Unsere Weltreise stand bis ganz zum Schluss unter einem guten Stern. Wie die Heimreise verlief und wie wir die Ankunft und die ersten Wochen in unserer Heimat erlebt haben, lest ihr in unserem vorläufig letzten Bericht.

Fast hätten wir es nicht wie geplant am 6. September 2011 nach Hause geschafft. Denn an unserem letzten Tag hatten wir noch einen beachtlichen Weg vom Camp Gecko bis nach Windhoek zurückzulegen und muteten unserem Nashorn-grauen Chevrolet Spark noch einmal schlimme Strassenverhältnisse zu. Doch wir schafften es auf den Mittag ohne Panne in Namibias Hauptstadt und nach einer letzten Tankfüllung sogleich weiter zum Flughafen. Die Autoabgabe verlief ohne Probleme, die Gasexplosion im Kofferraum liessen wir schön unerwähnt…

Bis zum Abflug mit Air Namibia zuerst nach Johannesburg blieben uns drei Stunden Zeit am Flughafen und wir tauschten in einer Gemütlichkeit unser Wüstenoutfit mit Flipflops gegen unsere Reisekleider. Schliesslich meldeten wir uns rund zwei Stunden vor geplantem Abflug am Air Namibia Schalter. Doch, oh weh, unser Flug nach Johannesburg hätte bis zu vier Stunden Verspätung, wurde uns mitgeteilt. Das durfte doch nicht sein, denn so würden wir in Johannesburg unseren Anschlussflug mit Qatar verpassen sowie unseren dritten Flug ab Doha und schliesslich nicht wie geplant am 6. September in der Schweiz eintreffen. Sollte uns etwa nach 402 Tagen auf unserer letzten Station das Reiseglück verlassen?

Doch tatsächlich nicht, der Kundenservice von Air Namibia organisierte uns nach vorgetragenem Leid sofort einen anderen Flug und so kam es, dass wir ohne Aufpreis in der Business Class von South African Airways sogar noch früher nach Johannesburg Gelanten. Dabei war der Maître de Cabine persönlich darum besorgt, dass unsere Rucksäcke ebenfalls mit an Bord waren. Von Johannesburg flogen wir in weiteren acht Stunden mit Qatar nach Doha und nach drei Stunden Aufenthalt bei 34°C in weiteren sieben Stunden in einer Maschine voller Inder schliesslich nach Zürich.

Beim Anblick der ersten Schnee bedeckten Alpenspitzen klopfte unser Herz bereits heftig, die Aufregung steigerte sich. Wir flogen über das Zürcher Unterland und konnten durch das Flugzeugfenster sogar den Wohnblock in Bülach sehen, wo wir von 2002 bis 2003 gewohnt hatten. Unsere wunderschöne, saubere, perfekt organisierte Schweiz mit Wald, Wiese, Landwirtschaft und Wohnfläche in Spielzeuggrösse. Noch mehr in Schweizer Stimmung wurden wir auf dem Transport vom Gate zum Flughafengebäude begleitet von Jodelgesang und Alphornklängen.

Unsere Rucksäcke lagen fein säuberlich auf dem Transportband. Wir entfernten die schmutzige Hülle und schnallten uns zum letzten Mal die schweren, mit Flaggen bestickten Backpacks an den Rücken. Von einer wartenden Dame liessen wir uns auf einem Foto verewigen und hielten zusammen noch einen Moment inne. Unsere letzte Minute einer so grossartigen, einzigartigen und unvergesslichen Weltreise! Miriam stiegen die Tränen schon da in die Augen.

