Mit (unseren) Kindern (wieder) in Thailand

Bereits drei Einreisestempel von Thailand zieren den Pass unserer Zwillinge. Wobei unser erster Besuch im Land des Lächelns schon sehr lange her scheint. Seit dem Beginn unserer Reise im Dezember sind auch Nicola und Alexis einen weiten Weg gegangen – und dies nicht nur geografisch.

Während Alexis vor fünf Monaten noch mit «Schissgagu» und Abweisung auf die Aufmerksamkeiten der Thais reagierte, ist er heute diesbezüglich lockerer. Zugegebenermassen auch im Eigeninteresse, denn die Bonbons, die ihm von den freundlichen Thailändern meistens zugesteckt werden, mag er sehr gerne. Doch das Interesse gilt dann schnell einmal mehr dem Handy als der Person. Diese Handy-Fixierung seit Vietnam ist eine Phase, die sich bei unseren Jungs hoffentlich daheim in der Schweiz wieder legen wird. Zwar haben wir den «Deal» mit ihnen, dass sie bei Kindern einen Blick auf den Bildschirm werfen dürfen, bei Erwachsenen hingegen nicht. Das funktioniert aber mehr schlecht als recht, da vor allem im städtischen Thailand wirklich so gut wie jeder das Handy permanent in der Hand hält und damit auch gerne Kinder «anlockt».

Nicola erfreut sich beim Reisen sehr an den Fremdsprachen. Selbst in sein Spielen mischen sich immer mehr Englisch und Hochdeutsch. Und er kennt keine Scheu, auf Englisch-Kauderwelsch einfach mit jemandem drauflos zu plappern. Dieses in kurzer Zeit so schnell erlernte Basis-Englisch unserer Zwillinge möchten wir gerne in der Schweiz beibehalten, bis in ein paar Jahren das Englisch in der Schule kommen wird. Aber wie? Hat jemand eine gute Idee?

Bei Nicola und Alexis ist seit Koh Samui die Faszination für Kickboxen à la Muay Thai da. Sie haben neuerdings sogar angefangen, am Morgen direkt nach dem Aufstehen oder spätestens nach dem Frühstück noch ein paar Liegestützen oder Rumpfbeugen zu machen, wie sie das im Muay Thai Training am Lamai Beach gesehen hatten. Danach wird gegenseitig jeweils fachmännisch die Bizeps-Härte und die «Brust-Grösse» geprüft. Superman, Batman und Hulk, wie sie in Thailand gerne auf Jungen-Kleidung getragen werden, haben schliesslich auch grosse Brüste.

In den vergangenen knapp sechs Monaten sind unsere Zwillinge auch richtig gute Schwimmer und Taucher geworden, wobei beide immer den Pool dem Meer vorziehen. Cheibe Salzwasser! Poollängen werden problemlos geschwommen, ganze Poolbreiten getaucht. Alexis taucht gerne unter den Beinen durch, Nicola am liebsten mit Kopfsprung direkt zum Poolgrund, um dort das vorher hineingeworfene Taschenmesser wieder herauf zu holen. Da lohnt sich daheim dann das Abo in der Bottenwiler Badi!

Distance makes the heart grow fonder
Je länger wir unterwegs sind, umso langsamer ist unser Reisen geworden. Es ist für alle Beteiligten einfacher, mehrere Tage in der gleichen Unterkunft zu bleiben und sich erst einmal nicht zu viel vorzunehmen. Bei uns ist und bleibt es so, dass es unseren Kindern in der Natur immer besser gefällt und sich Aufenthalte in Grossstädten eher schwierig gestalten. So haben wir insbesondere in Bangkok darauf geachtet, nicht zu viel Shopping oder Sightseeing-Programm zu machen und immer wieder «Verschnaufpausen» am Hotel-Pool einzulegen. Auch Tuk-Tuk-Fahrten brachten Abwechslung, man sieht immer wieder etwas Neues. Und der Lauf-Muffel Nicola konnte damit immer gut motiviert werden.

Während unserer letzten Tage in Thailand ist natürlich auch die Heimat wieder mehr in den Vordergrund gerückt und die Nächte bis zum Heimflug werden gezählt. «No drü Mou schlofe», heisst es heute. Alexis freut sich aktuell am meisten auf das nonstop On-Board-Entertainment im Flugzeug («I luege de nome Föume ond schlofe de gar nüt») und Nicola auf seine Spielsachen daheim. Danach kommen in der Reihenfolge zuerst der Hund Raya und die Katzen. Nicht persönlich nehmen, liebe Grosseltern!

Kinder leben so sehr im Moment, da sind unsere keine Ausnahme. Und wenn uns dann unsere Liebsten am Sonntagabend am Flughafen erwarten oder uns in den kommenden Tagen besuchen, werden Alexis und Nicola sicher genau so vorfreudig aufgeregt und glücklich über das Wiedersehen sein wie wir! Distance makes the heart grow fonder – das Herz wächst mit der Entfernung: dies haben unsere Kinder auf der Reise nicht gelernt, dazu braucht es wohl noch ein paar Jahre mehr.


