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Trans-Sibirienexpress Moskau – Irkutsk

Kennt ihr das Gefühl, wenn das Herz vor Freude richtige Hüpfer macht und man weiss, dass einfach alles genau richtig ist? Das haben wir schon beim Einsteigen in den Trans-Sibirienexpress erlebt. Einfach nur wow! Liebe Eisenbahn- und sonstige Romantiker unter euch: das müsst ihr einmal erlebt haben!

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Am Dienstag, um 21:25 Uhr, sind wir in Moskau losgefahren. Und nach einer Nacht, einem Tag, noch einer Nacht und noch einem Tag, einer weiteren Nacht und wieder einem Tag und nochmals einer Nacht sind wir am Morgen früh in Irkutsk angekommen. 5185 km Zugfahrt in 76 Stunden, 6 Zeitzonen.

Für diese längere Fahrt zum Auftakt unserer Reise haben wir uns 1. Klasse geleistet und unser 2er-Abteil hat unsere Erwartungen noch übertroffen. Sehr sauber, äusserst komfortabel und direkt grossräumig, wir haben uns sofort gemütlich eingerichtet. Das Abteil hat sogar Klimaanlage, welch ein Luxus nach der Hitze in Moskau! Und die beiden Provodnitsas (Zugbegleiterinnen) Maria und Ludmilla sehen auch nur auf den ersten Blick so streng aus, sie haben ihre Schäfchen behütet und den Wagen bewacht wie zwei Rottweiler. 2. Klasse wäre übrigens ein 4-er-Abteil und 3. Klasse ein ganzer „ausgehöhlter“ Cargo-Wagen.

Nach Abfahrt in Moskau wollten wir kaum einschlafen, sondern möglichst lange die vorbeiziehenden Landschaften durch das Fenster betrachten. Schnell mischte sich auch Brandgeruch in die Luft der Klimaanlage und die Sicht betrug teilweise nur an die 50m, eine solche Rauchschicht von den Torf- und Waldbränden hatte sich am Boden festgesetzt.

Vorbei ging es an Alltagsszenen in Dörfern, an dichten Wäldern, weite Felder, geschwungene Flussläufe, Licht durchfluteten Birkenwäldchen, Taiga und Tundra, Baumshiluetten in der Dunkelheit und darüber ein weites Himmelszelt voller Sterne. Gerade im Gebiet zwischen dem Ural-Gebirge und Sibirien kamen uns immer wieder mehrere hundert Meter lange Güterzüge entgegen, vollbeladen mit Holz, Rohöl und Eisenerz, welches in Sibirien abgebaut und zur Verarbeitung in die Werke im Ural gebracht wird.

Eins steht fest: ein solches Zugfenster ist besser als jede Kinoleinwand! Einfach nur wunderschön!

Kurze Stops gab es in Vladimir, Nizhni Novgorod, Kotelnich, Kirov, Balyezino, Perm, Yekaterinburg, Tyumen, Ishim, Omsk, Barabinsk, Novosibirsk, Taiga, Mariinsk, Bogotol, Achins, Krasnoyarsk, Zaozemaya, Kansk, Ilanskaya, Reshoti, Tayshe, Nizhneudinsk, Tulun, Zima, Golovinskaya, Cheremkhovo, Usole-Sibirskoe, Angarsk.
Wir sind bei jeder Gelegenheit ausgestiegen, haben mehr oder weniger frische Luft geschnuppert (Bsp. war es auch in Omsk 34°C – wer hätte das erwartet in Sibirien!) und uns mit Vorräten eingedeckt. Auf dem Bahnsteig gibt es immer wieder kleine Verkaufsstände oder Privatpersonen, die ihre hausgemachten Menüs oder einfache Nahrungsmittel anbieten.

Den Zug verlassen haben wir in Irkutsk, wir bleiben noch eine Weile in Sibirien und erkundigen die Natur am Baikalsee. Vermutlich werden wir nun eine Weile kein Internet mehr haben. Lasst es euch auch so gut gehen wie wir :-)!

Ausnahmslos begeistert: Miriam y Patrick

15 Kommentare
  1. Miiss
    Miiss says:

    Onglaublich..dor öichi Fotis beni doch mau chorzfreschtig ine anderi Wäut itaucht.. wonderschöni Ibleck i öichi Reis und spannendi, „flippigi“ (;-)…) Texte drzue, merci veu mau! Be ganz öberrascht gsi, wie flissig ehr met publiziere send… Witerhen sone spannendi, schöni Reis! Ond hey.. s esch schön zgseh, wie zfrede o glöcklich ehr usgsehnd uf de Föteli! :-*

  2. Mättu
    Mättu says:

    Diese Zugfahrt muss echt toll sein! Ist die Strecke grösstenteils elektrifiziert oder fahren Dieselloks?

