Zürich – Doha – Phuket

Um 4.45 Uhr klingelt der Wecker. Trotz der kurzen Nacht ist das kein Problem zum Aufstehen für die Zwillinge, sie sind so aufgeregt. Alexis steht schon um 5.15 Uhr mit angeschnalltem Rucksack und Schuhen an vor der Haustüre, er kann die Abreise kaum erwarten.

Noch schnell mit dem Tiger geschmust und es kann losgehen. Bei -5°C verlassen wir unser Zuhause. Für uns ist es vorläufig das letzte Mal Autoscheiben kratzen. Alexis und Nicola fahren mit ihrem Grosi und Goi, Patrick und ich geniessen die 20-minütige Autofahrt in andächtiger Ruhe. Am Bahnhof in Aarau warten bereits Patricks Eltern. Inzwischen sind Nicola und Alexis so aufgekratzt, dass sie kaum mehr mit den Grosseltern für ein Foto posieren mögen. Als schliesslich der Zug einfährt, lösen sich die Tränen – zumindest bei mir. Auch alle vier Grosseltern haben feuchte Augen, als sie uns vom Perron aus zum Zugfenster nachwinken. Und schon sind wir weg.

Zug Aarau – Zürich HB – Zürich Flughafen

Und bereits wie in einer anderen Welt, wenn wir in die griesgrämigen Pendler-Gesichter um uns herumschauen, deren starrer Blick in Bildschirme gerichtet ist und nur ab und zu wegen eines Ausrufes der Zwillinge verärgert zu uns herüber schweift. Eigentlich hatten wir extra eine direkte Zugverbindung zum Flughafen Zürich gewählt. Aber ausgerechnet heute gibt es eine Änderung und wir müssen am Hauptbahnhof umsteigen. Zum Glück haben wir nur zwei grosse Rucksäcke mit dabei.

Diese sind am Flughafen Zürich auch schnell abgegeben am Drop-Off, eingecheckt hatten wir schon am Vorabend online. Patricks Bruder Chregi wartet bereits auf uns und die Zwillinge sind sehr aufgeregt. Später kommen auch noch Patricks jüngster Bruder mit seiner Familie dazu: Tamara, der kleine Nevio und die knapp 2-Wochen alte Giulia, Patricks Gotti-Meitli. Wieder ist es Alexis, der uns zum Aufbruch drängt. Schliesslich will er endlich seinen Pass zeigen können. Noch einmal fliessen Tränen, diesmal bin ich mit Tamara in guter sentimentaler Gesellschaft.

Nun sind wir aber wirklich weg von unseren Liebsten. Dachten wir zumindest, denn am Gate erwartet uns zu unserer grossen Überraschung noch René, der bei der Flughafen-Feuerwehr arbeitet. Er überbringt uns letzte Abschiedsgrüsse von der ganzen Familie mit Evelyne und Lars und Sven.

Nun aber wirklich, es heisst einsteigen in die Boeing 787. Bis wir aber vom Schweizer Boden abheben, dauert es weitere 1.5 Stunden, denn erst müssen noch die Tragflächen enteist und danach ein Problem mit einer Tür behoben werden.

Flug Zürich – Doha – Phuket

Die Zeit im Flugzeug in der neuen pädagogisch unkorrekten Masseinheit «On-Board-Entertainment», wobei ein Film ca. 1.5 Stunden entspricht:

  • Film «Findet Nemo»: reicht gerade während dem Enteisen und der Tür-Reparatur bis zum Start
  • Filme «Pets» und «Cars» sowie Mittagessen und eine kurze Siesta und schon sind 5 Stunden und 15 Minuten Flugzeit vorbei.

Durch den verspäteten Abflug bleibt uns von den eigentlichen drei Stunden am Flughafen Doha nur noch knapp die Zeit, im Laufschritt vom einen Gate zum anderen zu marschieren. Und schon können wir ins nächste Flugzeug einsteigen, diesmal ein Airbus A330, «chli e Gruebe», wie Nicola fachmännisch anmerkt, und Alexis enttäuscht darüber ist, dass das «On-Board-Entertainment» über keine Touch-Screen-Funktion mehr verfügt. Trotzdem:

  • Film «Pets» (kann man wegen der lustigen dicken Tiger-Katze nicht genug schauen)
  • Film «Cars» (die kindliche Faszination dieses Filmes entzieht sich unserem Verständnis)
  • Film «Rio» (immer wieder gut)
  • Ein paar angefangene Filme sowie fein Nachtessen und sehr Mühe mit Einschlafen, obwohl wir bei Nicolas enthusiastischem «Can I have a Coca Cola, please?» zur Flight Attendant noch rechtzeitig einschreiten konnten. Auch diese 6 Stunden und 40 Minuten Flugzeit gehen gut vorüber.

