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Zwei Wochen in Katanoi

Für unsere lange Reise sind zwei Wochen Strandferien in Katanoi genau der richtige Start. Die Bucht von Katanoi ist für Phuket verhältnismässig ruhig, die Zufahrtstrasse endet in einer Sackgasse. Die Vorahnung vom Flughafen, warum wohl alle offiziellen Informationen auch in Russisch angeschrieben sind, bestätigt sich hier: 80% der Touristen sind Russen. Die so gut wie alle im riesigen, Bucht-dominierenden All-Inclusive-Hotel Katathani Resort untergebracht sind.

Wir haben unseren Frieden im kleinen Katanoi Resort, wobei hier das «Resort» mehr vermuten lässt, als es eigentlich hergibt. Ein paar Zimmer in einem Block und vier Bungalows sowie ein kleiner Pool, alles in einer Sackgasse gelegen direkt neben einer grossen Baustelle. Es ist sauber und ruhig und wir fühlen uns sehr wohl.

Die Zwillinge planschen ebenso gerne im kleinen Pool statt im Meer, ist doch am Meer immer alles voller Sand (Nicola). Alexis liebt es, durch das Salzwasser zu jagen und sich von den Wellen herumschwemmen zu lassen. Wir sind jeden Tag am Meer, meistens direkt nach dem Frühstück und gegen Abend wieder auf einen Spaziergang, um zu überprüfen, ob die Flut wirklich all unsere Sand-Bauten weggeschwemmt hat. Zugegeben: die Sand-Festung auf dem einen Foto mit den Wachleuten ist nicht von uns, wir graben eher Löcher oder schütten Sand-Vulkane auf.

Der weisse Sandstrand von Katanoi ist nur ein paar Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt. Er ist beidseitig eingerahmt von Felsen und etwas versteckt in diesen Felsen im Süden haben wir unsere Piraten-Bar entdeckt: ein paar Plastiktische und -stühle sowie Liegestühle direkt im Sand, alles andere ist gebastelt und befestigt mit Schwemmholz und Felsen. Inklusive Piraten-Flagge an der Bar. Mit feinem Thai Food und sehr nettem Personal. Die tätowierten Männer werden von unseren Jungs ehrfürchtig als Piraten betrachtet, schliesslich hängt eine Piratenflagge an der Bar.

Eine grosse Holzschaukel lädt zum Verweilen ein, auf den Felsen lässt sich bei Ebbe prima klettern und nach kleinen Krebsen und Fischen jagen. Und beim grossen Abfallhaufen ein Stück weit weg von der Bar werden regelmässig Riesenwarane gesichtet. Mit einem eisgekühlten Chang-Bier oder einem frischen Ananassaft an der Piraten-Bar, den Blick über die ganze Bucht schweifend, die Augen zusammengekniffen vom Glitzern des Meeres, während sich die Zehen in den warmen Sand graben: das kommt dem Paradies schon sehr nahe.

Die Hauptstrasse von Katanoi ist gesäumt von ein paar Restaurants, einer Hand voll Massage-Salons (die davor wartenden Massage Ladies sind die grössten Fans unserer Zwillinge) und zwei, drei anderen Shops. Alles ganz übersichtlich und uns kannte man schon nach dem ersten Tag. Einerseits, weil wohl nicht sehr viele Nicht-Katathani-All-Inclusive-Touristen im Ort wohnen. Und andererseits wegen der zerkratzten Gesichter unserer Zwillinge. Noch immer rufen uns die Tuk-Tuk-Fahrer feixend «Fighting! Fighting!» oder «Thai Boxing!» zu und zeigen dabei ihr breitestes zahnloses Lachen (übrigens der perfekte Motivator für besseres Zähneputzen bei den Zwillingen – so wollen sie ja nicht aussehen…).

Wir geniessen die frischen Früchte und den leckeren Thai Food sehr, die feinen Düfte von morgens bis in die Nacht wecken beim immer-hungrigen Alexis stets neue Gelüste. Er isst einfach alles, auch an Schärfegraden, bei denen Patrick zwei Mal mit Bier nachspülen muss und die ich längst weit von mir weise. Nur Nicola ist froh, kann er ab und zu auch eine Pizza oder einfach nur «Fried Rice» bestellen. Fried Squid (Tintenfischringe) geht auch immer.

Heute ist noch etwas ganz Besonderes passiert. Wir schlenderten gegen Abend gerade der Hauptstrasse entlang (das dauert immer seine Zeit, bis die Zwillinge alle begrüsst und High-Fives verteilt haben), als plötzlich ein blauer Toyota Pick-Up vorbei fuhr mit nichts Geringerem geladen als einem Elefanten. Wir – schon ganz ortskundig durch das viele Spazieren- wussten natürlich, dass die Hauptstrasse in einer Sackgasse endet. Also nichts wie hinterher, um zu schauen, wohin der Elefant wohl gebracht wird. Und tatsächlich: am Ende der Bucht steht der blaue Toyota Pick-Up und der kleine Elefant wird gerade feierlich hergerichtet, für eine Hochzeit, wie uns der Mahout (Elefantenführer) wissen lässt. Die Elefantendame namens Nancy ist wie die Zwillinge auch 4 Jahre alt und so herzig! Wir kauften schnell für 50 Baht (ca. 1.40 CHF) Bananen und Bambus und durften dies der Elefantendame füttern und sie ausgiebig streicheln und mit ihr kuscheln. Nicola war anfänglich noch ängstlich, Alexis traute sich schnell, die raue Elefantenhaut zu streicheln und Nancy Bananen zu reichen. Ich bekam zum Abschluss noch eine Rüssel-Umarmung und einen -kuss von Nancy. So ein schönes Geschöpf, der Elefant!

Für uns als Familie ist Katanoi perfekt. Und sollte uns in den insgesamt zwei Wochen nach mehr Action sein, sind wir mit dem Tuk-Tuk in zehn Minuten mitten im Getümmel der Nachbarsbucht Kata oder auf einem Tagesausflug etwas weiter weg. Dazu mehr in einem nächsten Bericht.

Vollkommen zufrieden mit dem Reiseauftakt: Miriam Patrick Alexis Nicola

3 Kommentare
  1. Doro
    Doro says:

    Grossartige Reiseberichte, grossartige Fotos, grossartige Familie… Das ist ‚meine‘ Miriam, mit Anhang :-)!!

  2. Helga Reiter
    Helga Reiter says:

    So Kuul. Gucke täglich rein und warte gespannt auf news von der anderen Seite der Erde:-) toll geschrieben – hab immer grad die farbigen Bilder vor Augen. Besengruss Helga

  3. Käthi
    Käthi says:

    Hallo zäme, so schön, kann mir die Jungs vorstellen beim Sandele am Beach. Schaue mir dein Reisebericht immer gespannt an einfach toll. Bin gespannt auf mehr. Weiter so ganz liebe Grüsse Käthi

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