Mit (unseren) Kindern unterwegs in Laos

Weil wir noch andere Reisepläne haben, ist unsere Zeit in Laos mit elf Tagen relativ kurz ausgefallen. Auch haben wir diesmal bewusst wegen der Kinder auf lange Bus- oder Bootsfahrten verzichtet und sind nur an einem Ort geblieben, in der einstigen Königsstadt Luang Prabang.

Unsere Zeit in Luang Prabang war natürlich optimal für Kinder. Wo sonst auf der Welt kann man während mehreren Tagen überall von morgens bis abends mit Wasser spielen und mit der Wasserpistole auf der Strasse alles nassspritzen, was vorbei will? Dank unserer Zwillinge wurden wir nicht zu potentiellen Gegnern in der Wasserschlacht, sondern die Einheimischen buhlten richtig darum, uns mit Nicola und Alexis als Verbündete zu gewinnen und in ihr Team aufzunehmen. So fühlten wir uns mit Nicola und Alexis sofort überall dabei.

Ob das Gemeinschaftsgefühl der Laoten aus der kommunistischen Vergangenheit herrührt oder einfach für jedes Kind, das mit vielen Geschwistern aufwächst, eine Selbstverständlichkeit ist? Wir wissen es nicht. Aber es war einfach toll, zuzuschauen, wie Kinder über alle Altersstufen so schön zusammen sind und ganz ohne Einmischen von Erwachsenen bestens klarkommen.

Die Fürsorge der Laoten geht für unser Verständnis allerdings manchmal fast zu weit. So war es beispielsweise für Nicola und Alexis im Pool unmöglich, selbst die kleinste Treppenstufe zu erklimmen, ohne dass mehrere Personen unter lautem «no, no, no!» oder «careful» herbeieilten. Und auf der vielleicht zwei Meter langen Wasserrutsche standen mindestens zwei Personen unten, die unsere Vierjährigen auffangen wollten. Dabei können unsere beiden ja längst schwimmen – im Gegensatz zu den meisten Einheimischen. Vielleicht haben sie ja nie schwimmen gelernt, weil man sie nicht gelassen hat.

Nicola ist ja schon seit je sehr kontaktfreudig und zugänglich mit allen Menschen, während sich Alexis lieber an uns Eltern hielt oder zumindest an Nicola. Zu Beginn unserer Reise hätte sich Alexis noch nicht einfach so von anderen Kindern in die Arme nehmen und mitziehen lassen. Jetzt aber geniesst er die Aufmerksamkeit und den Rummel um seine kleine Person sichtlich. Auch vom Anführer Nicola hat sich Alexis befreit und er geht ganz alleine auf andere Menschen zu, spricht diese auf Englisch an, wenn er etwas möchte (wenn auch meistens in Verbindung mit Food, Drink oder Handy).

Übrigens hat Alexis inzwischen auch seine Eifersucht auf Buddha nach einigen Klau-Versuchen (immer diese Cola-Büchsen bei den Geisterhäusern…) irgendwie selber in den Griff bekommen. Eines Morgens meinte er ganz von sich aus, die Frau an der Reception hätte ihm ein paar Manderinen geschenkt und er hätte diese dem Buddha im Geisterhäuslein beim Eingang hingelegt. Und tatsächlich, da lagen sie. «Deför luegt de Buddha de, dass mer met em Töff kei Unfau händ», meinte er. Ein guter Deal.

Wie offen unsere Kinder sind und mit allen anderen Menschen überall auf der Welt so schnell in Kontakt kommen, ist einfach eine Freude. Und sie machen keinen Unterschied, wer welche Herkunft hat oder wie jemand angezogen ist. Im Grunde sind eben alle Menschen gleich – das zeigen uns die Kinder.

Wobei wir uns bewusst sind, dass Luang Prabang nicht für das ganze Land repräsentativ ist. In Laos lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Eine relativ hohe Kindersterblichkeit, Unterernährung, Analphabetismus, Kinderarbeit, Gewalt und Ausbeutung sind Themen, mit denen sich Organisationen wie UNICEF auch in Laos auseinandersetzt.