Aus der Apotheke gebraucht haben wir
(ziemlich viel):
In Chiang Mai und Pai:
– Rescue-Tropfen von Bach nach der Massenpanik in Chiang Mai
– Fenistil und Feniallerg bei den zwei Bienenstichen von Nicola
– Similisan-Chügeli «Grippe und Erkältung» bei Nicola und Alexis
– Umckulaboe und Similisan-Chügeli «Grippe und Erkältung» bei Miriam
– Mebucaine bei den Halsschmerzen von Miriam
– Floxal UD Antibiotische Augentropfen gegen die Augenentzündung von Patrick
In Koh Samui und Koh Phangan:
– Merfenspray und Hansaplast-Spray bei Fusswunden von Nicola und Alexis
– Zugsalbe bei eingetretenen Stacheln im Fuss von Miriam
– Rinosedin Nasentropfen für verstopfte Nase von Nicola vor dem Flug


Aus dem Reisealltag

Zukunftspläne der Zwillinge
Nicola: Alexis, gäu, mer gönd spöter ou mou i Soudat.
Alexis: Jo, dört chöme mer de es nöis Sackmässer öber. I ha jo mis verlore zVietnam.
Nicola: Osser wenn mer säge, mer händ Angscht vor Gwehr, de müemer ned i Soudat.
Alexis: Aber mer händ jo ned Anscht vor Gwehr, gäu? Mer händ gärn Gwehr, gäu?
Nicola: Jo secher! Mer händ jo ou scho e Gümmeli-Pistole ond e Water Gun!
Alexis: Ond wenn mer de säuber Gäud händ, choufe mer e Chügeli-Pistole.

Beim Muay Thai Camp
Alexis: Mami, düend Froue ou gärn Boxe?
Miriam: Es get secher Froue, wo ou gärn düend boxe. Aber ig ned.
Alexis: Duesch du ned gärn Füscht gäh?
Miriam: Nei, i be lieber lieb.
Alexis: Du hesch haut lieber gärn Fee, gäu?
Miriam: Oder so, genau.

Im Pool
Alexis (probiert Klimmzüge am Geländer): Wo get das Muskle, Papi?
Patrick: Öberau.
Alexis: De wotti am Chopf!

Im Hotel
Alexis: Mami, gömer weder mou nach Bagan?
Miriam: Nöchschtens äuä gad nöm, aber du chasch jo spöter mou elei go. Hets der zBagan de so guet gfaue?
Alexis: Jo. I wett weder mou dört äne go.
Miriam: Was het der de zBagan so guet gfaue?
Alexis: DFroue.

Beim Früchtestand
Nicola: Nähme mer ou weder Orambutans? I ha soooo gärn Orambutans!
Miriam: Rambutan heisse sie. Ond jo, mer chöne ou weder vo dene näh.

Am Strand – auch nach sechs Monaten noch die alte Leier
Strandverkäufer-Lady: Where do you come from?
Miriam: From Switzerland.
Strandverkäufer-Lady: Very white skiiiin! Beautifuuuul!

Am Strand – mal eine ganz neue Leier
Fuss-Pflege-Lady (zu Patrick): Want foot scrub? Very good!
Patrick: No, thank you!
Fuss-Pflege-Lady (ganz aufgeregt): But you foot like elephant! I scrub one kilo!!
Patrick: It is ok, good to walk barefoot.
Fuss-Pflege-Lady (gibt nicht auf): I also manicure nail. Show me finger!
Patrick: No!
Fuss-Pflege-Lady (schnappt sich eine Hand): Very long nail! I cut! Very cheap for you!
Patrick: No, thank you!
Fuss-Pflege-Lady (noch aufgeregter): But you real man! No lady boy with long nail!

Am Strand
Nicola (zur Strandbar-Lady): Where is the Alexis? You see the Alexis?

Auf der Strasse
Nicola (zum Strassenhund): Go away, dog! Go jetzt ändlech away!

Auf der Strasse
Tuk-Tuk-Fahrer: You need tuk-tuk?
Nicola: No, we have an anders tuk-tuk.

Vor dem Einschlafen
Nicola: Jetzt redi de met de dOma ond em Opa ame Englisch, wenn mer in Erlinsbach send.

Am Strand
Alexis: I grabe jetzt es Loch dor dWäut bes nach Bottewiu ond de rüefi dört dore em Goi, dass mer gli heichöme!

2 Kommentare
  1. ursula_inauen
    ursula_inauen says:

    Das esch aber de schönscht, es Loch dör d Wäut bore ond em Goi rüefe,das Ihr gli chömed.Nei,so herzig. So wird sich Goi doppelt freuen auf Eure Heimkehr..
    Danke für die vielen schönen Grüsse,auf Karten.Ich freue mich auf einen Besuch in Bottenwil. Reiseb guet. ursula

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.