Mit dem Auto durch Japan – mit Wettbewerb

Wir haben das gewagt, was nicht viele wagen in Japan: das Land statt mit dem Zug mit einem Mietauto auf eigene Faust zu erkundigen. Das bringt zwar einige Tücken mit sich, ermöglicht einem aber letztendlich Flexibilität und ganz neue Erlebnisse.

Die Situation

Es herrscht Linksverkehr, entsprechend sind die Autos rechts gesteuert und für unser Empfinden ist alles spiegelverkehrt. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind auf Nebenstrassen 40km/h, auf Hauptstrassen 50km/h und auf Autobahnen 80km/h. Autobahnen sind somit die schnellsten Strassen, jedoch gebührenpflichtig. Strassenschilder sind auf japanisch und in den meisten Fällen zusätzlich mit lateinischen Buchstaben angeschrieben, Strassen tragen eine Nummer. Die Verkehrspolizei ist sehr strikt in Japan, aber glücklicherweise gilt es als das Land Asiens, wo die Verkehrsteilnehmer am rücksichtsvollsten miteinander umgehen und die Gesetze grundsätzlich einhalten.

Das Auto
Uns wurde ein Mazda 3 Sedan mit – Achtung, wichtig! – Stufenheck zugeteilt. Zu viert haben wir bestens Platz, unser Gepäck füllt den ganzen Kofferraum und die Mitte des Rücksitzes sogleich aus. Ausgerüstet ist der Mazda mit einem Navigationssystem auf japanisch. Als Eingabetasten existieren zwar unsere Zahlen, ansonsten jedoch nur japanische Zeichen. Wir verstehen absolut gar nichts und haben das Gerät zu Unrecht schon am Anfang verteufelt.

Die Rollenteilung
Patrick, der auch auf Schweizer Autobahnen gerne links fährt, ist unser Fahrer. Abgesehen von ein paar Ausrutschern, weil er als Kind von einer Karriere als Rally-Pilot geträumt hatte, macht er seine Sache sehr gut! Stella ist Co-Pilotin und stets ausgerüstet mit einer Japan-Karte, dem Lonely Planet-Reiseführer sowie der Anleitung und der Fernbedienung vom japanischen Navigationssystem. Dank ihrer hervorragenden Reisevorbereitung schon in der Schweiz weiss sie jederzeit, welchen Ort wir als nächstes ansteuern müssen. Auf dem Rücksitz sitzt das Warn-, Unterstützungs- und Versorgungssystem. Matthias immer auf der Suche nach Wifi-Empfang mit seinem iPhone, um neuste Karteninformationen zu holen oder nach Ess- und Schlafmöglichkeiten zu suchen. Miriam hat je nach Fahrstil von Patrick die Finger ins Polster gekrallt und versorgt ansonsten die ganze Mannschaft mit Getränken, Süssigkeiten oder Esswaren und unterstützt beim Kartenlesen oder Schilder suchen.

Der Lerneffekt
Nebst ein paar Mal die Scheibenwischer einschalten statt das Blinklicht hatte Patrick den Mazda von Anfang an gut im Griff. Lediglich eine gefährliche Situation entstand am ersten Abend, als Patrick beim Abbiegen in die rechte statt linke Spur fahren wollte. Rechtzeitig reagierte jedoch das Warnsystem vom Rücksitz und wir konnten im letzten Moment noch auf die richtige Fahrbahn schwenken.
Schon etwas mehr Mühe bereitete uns das japanische Navigationssystem. Nachdem wir uns am ersten Abend so was von verfahren hatten (dieses Ziel hatte noch der Autovermieter für uns programmiert) und am Bahnhof in der Stadt Shizuoka statt der Provinz und somit rund 70km entfernt vom reservierten Hotel landeten, musste etwas geschehen. Mit Müh und Not fanden wir schliesslich die Bedeutung der japanischen Warnung heraus, die das Navigationssystem blockierte: man konnte es nur bedienen mit angezogener Handbremse. So einfach wäre es!
Und das beste am Navigationssystem ist, dass man nicht Adressen eingeben muss, sondern der einfachste Weg führt über eine Telefonnummer. So geben wir nun immer die Telefonnummer der Touristeninformation des angesteuerten Ortes ein und das Navigationssystem ist für uns doch noch von grossem Nutzen. Mit vereintem Wissen haben wir es sogar geschafft, das Gerät soweit zu programmieren, dass es uns nicht auf die teuren Autobahnen, sondern über Haupt- und Nebenstrassen führt.

Der Wettbewerb
Insgesamt sind wir 13 Tage mit dem Mazda unterwegs und von Tokyo aus fahren wir nach Südwesten. Wohin genau und mit welchen Abstechern und Umwegen, das wissen wir selber noch nicht. Deshalb dreht sich der Japan-Wettbewerb mit einer weiteren Schätzfrage um unseren Weg. Macht sogleich mit auf Win Japan und bestimmt mit, wie Patrick nächste Woche seinen Bart schneiden soll. Darauf haben einige von uns schon lange gewartet :-)!

3 – 2 – 1 – Go! Miriam y Patrick

3 Kommentare
  1. Diana
    Diana says:

    Wie, keine Farbe und Schleifchen in Patricks Bart??? Laaangweilig!! 🙂 Mehr Mut zur Veränderung im Land der Mangas und Anime bitte…. 😉

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