Heimkehr in die Schweiz

Nach exakt 170 Tagen unterwegs setzten wir am Sonntag, 28. Mai 2017 wieder den ersten Fuss auf Schweizer Boden. Dieser letzte der insgesamt 21 Flüge auf unserer Familienreise war der angenehmste und schönste. Es ist eben schon ein Unterschied, ob man asiatische Billig-Airlines fliegt oder mit einem Schweizerischen Traditionsunternehmen wie Swiss. Natürlich auch kostenmässig, aber der Abschluss einer solchen Reise sollte ja ruhig «krönend» sein.

Während Nicola und Alexis sofort gefesselt waren vom Onboard-Entertainment, sippten Patrick und ich erst einmal Champagner. Diese Flasche wurde uns vom Maître de Cabine zusammen mit einer Schachtel feinste Schweizer Pralinen und einem Brief überreicht: «e chliini Überraschig für Sie». Der Brief gab zwar nicht Aufschluss, von wem die Überraschung stammte, aber wir hatten da unsere Vermutung, die sich nach der Landung auch gleich bestätigte. Danke, Matt und Sandra!

Einige Filme, Getränke und Menüs später landeten wir nach elfeinhalb Stunden mit zwei schlafenden Jungs und Blick auf die Abendsonne in Zürich. Lange angestanden am Zoll (wobei wir uns bereits wieder wundern konnten, wie schnell sich die Schweizer über ein bisschen Wartezeit gleich lautstark aufregen), noch kurz auf die Toiletten gehuscht, unser Gepäck auf einen Wagen gehievt und wir waren bereit, in unser Schweizer Leben zurück zu kehren. Noch ein letztes Mal hielten wir uns alle an den Händen fest, um uns das Ende unserer Reise ganz bewusst zu sein. Wir hatten unsere grosse Familienreise geschafft! Und zwar alle vier unbeschadet, gesund, glücklich und von Abenteuer und der Weite der Welt erfüllt. Tief durchatmen und los Richtung Ausgang.

Angekommen

Mit Herzklopfen traten wir aus der Arrival- Tür heraus und waren erst einmal überwältigt von den vielen Menschen, die extra für uns nach Zürich gereist waren. Oma und Opa sowie Grosi und Goi standen natürlich ganz vorne an der Absperrung. Dann waren die beiden Gottis von Nicola und Alexis da mit ihren ganzen Familien, mit ihnen meine zwei Gotti-Mädchen Malea und Ellen. Mätthu, Sandra und Lou standen da, meine lieben Freundinnen Danielle und Stephy mit Mama Sophia. Freudentränen flossen, Küsse wurden ausgetauscht, einander in der Umarmung fast nicht mehr losgelassen. Mit Rivella, Schoggi und anderen Schweizer Köstlichkeiten sowie Blumen und liebe Brieflein wurden wir sogleich reicht beschenkt.

Alexis und Nicola versteckten sich zuerst hinter mir, tauten dann aber schnell auf und rannten bald schon wieder auf und ab in der ganzen Aufregung am Flughafen. Die Müdigkeit durch die Zeitverschiebung (Thai-Zeit wäre es längst nach Mitternacht gewesen) war wie weggeblasen.

Heimgekommen

Unsere Familie wurde aufgeteilt in den Autos von Oma/Opa und Grosi/Goi und so fuhren wir noch die rund eine Stunde nach Hause. Wo mit Eliane und Hans-Jörg noch weitere Freunde auf uns warteten. Der Hund Raya flippte fast aus bei unserem Anblick. Die Katzen versteckten sich noch aufgeschreckt und kamen erst später hervor, als etwas Ruhe eingekehrt war. Das sollte aber noch eine Weile dauern, denn ein reichhaltiger Apéro mit feinstem Käse und knusprigem Brot war für uns vorbereitet worden. Dazu die an eben diesem Tag gepflückten Erdbeeren frisch vom Feld, so fein!

Nicola und Alexis verschwanden erst einmal in ihre Zimmer. In ihrer kurzzeitigen Überforderung mit dem Überfluss wurden alle Kuscheltiere und Spielsachen einfach hervorgerissen und im Minutentakt zwischen spielen, bauen, anschauen und hüpfen hin- und hergeschwankt. Selbst als unsere Willkommensgäste sich verabschiedet hatten, dauerte es noch eine Weile, bis bei uns im Hause Ruhe einkehrte. Halb begraben unter Kuscheltieren und anderen Spielsachen im Bett schliefen die Zwillinge schliesslich um fast Mitternacht (Thai-Zeit wäre es schon fast Morgengrauen gewesen) ein.

