Über die Alpen zurück nach Tokyo

Wie eine acht zieht sich unsere Reiseroute über Japans Landkarte. Mit einem besonders schönen Abschluss in den japanischen Alpen war es zurück in Tokyo leider schon wieder Zeit für einen Abschied von Stella und Matthias.

Dem Lake Biwa entlang fuhren wir von Kobe nach Hikone und am nächsten Morgen weiter durch die japanischen Alpen. Die bewaldeten Gipfel schimmerten in der Sonne in allen Rot- und Gelbtönen, der Herbst hatte Einzug gehalten. Auf einigen hohen Bergkämmen lag bereits der erste Schnee und auch im Tal zeigte das Thermometer am Morgen 0°C.

Im Städtchen Kiso fanden wir ein Onsen Ryokan, eine edle japanische Unterkunft mit einem dazugehörigen öffentlichem Bad, welches von heissen Quellen gespiesen wird. Sogar unser Auto wurde von einem Pagen geparkt. Es benötigte unseren ganzen Charme, um einen einigermassen zahlbaren Preis herauszuhandeln. Das Ryokan lag zwar immer noch weit über unserem Budget, doch schliesslich war es Patricks 31. Geburtstag sowie die letzte Übernachtung vor unserer Rückkehr nach Tokyo. Da darf es schon etwas Besonderes sein!

Besonders war auch das Abendessen, da sich neben uns die politische Führung der Stadt Kiso einfand. Für Patrick sangen die zehn Männer in Anzug noch ein Happy Birthday, bevor sie selber Bier, Reiswein (Sake) und Pflaumenwein (Ume) in Unmengen tranken und innert kurzer Zeit sternhagelvoll waren. Einer kippte aus dem Schneidersitz gegen die Elektroheizung, ein anderer legte sich gleich auf die Tatami-Matte für ein Schläfchen und wieder einer fand seine Schuhe nicht mehr und wollte schon in Matthias‘ Schuhen aufs Klo. Sie grölten und johlten und nannten ihren Bürgermeister am Schluss „Monkey Boss“. Was haben wir gelacht!

Zurück im Zimmer von unserem Ryokan lagen bereits Kimonos bereit sowie eine Anleitung auf Englisch, wie man sich in einem öffentlichen Onsen zu verhalten hat. Für Männer und Frauen gibt es separate Bäder. Ein Onsen ist Nacktzone, Kimono und persönliche Sachen werden in kleinen Körbchen am Eingang abgestellt. Im Nassbereich setzt man sich als erstes auf ein kleines Holzstühlchen, begiesst sich mit warmem Wasser oder duscht sich ab (Onsen-Knigge: niemals stehen bei dieser Prozedur!). Anschliessend begibt man sich ins warme Becken und entspannt Körper und Geist ein paar Minuten lang. Erst dann setzt man sich erneut auf das Stühlchen und seift sich so richtig ein, duscht sich ab und steigt wieder ins warme Becken (Onsen-Knigge: kein Schaum im Becken!). In unserem Onsen Ryokan hatte es sogar noch ein Aussenbecken, wo das heisse Wasser im dezenten Licht von Laternen nur so dampfte. Hat man fertig gebadet, stehen diverse Cremes und Lotions für die Körperpflege zur Verfügung, wovon insbesondere Stella und Miriam ausgiebig Gebrauch gemacht haben. Nach diesem Onsen-Besuch haben wir noch im Zimmer von Stella und Matthias mit Bier, Sake und Ume Patricks Geburtstag ausklingen lassen. Wie eine Pyjama-Party in Kimonos!

So hatten wir doch noch das Vergnügen mit einem öffentlichen Onsen und wie Patricks Bruder Christoph schon richtig prophezeite: mit den bewundernden Blicken der japanischen Badegäste muss man halt umgehen können :-).

Den letzten Streckenabschnitt mit unserem Mietauto mussten wir aus Zeitgründen über den Highway fahren, um unseren Mazda 3 rechtzeitig bei der Mietzentrale in der Hauptstadt abzugeben. Stella und Matthias sind direkt weiter an den Flughafen Narita gefahren, von wo aus sie wieder in die Schweiz zurück flogen. Drei tolle Wochen Japan zu viert waren schon vorbei! So viel hatten wir gesehen, geschlemmert, gelacht, gestaunt und auch ab und zu den Kopf geschüttelt.

Wir bleiben nun noch ein paar Tage in Tokyo und organisieren unsere weitere Reise. Und da gibt es da auch noch eine „Mission Bart“ zu erfüllen… 😉

Miriam y Patrick

3 Kommentare
  1. Mättu
    Mättu says:

    Das waren drei super tolle Wochen.

    Ich musste wieder so lachen ab der «Monkey Boss» Story :)))) Eines der Highlights!

  2. yo
    yo says:

    oooooooooh, happy happy happy b-lated birthday patrick:)!!! so wie’s scheint, war’s ein toller abend:)!!! hätte diese politiker am nachbartisch auch gerne gesehen bzw. gehört;-) hihi:)! tolle berichte, wirklich, tausend dank nochmals dafür:)!!!

  3. patrick-san
    patrick-san says:

    diese politiker waren echt der hammer. der abend war einer der besten in japan.
    machen uns bald auf den weg nach manila, man glaubt es kaum aber ab und zu braucht man auch auf einer weltreise wieder mal ferien.

    patelik san

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