.

Mini-Kreuzfahrt in der Ha Long Bay

Auf dem Boot hielten wir uns aber meistens auf Deck auf, schliesslich waren wir der Landschaft wegen dort. Nicola und Alexis fanden die Kulisse mit den Kalksteinfelsen nicht allzu spannend. Sie hatten das Deck schnell zu ihrer persönlichen Kampf-Arena erklärt. Für Mama und Papa hiess das, Friedensrichter zu spielen oder zumindest Schadensbegrenzer und früher oder später auch einmal Tröster zu sein, statt gemütlich Cocktail-schlürfend die bizarren Formen der Kalksteininseln zu bewundern und die Gedanken schweifen zu lassen.

Bei der Besichtigung der Sung Sot Cave (Surprising Cave) waren wir froh, verstand zwischen dem Russisch, Chinesisch, Englisch und Französisch niemand Schweizerdeutsch, um das Geplapper unserer Kinder von fliegenden Fäusten, Schlägen, Gewehren und Löcher im Bauch richtig einzuordnen. Die Höhle selber war sehr beeindruckend, wie sie sich in immer grössere Kammern öffnete und mit den beleuchteten Stalaktiten und Stalagmiten wie ein riesiges unterirdisches Theater wirkte. Wobei die Menschenmassen, die sich entlang der schmalen Treppen drängelten, den Zauber des Ortes schon auch geschmälert hatten.

Ebenso auf der Ti Top Island, auf der über eine steile Treppe eine Aussichtsplattform erreicht werden konnte, die eine wunderschöne Sicht auf die Halong-Bucht – wenn auch voller Boote – offenbarte. Am Sandstrand der Insel konnte man auch Baden und Alexis zeigte seine neu erworbenen Schwimmkünste zum ersten Mal im Meer zusammen mit Papi. Nicola empfand das Wasser als zu kalt. Und spätestens als wir den einen oder anderen Bader mit Quallen-Verletzungen sahen, liessen wir das Baden ganz bleiben.

Auf der Mini-Kreuzfahrt durften wir am Abend mit der Crew nach Tintenfischen angeln. Uns ging allerdings kein Tintenfisch an den Haken, aber die Vietnamesen hatten den einen oder anderen rausgezogen. Alexis und Nicola begannen mangels Action an der Bambus-Angel bald einmal nach Plastik zu angeln. Denn Müll schwimmt leider in der Halong-Bucht ziemlich viel vorbei. Als die Kinder dann auf dem schaukelnden Schiff später bald einmal eingeschlafen waren, gönnten Patrick und ich uns auf Deck doch noch den einen oder anderen Cocktail in ruhiger, friedlicher Atmosphäre mit Sicht auf die Lichter der anderen Schiffe und auf den Mond und einzelne Sterne. Herrlich!

Bungalow in der Lan Ha Bay

Am zweiten Tag holte uns ein kleineres Schiff ab und brachte uns in die Lan Ha Bay vorbei an Floating Villages mit schwimmenden Fischfarmen. Eingebettet auf einer Kalksteininsel mit Sandstrand liegt das Cat Nam Resort. Dort hatten wir für zwei Nächte ein Bungalow gebucht und die Zwillinge konnten wieder einmal nach Herzenslust im Sand buddeln (und sich kämpfend darin wälzen…), nach Krebsen jagen (und mit Steinen erschlagen…) und mit Stöcken herumstochern (und damit auf einander losgehen…). Auch eine angeschwemmte Qualle sorgte für Aufregung und weitere Abenteuer-Fantasien. Bei Ebbe konnten wir bis auf die unbewohnte Nachbars-Insel laufen und mit angeschwemmter Fischerschnur hatten wir schnell zwei Angeln gebastelt und Korallenstücke angebunden.

Das Essen auf dem Schiff wie auch im Cat Nam Resort war hervorragend. Uns hat besonders der fangfrische Sea Food geschmeckt. Gebackene Krabbe, Fisch an einer Koriander-Sauce, Tintenfisch oder Krevetten frisch vom Grill, gebackene Austern… Gaumenfreuden in Mengen, so viel wir wollten. Da konnte sogar der Nimmersatt Alexis seinen Hunger stillen und Nicola entdeckte neben Reis und Pommes Frites auch den Genuss einer frischen Auster.

Mit neuen Eindrücken von einer einmalig schönen Landschaft sind wir per Boot und ab dem Hafen wieder mit dem Bus nach Ha Noi zurückgekehrt. Am Samstag verlassen wir das schöne Vietnam, das uns positiv überrascht und sehr gut gefallen hat, schon wieder. Unser Weiterflug nach Laos, Luang Prabang, ist gebucht.

Plan-Änderung für die Weiterreise

Dadurch, dass die Mini-Kreuzfahrt in der Ha Long Bay mit unseren Kindern nicht wirklich entspannend war, werden wir unsere weiteren Reisepläne etwas anpassen. Wir hätten eigentlich vorgehabt, Laos über den Landweg wieder zu verlassen und dafür während zwei Tagen mit dem Slow Boat den Mekong hinauf zu gondeln.

Aber zwei Tage auf einem nur mit Holzbänken ausgestatteten, meist überbuchten Boot unsere Kinder zu bespassen und auf sie aufzupassen, so dass sie in ihrem Bewegungsdrang nicht über Bord gehen, ist für uns alle zu anstrengend. Ganz zu schweigen von der Ungewissheit einer Grenzüberquerung auf dem Landweg. Also werden wir wohl dann fliegen. Nach Thailand wahrscheinlich und dann weiter nach Myanmar, we will see.

Gebucht ist mittlerweile der Heimflug in die Schweiz: am Sonntag, 28. Mai 2017 werden wir ab Bangkok nach Zürich fliegen. Nicht mit einem Null-Service-Billigflug, sondern schön national-stolz mit Swiss mit einem kompletten Entertainment-Paket. Die Zwillinge freuen sich am meisten darauf.

Bye bye Vietnam, see you again one day! Miriam Patrick Nicola Alexis

2 Kommentare
  1. Helga
    Helga sagte:

    Oje😵 Heimflug….dann ist fertig mit lustig- spannenden Geschichten aus dem Reisealltag😢 man kanns kaum glauben, wie schnell die Zeit schon wieder ume isch😩 nur an der Grösse der Jungs merkt man’s😸 drück euch💖

  2. mypcaminando hoch zwei
    mypcaminando hoch zwei sagte:

    Jo, gäu, wenn man die Fotos der Zwillinge von Dezember in Thailand anschaut… 😉
    Drücker zurück

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