Patrick und ich waren zu dem Zeitpunkt 24 Stunden wach und wir lauschten andächtig der Stille in unserem Haus. Kein Summen der Klima-Anlage, kein Strassenlärm oder vorbeidüsendes Moped… nach ein paar Wochen Asien kann einem das richtig gespenstisch vorkommen. Und trotzdem waren wir gefühlsmässig in unserem schönen Zuhause sofort wieder «daheim».

Während Alexis und Nicola auch an den nächsten zwei Tagen noch zwischen ihren Spielsachen und Velos hin- und hereilten, räumten wir erst einmal aus und auf. Waschmaschinenladungen trockneten in der Sommersonne. Währenddessen konnten Mützen, Handschuhe und Winterjacken an der Garderobe weggeräumt (Zeitstillstand von unserer Abreise im Dezember) und der Kleiderschrank der Jungs konnte ausgeräumt werden. Inzwischen sind die beiden definitiv bei Grösse 116 angekommen und die Kleider von vergangenem Herbst/Winter geschweige denn Sommer passen nicht mehr.

Unsere Pässe mit den Ein- und Ausreisestempeln aus den vielen Ländern sind nun vorläufig wieder in der entsprechenden Box weggepackt. Einkaufen mussten wir noch nicht gross, denn liebe Seelen hatten unseren Kühlschrank mit allerlei Köstlichkeiten gefüllt. Wie verwöhnt wir doch sind! Vielen herzlichen Dank!

Wir durchforsteten unsere Post, die auch einige herzliche Willkommens-Überraschungen für uns bereithielt, und packten die zwei Pakete aus Malaysia und das eine aus Neuseeland aus. Wie Weihnachten! Zwei Pakete – aus Vietnam und Laos – sind seit April noch irgendwo unterwegs per See-Fracht. Doch diese kommen hoffentlich auch noch bald an, beinhalten sie doch noch einige Geschenke für unsere Liebsten und Souvenirs für uns.

Wieder am Flughafen

«Gömer weder ufene Reis?» und «Müemer de Pass ou metnäh?» lauteten die Fragen unserer Zwillinge, als wir nur drei Tage nach unserer Ankunft wieder Richtung Flughafen Zürich aufbrachen. Doch diesmal standen wir auf der anderen Seite am Arrival. Götti Oliver, der sieben Monate unterwegs war und den wir seit unserer gemeinsamen Tour in Neuseeland nicht mehr gesehen hatte, kehrte aus Japan heim. Alexis und Nicola hüpften aufgeregt umher und auch Patrick und ich durchliefen noch einmal die Emotionen von unserer Ankunft.

Zu Hause in Bottenwil (Götti Oliver wohnt praktischerweise zwischen seinen Reisen auch da) gab es dann wie gewünscht vom Götti das erste Raclette. Das konnten wir bei uns draussen auf der Terrasse geniessen und die letzten Reise-Erlebnisse austauschen.

Wieder im Alltag

Für mich hat das Arbeitsleben bereits wieder begonnen, was aber absolut kein Motivationsproblem ist bei dem herzlichen Empfang. Patrick kümmert sich neben der Job-Suche um die Zwillinge und geniesst so nebenbei auch den schönen Sommer in der Schweiz.

Thailand, Malaysia, Indonesien, Neuseeland, Australien, Kambodscha, Vietnam, Laos und Myanmar: irgendwann werden unsere Reiseabenteuer in Foto- und Fotobuchform unser Zuhause schmücken. In unserem Herzen sind noch viel mehr Bilder und Emotionen aus diesen Ländern und unserem Zusammensein verankert. Und diese werden immer bleiben, wenn man die Erinnerungen nur regelmässig wieder ein wenig aufwärmt.

Travelling: it leaves you speechless, then turns you into a storyteller.

Thank you, life: Miriam Patrick Nicola Alexis

1 Antwort
  1. yo de nuevo
    yo de nuevo says:

    …Schööööön, siitter wieder do, gsund und munter und voller neuer iidrück :-***

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