Das Reisen als Familie in Malaysia ist ziemlich praktisch, weil die Malaysier selber auch mit der ganzen Kinderschar reisen. Es ist also relativ normal, dass Kinder überall mit dabei sind und man wird nirgendwo schräg gemustert. Und gerade weil die Einheimischen als Familie oder meist auch noch mit Grosseltern, Tanten, Onkel etc. reisen, sind auch in allen grösseren Hotels Familienzimmer buchbar oder für fast jedes Zimmer ohne Aufpreis Extrabetten bestellbar. Das macht für uns das Übernachten in Hotels gut leistbar anstelle von Hostels und Budget-Unterkünften, wo wir selbst in Schlafräumen pro Person, d.h. für vier Personen, Volltarif bezahlen müssten.

Da gerade in Stadtnähe alle Malaysier relativ gut Englisch sprechen, haben Erwachsene und auch Kinder öfters direkt den Kontakt mit Nicola und Alexis gesucht. Gerade zu Alexis haben sie mehrmals gesagt «such beautiful blue eyes» oder «I wish I had your eyes». Einige haben sich aber auch einfach zum Selfie machen neben die Kinder gestellt. Vor allem Alexis wurde das dann zu viel und er hat sich vehement gegen jedes Anfassen gewehrt – verständlich. Sogar Nicola hat gemeint, er möge das nicht immer. Mit einer abweisenden Hand- und Kopfbewegung unsererseits haben sich aber alle auch abgewendet.

Dass Alexis und Nicola Zwillinge sind, ist kaum jemandem auf den ersten Blick aufgefallen, auch wenn sie einmal genau gleich angezogen waren. Die Einheimischen oder auch andere asiatische Touristen kleiden ihre unterschiedlich alten Kinder gerne genau gleich ein oder manchmal kommt auch eine ganze Familie im Einheits-Tenue daher. Es gibt sogar Kleidergeschäfte, die extra darauf ausgerichtet sind, die ganze Familie einheitlich zu kleiden. Zum Beispiel mit dem Hahnen-T-Shirt für Papa, Hühner-Shirt für Mama, Bibeli-Shirt für Buben und anderes Bibeli-Shirt für Mädchen (bald kommt das chinesische Jahr des Hahns). Das selbe mit andere Tier-Sujets, Herzchen, Wappen, Sprüchen etc. Spannend, zu sehen, aber für uns selber setzen wir doch mehr auf Individualität.

Allem in allem ist Malaysia ein ideales Einstiegsland zum Reisen mit Kindern mit schöner Natur, sehr freundlichen Menschen, vielseitiger Kultur, spannendem Essen, Sauberkeit und Sicherheit.

Sprachlich
«Kanak-kanak» heisst «Kinder» auf Malaiisch. Ein spezielles und in unserem sprachlichen Ohr nicht besonders schönes Wort. Wir haben uns aber an die zahlreichen «Kanak-kanak»-Schilder entlang unserer Fahrroute gewöhnt und das Wort schliesslich so liebgewonnen, dass wir auch unser Toyota-Gefährt «Kanak-Kanak» getauft und fortan nur noch so genannt haben.

Aus der Apotheke gebraucht haben wir:

  • Similisan-Chügeli bei Grippe und Erkältung sowie Dafalgan-Pülverli gegen Fieber von Nicola in Melakka
  • Umckulaboe gegen den Husten von Nicola und Alexis in Melakka (kein Wunder bei den durch Klimaanlagen heruntergekühlten Gebäude)
  • Fenistil zur Behandlung der zahlreichen Mückenstiche aus dem Taman Negara und für Alexis Bienenstich in George Town sowie danach noch Feniallerg, weil der grosse Zeh und der Fuss auch am nächsten Morgen noch rot und angeschwollen waren

Aus dem Reisealltag

Auf der Strasse
(Eine Frau mit einem Gesicht voller Pickel kommt uns entgegen)
Alexis: Mami, lueg mou! Wo die Frou wohnt, hets äuä mega vöu Mugge!

Auf der Strasse
(Eine mit einem Niqab verschleierte Frau kommt uns entgegen)
Nicola: Mami, lueg, die Frou het nome dOuge blutt!

Im Pool
Nicola: Mami, lueg! E Toucher im Pool!
Miriam : Das esch kei Toucher, das esch e Frou am Schwümme.
Nicola: Aber die Frou het doch e Toucherazug a!
Miriam: Das esch es Burkini, de Badazug vo de muslimische Froue.

Im Restaurant
Alexis: Mami, hesch du do nöi Chräbu?
Miriam: Nei, das send kei Chräbu, das send Faute.
Alexis: Gönd de Faute ou weder einisch wäg?
Miriam: Leider ned…

Auf der Strasse
Nicola: Wenn de Polizist Strossechind gseht, was macht er met dene?
Alexis: De bringt er sie zom Dokter, dört bechöme sie e Sprütze ond wärde igschlöferet. Wöu es het zvöu vo dene, me cha ned aui rette.
Miriam: Nei, das macht me ned met Mönsche! Nor Tier wärde igschlöferet, Strossehönd oder Chatze. Das esch scho trurig gnue.

