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Ha Noi

In einer noch unbekannten Grossstadt zu einer Unzeit anzukommen und unmotiviert mitten auf der Strasse ausgesetzt werden, ist auf Reisen eigentlich schon zu zweit eine Stresssituation. Und mit kleinen Kindern erst recht. Es ist aber zum Glück auch diesmal alles gut gegangen. Und die folgenden Tage konnten wir Ha Noi noch bei Tageslicht erkunden und fanden alle vier Gefallen an der vietnamesischen Hauptstadt.

Insbesondere das Old Quarter hatte es uns angetan. Wir wohnten mitten in diesem charmanten Altstadtviertel, wo wir uns gemütlich mit der Fahrradrikscha durch das Gedränge von Scootern und Autos chauffieren liessen oder aber zu Fuss auf Erkundigungstour waren. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Zwar sind ziemlich breite Trottoirs vorhanden, aber dort sitzen die Einheimischen auf Miniaturstühlchen beim Tee oder aber Scooters sind parkiert. Die Häuser sind so eng gebaut, dafür schier unendlich tief, wie Blicke in schmale Gänge offenbarten.

An einigen Strassen werden nur Bambusleitern verkauft, an anderen wiederum Textilien, wieder eine Strasse weiter sind die Scooter-Werkstätten – alles strikt getrennt und spezialisiert. Laden nur mit Knöpfen wechseln sich mit Ständen voller Reissverschlüsse ab. Auch sämtliche Markenlabels zum selber auf- oder annähen sind erwerblich. Oder gleich die in Vietnam hergestellten Markentextilien zu einem Spottpreis. Garküchen zeichnen das Strassenbild sowie Händlerinnen mit den für Vietnam typischen Spitzhüten, die Früchte, Blumen oder Gebäck zum Kauf anbieten.

Nicola und Alexis standen mit glänzenden Augen vor den Läden voller billiger chinesischer Spielzeuge, so dass wir uns doch noch zu einer Superman- und einer Batman-Figur haben hinreissen lassen. Unsere Jungs unterziehen sicher jedes Spielzeug einer ziemlichen Belastungsprobe, aber dass die Figuren keine 24 Stunden gehalten haben, spricht wirklich nur für Ramsch. Jänu.

Wir waren auf dem Kleidermarkt, um Hosen der immer grösser werdenden Zwillinge zu ersetzen. Auf den Stoffbergen werden Mittagsschläfchen gehalten oder direkt daneben vom Handy Karaoke abgelesen und lauthals gesungen. Für Unterhaltung bei den Kindern, während wir durch die Shirt- und Hosenberge wühlten, war gesorgt. Eigentlich hatten wir in Kambodscha schon ziemlich viel an Souvenirs und Kleidern eingekauft, aber in Vietnam wird wohl nochmals einiges dazu kommen. Mit der Bestätigung aus der Heimat, dass inzwischen auch die zwei aus Malaysia geschickten Pakete heil angekommen seien, sind wir guter Dinge mit der Paketpost aus Asien. Bevor wir Vietnam verlassen, wird noch einmal eine grosse Box gefüllt und abgeschickt.

Meinen Geburtstag haben wir auch in Ha Noi gefeiert, vielen Dank für die vielen Glückwünsche von überall her. Auch an jenem Morgen sind wir im Altstadtviertel herumspaziert und am Nachmittag hatte ich eine Spa-Auszeit für mich alleine mit einer Gesichtsbehandlung und einer Hot Stone Massage. Patrick war diesmal besonders grosszügig mit seinem Geschenk: fast 1 Million vietnamesische Dong hatte er beim Spa für mich springen lassen. Umgerechnet heisst das, die 3-stündige Behandlung hat 40 CHF gekostet 😉. Als Geburtstagskuchen musste dieses Jahr ein Snickers reichen.

In Vietnam bleiben wir insgesamt zwei Wochen und die Tage in Ha Noi haben wir dazu genutzt, für diese Zeit in Nordvietnam ein nicht allzu straffes Programm aufzustellen und die Transporte, Unterkünfte etc. zu organisieren. Einmal geht es nördlich von Ha Noi, dann kurz wieder in die Hauptstadt, danach noch etwas südlich, bevor wir wieder von Ha Noi aus das Land verlassen.

Wir freuen uns auf alle unsere Vietnam-Abenteuer: Miriam Patrick Nicola Alexis