Kuang Si mit Wasserfall, Bären und Elefanten

Auch in der weiteren Umgebung von Luang Prabang gibt es Schönes zu entdecken und erkundigen. Dies könnte man mit organisierten Touren machen oder aber auf eigene Faust. Seit unserer Scooter-Tour in Vietnam ist dies bei unseren Jungs das beliebteste Fortbewegungsmittel geworden. So haben wir auch in Luang Prabang wieder Motorräder gemietet.

Da die geschalteten Motorräder günstiger sind als die automatischen Scooter, hatten wir uns natürlich für die geschalteten entschieden. Gar nicht so einfach, diese zu bedienen mit einem Kind zwischen Schoss und Lenker und sich dann noch auf die Strasse zu konzentrieren, um nicht in streunende Hunde, Hühner, Wasserbüffel oder Kinder hineinzukurven und den Schlaglöchern im Strassenbelag auszuweichen. Aber ausserhalb der Siedlungsgebiete entlang von Reisfeldern und Wald war das Fahren dann etwas entspannter und die 30 Kilometer bis zu unserem Ziel in Kuang Si einfach zu bewältigen.

Das Beschaffen von Schutzhelmen ist in Asien jeweils das schwierigste Unterfangen. Die Einheimischen tragen nur in Ausnahmefällen Helme. So wurde extra für uns in den ganzen Familien rund um den Motorrad-Vermieter Helme zusammengesammelt. Das Ergebnis könnt ihr euch auf den Fotos anschauen. Nachdem wir uns selber vom ersten Lachanfall erholt hatten, konnte die Fahrt losgehen: der Wassermelonen-Kopf mit dem Käfer und ich mit dem russischen Kampf-Piloten auf dem Gefährt.

Free The Bear – Rettet die Bären

Direkt bei den Kuang Si Wasserfällen befindet sich ein Rescue Center für die inzwischen in Asien stark bedrohte Kragenbären und Malaienbären. Dieses haben wir uns als erstes angeschaut und es hat uns einmal mehr traurig gestimmt, was Menschen mit Tieren alles anstellen. Sogar Nicola und Alexis waren ausnahmsweise ziemlich ruhig, als wir ihnen den Hintergrund des Bärenparks erklärten.

Mit Schlingenfallen werden die Bären in Asien gewildert und die fatalen Auswirkungen von solchen Fallen und die Haltung in viel zu engen Käfigen waren den Tieren auch noch im Rescue Center anzusehen. Dem einen Bären fehlte die Vorderpfote, einem anderen gar das ganze Bein. Aus der Gefangenschaft trauen sie sich manchmal gar nicht mehr, den Boden zu berühren. Aber immerhin: sie leben. Nicht wie viele ihrer Artgenossen, die an den grausamen Haltungsbedingungen in so genannten Bärenfarmen in und um China längst gestorben sind. Und alles nur wegen der Bärengalle, die in der Chinesischen Medizin stark nachgefragt wird. Und das, obwohl der Wirkstoff längst auch synthetisch hergestellt werden kann. Ohne hier näher darauf einzugehen, hier ein Verweis auf einen Weltspiegel-Beitrag und ein Artikel zum Bear Rescue Center in Kuang Si.

Im Bear Rescue Center in Kuang Si leben aktuell 17 Bären. Der Park stösst jedoch platzmässig schon sehr an seine Grenzen. So haben auch wir mit einer kleinen Spende mitgeholfen, dass die erst kürzlich aus den Fängen von Wilderern befreite Jungtiere auch bald ein grösseres Gehege bekommen.

Kuang Si Wasserfall

Durch das Bear Rescue Center hindurchgelaufen, kamen wir an unser eigentliches Ziel in Kuang Si: den Wasserfall. Auf unseren Reisen haben wir uns schon einige Wasserfälle gesehen und waren eigentlich meistens nur minder begeistert oder gar enttäuscht. Beim Kuang Si Wasserfall waren wir uns jedoch sofort einig: einer der schönsten Wasserfälle, die wir je gesehen haben.

Über zig Kaskaden rauscht glasklares Wasser in die Tiefe, um sich in unzähligen türkisfarbenen natürlichen Pool-Becken zu sammeln. In diesen angenehm kühlen Stein-Pools haben vor allem Alexis und Patrick ausgiebig gebadet. Nicola spielte lieber in den kleineren Nebenbächen und -teichlein, weil ihn die «Knabber-Fische» in den grossen Pools nicht ganz geheuer waren. Ich hingegen genoss dieses «Fish Spa» an meinen Füssen in natürlicher Umgebung. Damals in Thailand hatten die Zwillinge ihre Füsse in Aquarien mit genau diesen Fischen reinigen lassen.

Wir sind fast den ganzen Tag bei den Kuang Si-Wasserfällen geblieben. Waren wir morgens um 10 Uhr noch fast alleine, tummelten sich ab dem Mittag in allen Pools einheimische und ausländische Touristen, was aber zum Beobachten auch ganz amüsant sein kann.

Besuch im Elephant Camp

Auf unserer Motorrad-Tour nach Kuang Si entdeckten wir plötzlich direkt neben der Strasse ein grosses graues Tier im Dickicht: ein Elefant. Und ein paar hundert Meter weiter ein Eingangsschild zum Elephant Camp. Auf dem Rückweg nach Luang Prabang am späten Nachmittag machten wir dort noch kurz Halt. Da es jedoch kurz vor Feierabend war, sei es zu spät für einen Ausritt, hiess es am Eingang. Aber wir durften dafür kostenlos bei den Elefanten vorbeischauen und beim Waschen und Füttern helfen. Besonders die noch junge Elefantendame Noi hatte es uns angetan. Sie frass uns buchstäblich aus der Hand und konnte nicht genug kriegen von den saftigen Bananenstauden.

Insgesamt 11 Elefanten leben in dem Camp, das ganz auf den Tourismus angewiesen ist. Seit dem Wald-Abholzverbot in Laos, wo Elefanten zum Arbeiten eingesetzt wurden, ist die Haltung heutzutage nur noch mit Tourismus finanzierbar, frisst doch ein Elefant jeden Tag bis 150 kg Nahrung. Das muss erst einmal beschafft werden. In der Wildnis weist der asiatische Elefant wegen der Zerstörung und Zersiedelung des Lebensraumes leider nur noch einen schwachen Bestand auf.

Mit den Plüschtieren spielen Alexis und Nicola nun neuerdings «Noi und die Bären», wobei die Kiwis aus Neuseeland die Rolle der flauschigen Pelztiere übernehmen dürfen. Aus den Taschenmesserketten werden Schlingenfallen und die Elefanten-Noi oder manchmal auch der Hai und der Orang-Utan dürfen die Retter spielen.

Mit einem grossen Herz für Tiere: Miriam Patrick Nicola Alexis