Taxi-Fahrt Flughafen Phuket – Katanoi Bay

Das Aussteigen um 6.45 Uhr (+ 7 Stunden zur MEZ) Ortszeit gestaltet sich dann etwas quengelig, zumal die rund 90 % türkischer Passagiere keine Rücksicht nahmen auf übermüdete Vierjährige und an der Immigration ungeniert vorbei drängelten. Das Foto am Immigration-Schalter (Quiz-Frage: warum ist alles in den folgenden Sprachen beschriftet: Englisch, Thai, Russisch, Chinesisch. Vorahnung…) schafften wir noch knapp ohne Tränen. Und zum Glück auch ohne Pipi-Unfall. Nicola hat das Faible, jeweils in Toiletten-Nähe genau nicht zu müssen, dafür in langen Warteschlangen / Auto / während des Essens immer super dringend).

Unsere Rucksäcke liegen neben dem Gepäckband, die anderen Koffer-Passagiere schenken zwei Rucksäcken nicht viel Beachtung, das ist gut so. Am Ausgang schlagen uns schon am Morgen früh 25°C und eine klebrige Luftfeuchtigkeit entgegen. Herrlich!

Wir lassen uns von einem Taxi zum anderen Ende von Phuket chauffieren bis zur Katanoi Bay, eine kleine, für Phuket-Verhältnisse eher kleinere und ruhige Bucht. Die nicht-Kindersitz-gesicherten Zwillinge knien auf dem Rücksitz und ihr Gesicht klebt an der Scheibe. Sie staunen über vorbeibrausende Mopeds («ohni Helm!»), struppige Strassenhunde und eingeschlammte Wasserbüffel am Wegrand. Ihre Müdigkeit ist wie weggeblasen. Und bei Patrick und mir macht sich beim Anblick der belebten Strassen, Verkehrschaos und Stromleitungsgewirr so langsam das Reise-Glücksgefühl breit.

In Katanoi bewohnen wir in einer Sackgasse direkt neben einer Baustelle (so etwas hat die Zwillinge ja noch nie gestört) ein Bungalow mit zwei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad (hier genannt «Villa»). Für uns ist es perfekt. Ein paar Schritte daneben steht uns sowie den anderen Gästen ein kleiner Pool zur Verfügung und in fünf Minuten sind wir zu Fuss am Sandstrand. Hier können wir sehr gut die zwei folgenden Wochen bleiben!

Ändlech weder onderwägs: Miriam Patrick

DWäut esch sooooooo schön: Nicola und Alexis

3 Kommentare
  1. yo de nuevo
    yo de nuevo says:

    …einfach herrlich!!! Kann es euch von Herzgen gönnen <3 <3 <3 Geniesst es und dankeschön für den wie immer so schönen, ausführlichen Bericht, bei dem man das Gefühl hat, man reist ein wenig mit euch mit :-*

  2. Eveline & Patric Zwahlen
    Eveline & Patric Zwahlen says:

    Hallo dir 4 Liebä!

    Äs isch schön z läse, das dir guet in Phuket acho sit! Und äs fröit üs riesig, das dir öich aus Familie uf ds Abentür Reisä chöit ila! Mir si mega gspannt uf öii Brichte & Fötäli – merci, das dir üs d Glägeheit gäbet, öich virtuell uf öiere Reis z begleitä! Mir wünschä öich ä super schöni Zyt mit ganz viu spannende Begägnige und unvergässleche Erläbnis.

    Aues Liebä & Guetä
    Eveline & Patric

  3. Martina
    Martina says:

    Ihr Lieben

    Sooo schööön, dass ihr das als Familie erleben könnt!!! Geniesst es!!! Freue mich riesig für euch!

    Wünsche euch von Herzen zahlreiche bereichernde u. unvergessliche Momente! Carpe diem! ☀️

    Herzliche Grüsse aus dem eiskalten ❄️️ Zürich, Martina

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