Noch einmal tief ein- und ausatmen, durch die Zollstelle zum Ausgang und so traten wir hinaus in die Ankunftshalle. Zurück in unser altes Leben, wo unsere Eltern, Bruder, Onkel, Tanten, Cousine, Freundinnen und Freunde auf uns warteten. Dass unsere Eltern da sein würden, wussten wir, aber ein Empfangskomitee von 14 lieben Menschen und sogar einem Hund? Mamis, Papis, Patricks Bruder Christoph, Patricks Tante Theres und Onkel Sepp mit Enkelin Ronja, Cousine Julia mit ihrer neugeborenen Tochter Sophia, Freunde Ruth und Eliane, Sandra mit Hund Jeno und Patricks Vertreter der Oxx-Fraktion Philipp. Ein überwältigender Empfang!

In Patricks Elternhaus ging es weiter mit Begrüssungsküssen und innigen Umarmungen. Viele unserer Freunde schauten vorbei und typisch Schweizerisch gab es Bratwurst vom Grill oder Wienerli mit Kartoffelsalat, Zweifel-Chips, Feldschlösschen-Bier sowie Rivella, Rüebli- oder Bündner Nusstorte. Solches Essen hatten wir mehr als einmal vermisst unterwegs, unsere Freunde und Familien noch viel mehr. Später am Abend kam es dann in Miriams Elternhaus noch zum Wiedersehen mit den Haustieren, allen voran unseren Katzen Tigy und Spiff. Diese kannten uns tatsächlich noch nach dieser langen Zeit und wichen auch die folgenden Tage kaum von unserer Seite.

Zurück im Alltag
Wie haben wir die ersten Wochen zurück in unserer Heimat verbracht? In erster Linie mit Leuten wiedersehen, Grossvater und Grossmutter besuchen, Familienzusammenkünfte, Freundinnen und Freunde. Sogar eine Hochzeit von Fabienne und David stand auf dem Programm und so konnten wir uns wieder einmal in elegantem Kleid und Anzug präsentieren nach all den Monaten in Trekkingkleidung.

Irgendwann gesellten sich dann auch Bewerbungsschreiben in unseren Alltag, wobei wir zum Zusammenstellen unserer Bewerbungsunterlagen ein paar Stunden in unseren Umzugskisten nach den richtigen Dokumenten und Zeugnissen wühlen konnten. Patrick hatte seinen letzte Dienst für das Vaterland zu absolvieren und verbrachte zwei Wochen im Berneroberland – wenn auch die meiste Zeit im Bergbunker. Mehr als Zufall haben wir bereits eine eigene Wohnung gefunden, auf November ziehen wir nach Zofingen. Miriam hat bereits wieder begonnen zu arbeiten und Patrick legt einen Zacken zu mit Bewerbungen schreiben und versucht sich zwischenzeitlich als Hausmann.

Wie fühlen wir uns zurück in der Schweiz? Auch wenn wir nichts von dieser Weltreise missen möchten, auf die Rückkehr in die Schweiz haben wir uns sehr gefreut! Wir denken gerne an einzelne Erlebnisse und Begegnungen, pflegen die Reisekontakte weiter und hoffen, diese lieben Menschen auch eines Tages in der Schweiz willkommen zu heissen. Die Schweiz empfinden wir auf wohltuende Art und Weise perfekt organisiert, wenn auch wir uns wieder an die starke Leistungsorientierung und den Perfektionismus der Bewohner gewöhnen müssen. Nach dieser Reise schätzen wir vieles mehr als vorher und denken besonders, was für ein Glück wir haben, in der Schweiz geboren zu sein!

Auflösung von Win-Win
Zum Schluss noch die Auflösung des Win-Win-Wettbewerbs, wonach wir nun schon etliche Male gefragt wurden. Es gibt eine Gewinnerin respektive ein Gewinnerpaar, wenn wir die Belohnung sogleich ausweiten: Miriams langjährige Freundin Daniela M. Während den 402 Weltreisetagen wurden wir insgesamt 66 Mal gefragt, ob wir verheiratet wären, und Daniela liegt mit ihrer Schätzung von 73 damit am nächsten. Lustig in diesem Zusammenhang bleibt zu erwähnen, dass Daniela Miriam als Trauzeugin für ihre Hochzeit mit Gilles im kommenden Frühling ausgewählt hat :-). Das passt ja gleich zum Wettbewerbsthema und so kommt es zumindest zu einer Hochzeit, wenn auch nicht unsere eigene :-).