  3. Patrick
    Patrick says:

    Grösstenteils waren es Elektroloks, aber ab und zu haben wir Dieselloks gesehen an den Bahnhöfen.

  4. michu
    michu says:

    ach jo di rosse, es erenneret mi grad a mini ziit dete. im sommer esches scho besser dete 🙂
    aber tröchnete fesch händs mer nie wöue ahdrähie.

    lg

  5. Lisbeth
    Lisbeth says:

    Sind Ludmilla und Maria Geschwister? 😀 Die Ähnlichkeit ist verblüffend!

    Liebe Miriam, vielen Dank für Deine Post kurz vor der Abreise. Jetzt verfolge ich mit Begeisterung Deine Reiseberichte. Sehr schöner detailreicher Schreibstil, wirklich toll! Da gibt es gleich Gänsehaut beim Lesen. Ich bin froh, dass ihr den Smog überlebt habt. Ich hab die Bilder in den Nachrichten gesehen :/
    Alles Gute weiterhin!!!

  6. Genosse Vasilli
    Genosse Vasilli says:

    Heeey Ihr zwei Landstreicher 🙂
    Ihr habt hier wirklich ne tolle Seite erstellt!! Es sind sehr schöööne Fotos und intressante Berichte!!!
    Wünsche Euch alles gute und macht weiter so!!!

    Mit liebem Gruss
    Vasilli

  7. Salomé
    Salomé says:

    hola vagamundos…
    das ist ja richtig spannend, Euren humorvollen und eindrücklichen Berichten und Bildern zu folgen, da darf man gleich ein wenig mitreisen und vergisst einen kurzen Moment, dass man auf dem Bürostuhl sitzt. Vielen Dank und weiter so! 😉

  8. Theodora
    Theodora says:

    Hello Miriam & Patrick!

    Nice pics from Russia!!! Can’t wait for the next ones!!

    Take care & have a great time around the world!

    Love,
    Theodora.

  9. Miriam
    Miriam says:

    Danke für eure lieben Kommentare, toll, dass ihr alles so mitverfolgt und Augen für die Details habt :-)! Thanks for your comment, Theodora!
    Ludmilla war wirklich eine Frau, obwohl wir so genau natürlich nicht nachgeschaut haben! Geschnarcht hat sie allerdings wie ein Mann (wir hatten unsere Kabine gleich nebenan…) und sie und Maria haben sich die 4 Tage immer abgewechselt mit der Schicht.
    Liebe Grüsse aus Sibirien! Miriam

  10. Miriam
    Miriam says:

    Dobre djen
    Also der Fisch war immer super lecker. Habe jetzt zwei Wochen lang am Baikal jeden Tag einen Omul gegessen. überhaupt ist Russland kulinarisch ein Leckerbissen, es gibt sehr viele sehr gute Sachen zu essen……………………………und wenn der Moudi Hunger hat ist er fast alles.
    All the best from Sibiria

  11. Miriam
    Miriam says:

    …also der obere Kommentar war von Patrick dem Fisch-Moudi, ich habe nicht ganz so viel Omul gegessen.
    Dafür umso mehr Süsses. Die Russen haben sogar sehr feine weisse Schokolade, wer hätte das gedacht! Doch was entdecken wir beim genauen Hinschauen? Der EAN-Code verrät, dass diese feine Schoggi in der Schweiz produziert wird! So läuft das in der globalisierten Welt!
    Lieber Gruss, Miriam

  12. Nina
    Nina says:

    hallo ihr zewöi
    mini cousine carmen hätmer eue link gä welli en ähndliche plan han för nöchst johr! jetzt beni am ufhole met läse 🙂 aso philippine ond indonesie hani scho mol gschafft (ben letscht ond da johr sälber döt gsi, aso wäner froge händ zo indonesie oder au kota kinabalu nome zu). be däm bricht beni grad hange blebe ond vermisse dföteli. zeigts die nome be mer ned a? die andere händ jo so devo gschwärmt… also gnüessed java no chli ond freued euch uf bali, it’s my paradise! lg nina

  13. myp
    myp says:

    Hey Nina
    So guet met dine Reisepläne, hoffentlech chasch si so realisiere! Wenn Froge hesch oder mer der met Empfählige chöne witerhäufe: nome froge!
    Wo genau hesch dFötteli ned chönne aluege? Mer händ scho mou chli Problem gha demet, aber ez söttis eigentlech weder funktioniere…
    Mer düend öis de velech gärn no per E-Mail mäude zo Malaysian Borneo oder Kota Kinabalu, persönlechi Empfählige send emmer die beschte!
    Liebi Grüess (us Yogyakarta im Momänt)
    Miriam

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