Mit (unseren) Kindern unterwegs in Kambodscha

Zum ersten Mal auf unserer Reise waren wir in Kambodscha mitten im Backpacker-Strom gelandet. Und natürlich weit und breit die einzigen mit Kindern. Von den anderen jüngeren Backpackern ernteten wir eher mitleidige Blicke und Kommentare, könnten wir uns ja nun mit Kindern nicht mehr die Nächte um die Ohren schlagen – und das ausgerechnet bei dem günstigen Alkohol hier (Bier ab 50 Cent, Cocktail ab 2.5 US-Dollar). Die älteren Backpacker gratulierten uns zu diesem mutigen Vorhaben und waren überzeugt, dass es unsere Kinder und uns als Familie nur bereichern könne.

Was wohl die lokale Bevölkerung von uns dachte? Mehrheitlich sprachen sie kaum Englisch und wir natürlich kein Khmer. Fest steht, dass insbesondere die Frauen und die Kinder mit unverhüllter Begeisterung auf unsere Zwillinge reagierten. Wenn wir im Tuk-Tuk vorbeidüsten, sprangen Kinder auf die Strasse und winkten uns nach, als wären wir Berühmtheiten. Beim Vorbeilaufen riefen sie «Hello!» und wollten «Gimme Five» machen.

In den Märkten wurde den Zwillingen über die Haare gestreichelt, in den Arm geknufft oder neckisch auf den Hintern geklapst – alles unter enzückten «Baby! Baby!»-Ausrufen. Alexis mochte dieses Übermass an Aufmerksamkeit nach wie vor nicht, er blieb immer in Bein-Nähe von Mami und Papi. Nicola – mit der neuen Frisur «Cambodia Style» wurde von den Einheimischen auch liebevoll «Pineapple» genannt – war hin- und hergerissen zwischen Spass und Übermass an Berührungen.

Bezüglich Hygiene waren es eher die Sorgen von Gluggere-Mami Miriam. In Kambodscha kamen Feuchttücher und Hygiene-Gels sowie die Einweg-Essstäbchen wieder voll zum Einsatz. Und ansonsten hatten wir Wert auf eine sichere und saubere Unterkunft gelegt und dafür gerne auch etwas mehr bezahlt.

Geben und Teilen: dies vorzuleben und an unsere Kinder weiterzugeben, ist uns als Eltern wichtig. Nicola und Alexis sehen auf dieser Reise mit eigenen Augen, dass es längst nicht allen Menschen so gut geht wie uns in der Schweiz. Wo sie vor ein, zwei Monaten noch Mühe hatten, etwas von ihren Süssigkeiten abzugeben, ist es inzwischen für sie Selbstverständlichkeit geworden. Wenn wir am Morgen unseren Rucksack für den Tag gepackt hatten, wollten sie auch immer aus ihrer «Süssigkeiten-Box» zusätzliche Bon-Bons oder Lolli-Pops einpacken, um diese den Kindern unterwegs zu verschenken. Oder wenn wir einem Bettler auf der Strasse begegneten, wiesen sie uns darauf hin, diesem noch etwas Geld zu geben. Alexis hatte sich aber noch nicht getraut, selber eine Gabe in ein dafür bereitgestelltes Gefäss zu legen. Nicola hingegen hatte kein Problem damit, näher zu den Menschen heranzutreten, auch wenn diese nur mit Lumpen umhüllt waren oder ihnen Gliedmassen fehlten.

Bekanntlich verarbeiten Kinder ihre Erlebnisse mit Spielen. So erstaunt es nicht, wurden der Hai, der Orang-Utan und die zwei seit Neuseeland ebenfalls mitreisenden Plüsch-Kiwis manchmal zu Mienen-Opfern. Für diese noch nicht allzuweit zurückliegende Vergangenheit des Landes gibt es auch heute noch viele Zeugen. Mit den Kindern haben wir uns diesem dunklen Kapitel der Geschichte nicht näher gewidmet, obwohl es im ganzen Land Killing Fields, Höhlen voller Totenschädel, Folter-Gefängnisse und Genozid-Museen zu besichtigen gäbe.

Trotz der traurigen Vergangenheit oder der unübersehbaren Armut der Bevölkerung: die Menschen sind so offen und freudig uns fremden Gästen gegenüber. Das war bestimmt nicht unser letzter Besuch in Kambodscha!

Aus der Apotheke gebraucht haben wir:

  • Sämtliche Mückenmittel
  • Fenistil zur Behandlung der Mückenstiche
  • Umckaloabo und Similisan-Chügeli zur Behandlung der Klimaanlage-Erkältungen
  • Merfen-Spray bei Knie-Aufschürfungen
  • Mittel gegen Fieber, Erbrechen, Durchfall für Kinder und Erwachsene an Einheimische verschenkt in Floating Village Kampong Luong

Aus dem Reisealltag

Im Tuk-Tuk
Nicola: Weisch, Mami, i ha dOuge zue ned zom Schlofe. I be eifach chli am Chille.

Im Taxi
Alexis: Mami, du hesch emmer meh Chnoche. So chame gar nöm so bequem uf der ligge.

Im Hotel
Miriam: Lönd mi doch no gschwind öppis lo fertigschriebe…
Nicola: Wetsch öis mängisch am liebschte zrogg nach Bottewiu schicke?
Miriam: Nei, ufe Mond möchti öich mängisch am liebschte schicke!
Nicola: Aber dört stärbe mer! Dört chöne mer jo ned schnuufe!

Auf der Strasse
Nicola: Alexis, lueg, mega cool! Dä Ma hocket ufemne Roubrätt ond get met de Händ a!
Miriam: Jo, hesch gseh, werom er ufem Roubrätt hocket? Er het kei Bei. So cool esch das nämlech ned.
Nicola: De het äuä ned glost ond esch eifach ufs Fäud gloffe ond de ufene Miene gstande…

Auf dem Markt
Nicola: Mami, werom het de Bättler ohni Gäud ou Chleider a ond esch ned blott?
Miriam: Blott darf niemer veuse, aui müend Chleider alegge.
Nicola: Aber dSöili send jo ou blott!
Alexis: Das send dänk ou Tier ond mer send Mönsche!

Auf dem Markt
Cambodia-Lady (zum vorbeilaufenden Patrick): Madam, want to have a look?
Patrick (dreht sich um): Me?
Cambodia-Lady (lacht): Ooooh, sorry, sorry! Long hair I mean you lady!

Im Restaurant
Cambodia-Lady (zu Nicola): Baby! Your haircut like pineapple!

1 Antwort
  1. Gratiela
    Gratiela says:

    Happy Birthday Miriam!!! Shoot for the moon, even if you miss you will land among the stars!
    Zu deinem Geburtstag wünschen wir dir von Herzen das aller Beste, Gesundheit, Freude und viele glückliche und bereichernde Momente mit deiner wundervollen Familie!
    Eure Berichte sind richtig herzerwärmend und aufstellend und die Kids erweisen sich als die besten Beobachter
    Herzlichst, Gratiela

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