Mit (unseren) Kindern unterwegs in Sumatra

Wir waren nur fünf Tage in Sumatra/Indonesien unterwegs, dafür war das aber Reisen «off the beaten track» und Abenteuer genau nach unserem Geschmack. Auch die Kinder haben das sehr gut mitgemacht und fanden als einzige «Gringo-Kinder» weit und breit überall viel Beachtung.

Am Flughafen in Medan wurden wir richtiggehend von einheimischen Familien- oder Reisegruppen belagert, die mit den Zwillingen und auch mit uns Erwachsenen Fotos machen wollten. Alexis mag das nach wie vor nicht besonders und selbst Nicola hat sich jetzt extra für Fotos ein künstliches Lächeln zugelegt – von uns genannt «Chatze-Mu», weil es wie die Cheshire Cat, die Grinsekatze, von «Alice im Wunderland» aussieht. Im Flugzeug sorgten andere Passagiere mit Zustecken von Süssigkeiten für Unterhaltung und waren wiederum entzückt, wenn sich Alexis und Nicola auf Indonesisch mit «terima kasih» bedankten.

In der Wildnis vom Nationalpark Gunung Leuser haben sich die Zwillinge so richtig in ihrem wilden Element gefühlt. Mit der Natur kann eben kein einziger Abenteuerspielplatz mithalten. Lianen zum Klettern oder Schaukeln, Stöcke zum Abreisen (aber Achtung, einige haben Stacheln oder brennen auf der Haut), Hölzer zum Bewaffnen, modrige Erde zum Wühlen und nicht zu vergessen die Tierbegegnungen. Auge in Auge mit den Orang-Utans und auf Tuchfühlung mit den Elefanten wurde auch von den Vierjährigen als etwas Aussergewöhnliches und vielleicht Einmaliges erkannt. Eine «Termiten-Autobahn» auf einem morschen Baumstamm oder Steine in den Fluss werfen, konnte aber genauso spannend sein.

Nach dem ersten Tag im Dschungel haben die Zwillinge sogar ihre Berufswünsche revidiert: Alexis will jetzt Nationalpark-Ranger und Nicola Nationalpark-Guide werden. Das wurde jeweils auch abends mit den Stirnlampen in der Dunkelheit ausgiebig gespielt, als es galt, die Geckos und Frösche vor bösen Wilderern und Urwald-Abholzer zu schützen.

Nicola und Alexis sind definitiv Kinder der Natur und würden sich in Bukit Lawang oder anderen Dschungeldörfern sicher noch viel länger wohl fühlen.

Aus der Apotheke gebraucht haben wir:

  • Fenistil zur Behandlung der Mückenstiche
  • Merfen zur Desinfektion des Bisses von einem Thomas Leaf Monkey an Miriams Handgelenk (Aber hey: wer kann schon sagen, er sei tatsächlich vom Affen gebissen?!)

Aus dem Reisealltag

Auf der Strasse
(Eine weiss verschleierte Frau kommt uns entgegen)
Nicola: Es Gspänscht! 

Im Auto
Driver: What you give boys when they are babies?
Patrick: Milk. Why?
Driver: Very, very active boys!

Im Auto
Patrick: Das esch rächt verlasse do, was chame do scho mache.
Miriam: Ömu ned de huufe.
Nicola: Wär muess e Huufe mache? E Gaggi-Huufe?

Im Dschungel
Alexis: Nico, jetzt red ned emmer!

Im Dschungel
Guide: Nico, you are Mr. Speaking-Man! Always talking!
Nicola: No, I am Spiderman!

Im Dschungel
Nicola: Jetzt seit gar niemer öppis! Du ou ned, Mami!
… (5 Sekunden)
Nicola: Mami, lueg, dä Boum macht e Kurve! Werom macht er so e Kurve?
Miriam: Dä esch eifach so gwachse.
Nicola: Wenn er ned sone Kurve macht?
Miriam: Hesch du ned wöue ruhig si?
Nicola: Aber du redsch jo!
… (5 Sekunden)
Nicola: Met mim Outöli chönti mega guet die Kurve ufem Boum fahre!
(…und so weiter und so fort…)

 Am Flughafen
(Auf einem Fernsehbildschirm wird ein Match von Roger Federer gezeigt)
Nicola: Chani ou mou Tennis spiele, weni wott?
Patrick: Jo, chasch das scho mou usprobiere.
(nach ca. 3 Minuten zuschauen)
Nicola: Die rede jo gar ned? Werom rede die ned?
Patrick: Die düend sech konzentriere, ned rede.
Nicola: Hmm… daf me bem Tennis ned rede?
Patrick : Nei, ned so vöu. De wärs doch kei Sport för de?
Nicola: Nei, i muess jo emmer rede!