Auf der Strasse
Nicola: Mami, lueg! Das gseht us wie Mönsche-Gaggi!
Miriam: Das esch ou Mönsche-Gaggi…

Auf der Strasse
Nicola: E Sackratte!
Miriam: Die heisse ned «Sackratte», das esch e ganz e normali Ratte.
Nicola: Aber de Papi het gseit, die heisse Sackratte!
Miriam: Aber do het de Papi Chabis verzöut.
Patrick: Das esch ömu ou loschtig! Aber stimmt, es esch Chabis gsi.
Nicola: Ond i ha gmeint, die heisse wörklech «Sackratte», wöu sie emmer so vöu seckle!

Im Auto
Nicola & Alexis im Chor:
Boppe, boppe Hämmerli,
dStäge uf is Chämmerli,
dStäge uf is Tuubehus,
flüge aui Tuube us,
wöu dört hets es Chinese-WC met meine Gaggi-Huufe ufem Rand.
Boppe, boppe Hämmerli,
Chinese-Rand-Kacker-WC-Chämmerli!

Im Dschungel
Alexis: Nico, jetzt red mou ned so vöu, sösch gseh mer nie es Tier!

Im Dschungel
Nicola: Jetzt semmer mou aui ganz ruhig, dass mer Tier gsehnd. Niemer seit öppis!
… (5 Sekunden)
Nicola: Mami, lueg emou die blaue Blueme!
Miriam: Hesch ez ned ganz ruhig wöue si?
Nicola: Auso guet, ab jetzt seit gar niemer meh öppis!
… (10 Sekunden)
Nicola: Dä Vogu tönt mega loschtig!
Miriam: Hesch ned du säuber gseit, niemer döf rede? I gloube, das chasch du gar ned: emou gar nüt rede.
Nicola: Stimmt, das chani ned. I muess eifach emmer rede!

Im Dschungel
Alexis: Werom heisse die Gluet-Igel?
Patrick: Die heisse «Bluetegel», wöu sie düend Bluet ussuuge. Ned Gluet.

Im Tempel
Nicola: Mami, gseht de Buddha ou bes nach Bottenwil?
Miriam: I dänke scho, jo. Werom?
Nicola: Ou wenn du emmer seisch, i söu ned äne luege, dueni ez do extra no ganz vöu armi ond chranki ond verletzti Lüt aluege, dasi die ned vergisse. Ond weni sie de ned vergässe ha, weissi weder, wie guet dass mers händ zBottenwil

5 Kommentare
  1. Helga
    Helga sagte:

    Herrlich wie Kinder es auf den Punkt bringen. Ihnen entgeht einfach nichts und haben für alles eine selbstverständlich logische Erklärung – das bringt die erwachsenen oft zum “schwitzen“ und schmunzeln. Bin sicher, ihr seht diesmal einiges anders auf der Reise…und manchmal halt auch den Beweis des älter werdens…😂 aber diese Zeitzeugen machen einen doch interessanter!!! (Sag ich jedenfalls immer meinem Spiegelbild) 😘

  2. yo de nuevo
    yo de nuevo sagte:

    Jetzt bin ich endlich mit dem Nachholen aller Berichte und Fotos fertig und muss sagen, ich habe jede Minute davon genossen 🙂 Ganz lieben herzlichen Dank euch für’s teilen, zeigen, berichten – man spürt und sieht so gut dass es euch gut geht und ihr einfach glücklich seid – that’s the spirit 😉 Ich wünsche euch von Herzen ein gutes neues Jahr voller Gesundheit und Abenteuer – passt gut auf euch auf und geniesst es weiterhin!!! Freue mich bereits enorm auf den nächsten Bericht <3 *knuddelwuddel*

  3. Annemarie
    Annemarie sagte:

    Hoi zäme habe Milan die Weisheiten eurer Kinder vorgelesen und Tränen gelacht.
    Hends wiiter guet.
    Lieber Gruss von uns 2

  4. Roten
    Roten sagte:

    Finde es sehr schön , wie offen und ehrlich eure Kinder sind.
    Das ist einfach nur schön, das macht ihr sehr gut😃😃
    Vermisse euch trotzdem😢
    Aber geniesst es , bin schon auf neue Fotos und Berichte gespannt😘😘
    Alles Liebe
    Maria😘😘

  5. Gudrun Strigl
    Gudrun Strigl sagte:

    Hallo ihr Lieben!
    Ich musste ein paar Mal laut auflachen 🙂
    Kindern und tut Wahrheit kund 😉 so lustig die Aussagen eurer Jungs! Dickes Bussi von uns allen aus Mödling!

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