Mit den Elefanten in Tangkahan

Da die kurzen Beinchen der Zwillinge nach dem Dschungel-Trekking jeweils doch recht müde waren, sind wir einen Tag nach Tangkahan für eine «Elephant Activity» gefahren. Dies bedeutet erneut eine dreistündige Hin- und eine dreistündige Rückfahrt über Holperstrecken durch fast ausschliesslich Ölpalmen-Plantagen.

Das Ausmass des Palmoil Business ist schon beängstigend, zumal die Plantagen der wachsenden lokalen Bevölkerung weniger Arbeitsplätze bieten (im Vergleich zu früheren Gummibaum-Plantagen oder anderweitiger Landnutzung), die Wasserversorgung in Gefahr bringen und gemäss unserem Guide Ali das Land unfruchtbar machen, so dass es nach spätestens drei Generationen nicht mehr nutzbar sein wird. Erschreckend ist übrigens auch, dass Malaysia, das im eigenen Land offenbar keinen weiteren Urwald roden darf, nun umso mehr in Indonesien die Finger im Ölpalmen-Business hat. Auch China ist am Mitmischen.

Ali arbeitet nebst seiner Tätigkeit als Guide auch bei der gemeinnützigen Organisation Greenlife Project zum Schutz des Regenwaldes und seiner Bewohner mit. Eine gute Sache – die Website ist empfehlenswert.

Nebst den endlosen Ölpalmen-Plantagen konnten wir aber in den dazwischen zerstreuten Siedlungen auch einen Einblick in das Leben der lokalen Bevölkerung gewinnen, was für uns auf der Fahrt nach Tangkahan spannend war.

Eine ganze Elefantenherde für uns alleine

Nach Tangkahan gefahren sind wir wegen der Elefanten. Sie werden dort zum Arbeiten eingesetzt, hauptsächlich von den Ranger zum Patrouillen durch den Nationalpark Gunung Leuser. Dies wird unter anderem von einem kleinen Tourismus mitfinanziert. Es ist möglich, auf den Elefanten zu reiten, was uns aber nicht gereizt hat in Bezug auf Tierwohl und -nähe. Dafür das Waschen der Elefanten. Täglich gehen die Elefanten zum Fluss zum Baden und es ist möglich, sie dorthin zu begleiten und mitzuhelfen.

Offenbar sind die Elefanten von Tangkahan wirklich nicht massentouristisch (was uns bei der beschwerlichen Anfahrt nicht weiter wundert…), besonders nicht in der Nebensaison wie jetzt im Januar. Wir waren nämlich die einzigen Besucher an jenem Tag. Und so kam es, dass wir als Familie eine ganze Elefantenherde bestehend aus acht Weibchen, vier Jungtieren und einem Elefantenbullen für uns alleine hatten.

Von ihrer Weide wurden sie von den Mahouts zum Fluss geführt und durften zuerst alleine baden. Sie genossen das Wasserspiel sichtlich, liessen sich von der Strömung mitschwemmen und einige tauchten so tief unter, dass man von ihnen nur noch den Bauch wie eine Insel aus dem Wasser ragen sah.

Nach einer Weile wurden der Elefantenbulle sowie drei Weibchen von den Mahouts zu uns geführt und sie legten sich in Ufernähe ins Wasser. Jedem von uns wurde eine Bürste in die Hand gedrückt und wir konnten uns einen Elefanten auswählen. Natürlich entschieden sich Nicola und Alexis für den grössten und stärksten Elefanten, nämlich den Bullen namens Theo. So nahe verlieh der mit seinen langen Stosszähnen dann aber doch ziemlich Respekt und Nicola traute sich anfangs nur zögerlich, die raue Elefantenhaut richtig mit der Bürste zu bearbeiten, besonders wenn der Rüssel des neugierigen Tieres in der Nähe war. Die anfängliche Angst wich aber schnell der Freude über die Nähe zu den Elefanten und die Zwillinge durften sich schliesslich sogar auf Theo draufsetzen. Die robusten Haare am ganzen Elefantenkörper piekten aber auch durch die Badehose. Dann doch lieber im Wasser stehend mit der Bürste weiterarbeiten oder aber die grossen Tiere betrachten, streicheln (Alexis) oder mit ihnen reden (Nicola). Später gab es für Patrick noch eine «Elefanten-Dusche». Da diese ziemlich geräuschvoll war, wollten die Zwillinge lieber Abstand halten. Beim Bananen füttern und für das gemeinsame Erinnerungsfoto waren sie dann aber wieder ganz vorne mit dabei.

Schliesslich wurden auch die vier Elefanten wieder zurück zu den anderen auf die Weide geführt, wo mittlerweile frische Palmwedel und Zuckerrohr auf sie warteten. Wir blieben noch eine Weile alleine am Fluss, um am Strand im Sand zu spielen (Alexis und ich) und im Fluss zu schwimmen (Nicola und Patrick), bevor wir uns wieder auf die holprige Rückfahrt machten. Trotz Gerumpel durch die vielen Schlaglöcher waren die Jungs innert kurzer Zeit im Auto eingeschlafen.

Erfüllt von den schönen Tiererlebnissen auf Sumatra: Miriam Patrick Nicola Alexis

4 Kommentare
  1. ursula_inauen
    ursula_inauen says:

    Es ist einfach genial,diese Berichte,die Fotos,ich muss für mich alleine laut lachen😂😄und was Ihr alles erlebt und unternehmt mit Euren,noch so jungen Boys.
    Auch wenn sie noch so jung sind,werden sie bestimmt vieles aufnehmen,und nicht vergessen.Danke für dieses Anteil nehmen können.
    Weiterhin,machts gut,und hend Sorg.ursula

  2. Diana
    Diana says:

    Was für wunderschöne Aufnahmen mit den Elefanten und im Beitrag davor mit den Orang Utans, das treibt einem ja direkt die Tränen in die Augen! Das sind Erinnerungen fürs Leben.
    Ich wünsche euch weiterhin so viele herrliche Eindrücke und eine gute Weiterreise!

  3. Annemarie
    Annemarie says:

    Bei den Elefanten wäre ich auch gerne dabei gewesen…. bei den Orang Utan weniger…
    Das ist schon schlimm mit den Palmölplantagen… unsere arme Naturwelt….
    Geniesst es! Liebe Grüsse aus der kalten Schweiz

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