Für den Wettbewerbsgewinn belohnt werden Daniela und Gilles mit einem Gourmet-Nachtessen, welches jedes unserer Reiseländer in irgendeiner Weise beinhaltet. Und keine Angst, Besonderheiten wie Ameisen, Maden, Schlange, Schafhoden oder ähnliches werden wir nicht auftischen! Sobald wir unser eigenes Zuhause bezogen haben, erfolgt die Einladung. Das Menü wird hier dann noch veröffentlicht. Also Gratulation Daniela und Gilles!

Nach 402 Reisetagen haben wir uns sehr gefreut, nach Hause zurückzukehren, auch wenn unser Reisefieber auf kleinem Flämmlein am brennen bleibt und wir jetzt schon klare Vorstellungen haben, welche Länder wir als nächstes noch bereisen möchten :-).

Aber nun gilt es erst einmal, uns in der Schweiz wieder ein Leben aufzubauen. Unsere „Fenster“ in die grosse Welt wollen wir trotzdem immer offen behalten, sei es mit unseren Erinnerungen, den Kontakt zu Menschen auf allen Kontinenten, aber auch indem wir unseren Alltag bewusster leben und schätzen, die Gegenwart geniessen und mit einer grösseren Spur Lockerheit und Zuversicht in die Zukunft und in die weite Welt blicken.

Auf immer dankbar für diese wertvolle Erfahrung: Miriam y Patrick

4 Kommentare
  1. Eveline & Patric
    Eveline & Patric sagte:

    Hoi dir zwöi

    Itz hei mir gad öie Abschlussbricht gläse – wahnsinnig schön wie dir öies hei cho erläbt u beschribe heit. Mir wünsche öich witerhin guets Iläbe u schicke öich sunnigi Grüess us Mendoza 🙂

    Eveline & Patric

  2. yo
    yo sagte:

    schööööööööööööööön eure fotos zu sehen und dass es euch gut geht:)!!! alles alles gute nochmals für den neuanfang *knuddelwuddel*

  3. Tiffany
    Tiffany sagte:

    Hoi zäme!
    Nun seid ihr also wohlbehalten wieder zurück in der Schweiz! Ich habe euch während eurer ganzen Abwesenheit ständig auf eurer Reise begleitet und eure Berichte waren eine tolle Ablenkung zu manchen Uni-Hausaufgaben oder langweiligem Regenwetter-Zuhausebleiben-Tagen! Ich hoffe, dass eure Reiseerinnerungen euch noch lange motivieren und doch nicht zu sehr Sehnsucht aufkommen lassen werden! Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja per Zufall mal wieder! Das wäre eine schöne Überraschung!
    Machets guet und e guete Start!
    Ganz es liebs Grüässli

    Tiffany (die von Olkhon/Irkutsk)

  4. Christine & Marcel
    Christine & Marcel sagte:

    Liebe Miriam, lieber Patrick,
    ich habe eben eure letzten Zeile zum Abschluss eurer Reise, zur Ankunft und zur „Wiedereingliederung“ gelesen – Christine und ich können so gut nachfühlen, wie eure Rückkehr verlaufen ist!! Eine Achterbahn der Gefühle!! Und eh man sichs versieht ist man schneller wieder in der Bahn als man sich das hätte vorstellen können – ja, auch wir haben wieder eine Wohnung, arbeiten wieder und stehen wieder auf dem Boden der Tatsachen. Manchmal ist die Reise ganz fern, aber manchmal ist sie mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht auch ganz schnell wieder ganz nah – Wahnsinn! Schön, dass wir Euch bis zum Schluss so gut verfolgen konnten.
    Vielleicht klappt es ja wirklich mal mit einem Wiedersehen – in jedem Falle alles Gute für Euch! Viele Grüße Christine & Marcel

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