 

Aus der Apotheke gebraucht haben wir:

  • No-Bite Mückenschutz und Fenistil zur Behandlung der Stiche


Aus dem Reisealltag

Beim Frühstück
Patrick: Wüsse der no, wie de Opa rechtig heisst?
Nicola: I weiss es nöm.
Patrick: Bernhard. Ond wie heisst dOma rechtig?
Alexis: Annelies.
Patrick: Genau. Ond sGrosi?
Nicola: Mischga.
Miriam: Nei, Mischga esch de russischi Bär bide Masha. Wie heisst sGrosi met rechtigem Name?
Alexis: Brigitte.
Patrick: Genau. Ond de Goi?
Alexis: Raya.
Miriam: Raya esch doch em Goi ond em Grosi si Hond. Wie seit sGrosi ame em Goi?
Nicola: I weiss es: Roli-säg-ned-so-öppis! Das seit sGrosi emmer zom Goi!

Im Guest House
Alexis: Gömer am Obe weder a King-Kong? Oder wie heisst de grossi Fluss, wo Wasserschlacht esch?
Miriam: Mekong heisst dä.

Im Guest House
(nach einer Reklamation von anderen Gästen, unsere Kinder seien zu laut)
Miriam: Chöne der bitte probiere, chli liisliger ond weniger wöud spiele?
Alexis: Aber mer send doch Buebe ond noni erwachse!
Nicola: Genau, Buebe MÜEND lut ond wöud spiele!

Auf der Toilette
Miriam: Hesch du chli Buchweh?
Nicola: Neeeei! Sletschte Mou Buchweh hani zMalaysia gha! Sethär nie meh.

Fachgespräch am Pool
Schweizer Tourist: Wie lang send ehr de scho ide Ferie?
Nicola: Scho laaaang! Ond der?Schweizer Tourist: Nonig so lang. Mer send erscht vornes paar Täg vo de Schwiz nach Bangkok gfloge ond de do äne cho.
Nicola: Nach Bangkok flüge mer as nöchschts.
Schweizer Tourist (beeindruckt): Ah jo? Du kennsch di aber us! Mer flüge as nöchschts nach Hanoi.
Nicola: Dört semmer ou scho gsi. Ond vo dört nach Sapa ond id Halong Bay.
Schweizer Tourist (noch mehr beeindruckt): Ah jo?!? Ond a das chasch du de no alles erinnere?
Nicola: Jo secher! ZKambodscha semmer ou scho gsi. Ond zThailand ond zMalaysia ond zSumatra. Ond zNeuseeland ond zAustralie.
Schweizer Tourist: … (fehlen die Worte)

Am Kokosnuss-Stand
Nicola: Alexis, lueg, sie hout dNuss no abenand met de Machete, de chöne mer sie nächäne uslöffele.
Alexis: E Löffu! E Löffu!
Kokosnuss-Verkäuferin: Oooooh, mi also ei löff u! Ei löff ju!! (me also, I love you, I love you!)

3 Kommentare
  1. ursula_inauen
    ursula_inauen says:

    Ja,das sind ja wieder herrliche Geschichten über Euch,und vor allem von Alexis und Nicola.Das mit den Mandarinen,ist ja rührend…..😂Und,wie sie wissen wo überall
    Ihr schon gewesen seid,dass dem Schweizer der Kiefer runter fällt,ist verständlich. Ich kann nur wieder sagen,super schön Eure, Berichte und Fotos.
    Geniesst den zur Verfügung stehenden Monat.liebe Grüsse aus der,zur Zeit,regen-reichen Schweiz.ursula

  2. Helga
    Helga says:

    Hola. Die mönchskarte kam pünktlich zum Auftakt der walpurgisnacht🙋 vielen dank ans dran denken. Ja, der feuerlauf wird mein Abenteuer😵🎆 werde an meine ferne talhexe denken😁😋 winke mit dem besen

  3. LysaJulienBarbaraDidier
    LysaJulienBarbaraDidier says:

    Liebi Wäutebummler, aus mittlerwile haubi Nöiseeländer chunnt nur eis Wort für öiie Blog i Frag: AWESOME! Mir reise, lache, gniesse, stuune, truure oder lide mit öich. U schmunzle immer wider über gwüssi Parallele, was öii u üsi Erläbnis mit Ching uf Reise abelangt. Bi üs geiz langsam heizue, obwou mr no lang so chönnte witermache. Uf zwöi Sache fröie mir üs aber scho iz: Gnue schnäus Internet u gnue Zyt, um öii Posts vor erschte Reis ds läsä! Keep exploring & liebi Grüess vode Pfusbüssler

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